Wachsende Wut in deutschen Stadien

Sport / 18.02.2018 • 21:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sind die Tage das HSV gezählt? Mit der Bundesliga-Uhr im Rücken äußerte die Hamburger Fankurve ihren Unmut.afp
Sind die Tage das HSV gezählt? Mit der Bundesliga-Uhr im Rücken äußerte die Hamburger Fankurve ihren Unmut.afp

Eklat und neuer Präsident in Hamburg, Proteste in Wolfsburg.

Schwarzach Eklat in Hamburg, Protest in Wolfsburg, Empörung in Köln – auf manchen Bundesligatribünen brodelt die Stimmung. Der Ärger über das schlechte Abschneiden ihrer Teams oder über Entscheidungen des Video-Schiedsrichters sorgt für Schlagzeilen. Weiterer Ärger droht beim ersten Montagsspiel zwischen Frankfurt und Leipzig. Vor allem ein übles Spruchband frustrierter HSV-Anhänger beim 1:2 gegen Leverkusen empörte: „Da wurde eine Grenze überschritten. Das können wir nicht tolerieren“, klagte Sportchef Jens Todt, „uns fehlt jedes Verständnis, wenn Gewalt angedroht wird.“

„Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt“, war auf einem Banner vor der Nordtribüne des Hamburger Volksparkstadions zu lesen. Damit spielten HSV-Ultras schon vor dem Anpfiff auf den kultigen Zeitmesser im Stadion an, der sekundengenau die Zeit des einzigen nie abgestiegenen Gründungsmitglieds in der Bundesliga zählt. Nach der 200. Heimniederlage des Liga-Dinos gab es gar Handgreiflichkeiten. Nur das konsequente Eingreifen der Sicherheitskräfte verhinderte einen Platzsturm aufgebrachter Zuschauer.

Lautsprecher statt Leisetreter, Comeback statt Kontinuität: Bernd Hoffmann (55) ist neuer Präsident des taumelnden Hamburger SV. Der Diplom-Kaufmann setzte sich bei der Mitgliederversammlung gegen den Amtsinhaber Jens Meier äußerst knapp durch und kehrt damit in die Klubspitze der Norddeutschen zurück. „Ein ‚Weiter so‘ kann es nicht geben. Wir brauchen dringend eine Trendumkehr“, sagte Hoffmann nach seiner Wahl.

Die Angst vor dem Sturz in die 2. Bundesliga veranlasste auch Wolfsburger Fans zu Protesten. 19 Minuten und 45 Sekunden mussten die Profis des 1945 gegründeten VfL beim 1:2 gegen den FC Bayern auf die Anfeuerung ihrer treuesten Anhänger verzichten. „Anspruchsvolle Fans suchen motivierte Mannschaft“, stand auf einem Plakat. „Ohne Arbeit, ohne Fußball, ohne Leidenschaft = ohne uns“ auf einem anderen.