Ein ungewollter Umbruch

Sport / 16.02.2018 • 19:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Altachs Jungbrunnen rückt in den Mittelpunkt, auch wenn Valentino Müller (Zweiter von links) fehlt. Dafür sind Johannes Tartarotti und Daniel Nussbaumer (v. l.) dabei, rechts Schreiner.gepa
Altachs Jungbrunnen rückt in den Mittelpunkt, auch wenn Valentino Müller (Zweiter von links) fehlt. Dafür sind Johannes Tartarotti und Daniel Nussbaumer (v. l.) dabei, rechts Schreiner.gepa

Altach muss für das Auswärtsspiel beim LASK viele Stammkräfte vorgeben.

Altach „Alles reine Kopfsache!“ Stürmer Christian Gebauer antwortet auf die Frage nach dem ersten Treffer 2018 ebenso gelassen wie im Herbst, als sein erster BL-Treffer etwas auf sich warten ließ. „Weitermachen, es wird schon kommen“, lautet das Motto des 24-jährigen Tirolers. Seine Worte aber haben vor dem heutigen Spiel beim LASK noch eine neue Bedeutung erhalten. Denn der ungewollte personelle Umbruch für das Spiel in Pasching verlangt von den Protagonisten ebenfalls die richtige Einstellung im Kopf. Das Spiel gegen den starken Aufsteiger, der auf einer Euphoriewelle in Richtung Europacupplatz reitet, wird damit auch zur Kopfsache – und zu einem Aufstellungspoker.

Lange Absenzliste

Mit Philipp Netzer sowie den Routiniers Andreas Lienhart, Louis-Clement Ngwat-Mahop und Boris Prokopic – versuchte sich im Abschlusstraining, blieb dann ebenfalls zu Hause – fallen gleich drei wichtige Akteure aus, dazu gesellen sich die Langzeitfehlenden Simon Piesinger, Kristijan Dobras und Valentino Müller. Zu allem Überfluss droht auch noch der Ausfall von Mathias Honsak. Verständlich deshalb, dass der Trainer über mehrere Tage verschiedenste Aufstellungsvarianten durchspielte und Abwehrmann Benedikt Zech nach dem Ausfall von Kapitän Netzer eine zentrale Rolle in der Defensive zugeteilt hat. Der 27-Jährige soll als Dirigent in der Abwehr mit seinen Leuten für die nötige Kompaktheit sorgen. Diese ist und bleibt für Klaus Schmidt weiter zentrales Thema hinsichtlich der Spielanlage. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt müsse man vermehrt auf Stabilität setzen, da man doch ein wenig holprig in das Frühjahr gestartet sei. Diesbezüglich wird dem Trainer von Zech beigepflichtet. „Wir schießen derzeit vorne keine Tore, also ist Kompaktheit umso wichtiger.“ Vor allem die Räume im Zentrum gelte es zu schließen. In weiterer Folge will man bei der Cashpoint-Truppe wieder zu der im Herbst praktizierten Spielweise, mehr Ballbesitz, zurückkehren.

In Bezug auf die Aufstellung wollte sich der Coach, der zuletzt mit seiner Personalentscheidung, auf zwei schnelle Spitzen zu setzen, auch die „Bullen“ überraschte, nicht äußern. Ebensowenig über die taktische Marschrichtung. Allerdings darf wohl erwartet werden, dass er nach dem Ausfall von Netzer zu einer Viererabwehrkette zurückkehrt. Zudem deutet vieles darauf hin, dass entweder der Kameruner Samuel Oum Gouet (20) oder Neuerwerbung Yusuf Otubanjo (25) aus Nigeria ihr Pflichtspieldebüt im
SCRA-Dress feiern werden.

Linzer Selbstsicherheit

Beim LASK, der von Schmidt als aggressiv gegen den Ball arbeitende Mannschaft beschrieben wird, herrschen Selbstvertrauen und Optimismus vor. „Wir sind zuversichtlich“, sagte Trainer Oliver Glasner, dessen Team zuletzt vier Spiele ungeschlagen überstanden und dabei drei Siege eingefahren hat. Diese Selbstsicherheit der Linzer aber wollen sich die Altacher zunutze machen und speerspitzenförmig Nadelstiche setzen. Denn Schmidt („Ich schaue schon auf die Tabelle“) und seine Männer sind sich der Wichtigkeit der Partie durchaus bewusst. Ansonsten würde wohl nicht von einer Art „Schlüsselspiel“, von einem „Sechspunkter“ die Rede sein.

Dass mit Lars (17) und Daniel Nussbaumer sowie Johannes Tartarotti (beide 18) drei ganz junge Spieler dabei sind, ist natürlich den vielen Ausfällen geschuldet. Andererseits zeigt es den Altacher Weg, heimische Talente an die Mannschaft heranzuführen. VN-cha

„Natürlich wäre es mir lieber, wir würden dem LASK auf Augenhöhe gegenübertreten.“

Altachs Jungbrunnen rückt in den Mittelpunkt, auch wenn Valentino Müller (Zweiter von links) fehlt. Dafür sind Johannes Tartarotti und Daniel Nussbaumer (v. l.) dabei, rechts Schreiner.gepa
Altachs Jungbrunnen rückt in den Mittelpunkt, auch wenn Valentino Müller (Zweiter von links) fehlt. Dafür sind Johannes Tartarotti und Daniel Nussbaumer (v. l.) dabei, rechts Schreiner.gepa