Ein Bier spült den 500er weg

Sport / 18.02.2018 • 19:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Tirolerin Vanessa Herzog verpasste die Medaille knapp.AFP
Die Tirolerin Vanessa Herzog verpasste die Medaille knapp.AFP

Eisschnellläuferin Vanessa Herzog sprintete auf den vierten Platz.

Eisschnelllauf „Irgendeine muss ja Vierte werden“, meinte Vanessa Herzog lapidar, als sie nach dem 500-m-Rennen von der Handvoll österreichischer Journalisten empfangen wurde. Da waren Siegerin Nao Kodaira (JPN), die mit olympischem Rekord (36,94 Sek.) gewonnen hatte, und die frenetisch bejubelte Lokalmatadorin Lee Sang Hwa (2./+0,39 Sek.) noch nicht einmal bei der ersten Fernseh-Station vorbei. In vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Peking könnte das auch für die Tirolerin gelten, der mit Abstand Jüngsten unter den Schnellen.

Der Abend entsprach den Erwartungen der zuletzt Fünftplatzierten über 1000 Meter, Herzog dachte lediglich kurz über das mögliche Bronze nach: „Schade, dass es so knapp war, aber meine 37,51 Sekunden waren eine Traumzeit.“ Nachsatz: „Aber wenn mir vorher wer sagt hätte, dass ich bei den Olympischen Spielen Vierte und Fünfte werde, hätte ich das sofort unterschrieben.“ 17 Hundertstel hatten ihr im Ganeung Oval am Ende auf die Tschechin Karolina Erbanova gefehlt. Am Sieg von Kodaira vor 8000 begeisterten Zuschauern sei laut Herzog nicht zu rütteln gewesen, der sei „sehr verdient“ gewesen. Noch nie hatte die Japanerin heuer verloren – für die Tirolerin mehr Ansporn als Hürde: „Ich bin eigentlich froh, dass mir nicht alles in den Schoß fällt.“ Sie wolle hart weitertrainieren, vorerst aber noch beim Massenstartrennen (Freitag/6400 Meter) ihr Glück versuchen. Über die für sie ungewohnte Distanz muss sie in Halbfinale und möglichem Finale ihre Ausdauerqualitäten demonstrieren, der knappe zeitliche Rahmen zwingt zu schneller Regeneration. Mit einem Eisbad in der einstündigen Pause soll das Maximum herausgeholt werden.

„Das Bier habe ich mir jetzt verdient“, freute sich Vanessa Herzog, bevor sie in der Umkleide verschwand. F. Madl

„Ich bin eigentlich froh, dass mir nicht alles in den Schoß fällt.“