Weltcupstar ohne olympische Krönung

15.02.2018 • 17:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf den Tag genau vor 26 Jahren holte Marc Giradelli in Albertville Olympiasilber im Super-G und zwei Tage später auch Silber im Riesentorlauf.
Auf den Tag genau vor 26 Jahren holte Marc Giradelli in Albertville Olympiasilber im Super-G und zwei Tage später auch Silber im Riesentorlauf.

Der fünffache Weltcup-Gesamtsieger blieb ohne olympische Goldmedaille.

lustenau Zusammen mit seinem Vater Helmut ging Marc Girardelli einen Weg in den internationalen Skisport, der fernab von Verbandsstrukturen verlief. Dies hatte zur Folge, dass der für Luxemburg startende Lustenauer lange warten musste, bis er sich auf olympischer Ebene mit der Konkurrenz messen konnte. Als 24-Jähriger feierte Girardelli 1988 in Calgary sein Olympia-Debüt, das allerdings unter keinem guten Stern stand, denn nach einer Ellbogen-OP kurz vor den Spielen war er in Kanada nicht konkurrenzfähig und landete nur im geschlagenen Feld.

Der große Allrounder wurde immer wieder von Verletzungen gebremst, schaffte aber jeweils relativ rasch wieder den Anschluss. Bemerkenswert, dass er stets in allen Disziplinen für Siege gut war. Das beweist ein Blick auf den Weltcup, den er fünfmal gewinnen konnte, und auf die WM-Ehrentafel, die ihn dreimal in der Kombi und einmal im Slalom als Sieger ausweist.

Als Topfavorit zweimal Silber

1991/92 wollte sich Marc Girardelli ganz auf die Spiele in Albertville konzentrieren und galt vor allem in der Kombination als Mitfavorit. Doch der 28-Jährige scheiterte wie so viele an den Tücken der extrem schweren Abfahrt vom Face de Bellvarde, die er zweimal nicht bezwingen konnte. Dass er danach im Super-G und Riesenslalom Silber gewann – allerdings jeweils deutlich hinter den Siegern Aamodt und Tomba – war nur ein schwacher Trost für entgangenes Gold.

Die letzte Chance, sein Palmarès mit olympischem Gold zu komplettieren, bot sich Girardelli 1994 in Lillehammer. Inzwischen zum Speedspezialisten geworden, hoffte er in Norwegen auf die schnellen Disziplinen. Schon in der Abfahrt musste sich der inzwischen 30-Jährige jedoch mit Platz fünf begnügen, 34 Hundertstel hinter Sieger Tommy Moe. Im Super-G hatte der Lustenauer letztlich keine Chance auf den Sieg und wurde Vierter. 14 Hundertstel hinter dem Dritten Kjetil André Aamodt, aber 0,54 Sekunden hinter Sieger Marcus Wasmeier. Damit war der olympische Traum des Weltcupstars endgültig ausgeträumt. OS

Zur Person

marc giradelli

holte bei den Olympischen Spielen 1992 zwei Silbermedaillen.

Geboren 18. Juli 1963

Wohnort Lustenau

Größe/Gewicht 1,78 m/ 82 kg

größte erfolge

Olympische Spiele

1988: 9. Abfahrt, 20. RTL

1992: Silber RTL und Super-G

1994: 4. Super-G

Weltmeisterschaften

1985: 2. Slalom, 3. RTL

1987: 1. Kombination, 2. RTL und Super-G

1989: 1. Kombination, 3. Slalom

1991: 1. Slalom

1993: 2. Slalom, 3. Kombination

1996: 1. Kombination