„Bin zum Arbeiten hier“

19.02.2018 • 20:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Österreichs neuer Sportminister Heinz-Christian Strache ist mit seiner Frau Philippa in Südkorea auf Olympia-Mission.Apa
Österreichs neuer Sportminister Heinz-Christian Strache ist mit seiner Frau Philippa in Südkorea auf Olympia-Mission.Apa

Sportminister Heinz-Christian Strache ist auf Kontaktpflege bei den Winterspielen in Pyeongchang.

Pyeongchang Natürlich ist er auch bei den Sportlern vor Ort, war auch beim großen Triumph von Marcel Hirscher im Herren-Riesentorlauf im Alpine Center von Yongpyong zugegen. „Aber“, so sagt Österreichs neuer Sportminister Heinz-Christian Strache, „ich bin hauptsächlich zum Arbeiten hier.“

Die Journalisten der Bundesländerzeitungen luden Strache zu einer Gesprächsrunde ein. Dabei erzählte der Vizekanzler, was er im Bereich Sport für die kommenden Jahre vorhat. „Hier in Pyeongchang treffe ich mich mit verschiedenen Persönlichkeiten, unter anderem mit den Sportministern aus Estland und aus Bulgarien. Estland hat ja unlängst den Vorsitz im EU-Rat gehabt. Da geht es um eine Vorbereitung für unseren EU-Ratsvorsitz.“ Mit dem bulgarischen Kollegen würde das Thema Doping behandelt.

Forschungszentrum

Strache arbeitet an einer Sportstrategie Austria, bei der es zum Beispiel um Sportinfrastrukturprojekte geht. „Da liegt ja bei uns einiges im Argen. Jetzt gilt es, eine Prioritätenliste aufzustellen.“

Neue Wege

Auch ein Forschungs- und Technologiezentrum ist geplant, das vor allem dem Wintersport zugutekommen soll. Ebenso will Strache neue Wege der Zusammenarbeit mit Verbänden, Tourismus und Gesundheitsministerium finden. Fördermittel möchte er künftig an mehr Leistungsorientierung knüpfen. „Die Sportstrategie Austria soll bis zum Sommer konzipiert sein, danach evaluiert werden und 2019 in Umsetzung gehen.“ Auf das Thema erfolglose Olympiabewerbung in Tirol angesprochen hat der neue Sportminister eine klare Meinung: „In Innsbruck haben die Initiatoren die Vorteile der Bewerbung nicht gescheit aufgearbeitet. Hätten sie das getan, wäre das Ergebnis der Volksabstimmung anders ausgefallen“, ist Strache überzeugt.

Lobbyist für Sport

Der Vizekanzler sieht sich als oberster Lobbyist für den österreichischen Sport, möchte die Parteipolitik aus diesem Bereich heraushalten. Auf die Dachverbände angesprochen, die durchaus noch politisch ausgerichtet sind, meint Strache: „Es kann doch nicht sein, dass ein Sportler nicht auf einer Anlage trainieren darf, nur weil er nicht Mitglied eines bestimmten Verbandes ist. Ich möchte alle Vernunftbegabten im Sinne des Sports an einem Tisch haben.“

Die österreichischen Erfolge in Pyeongchang betrachtet der FPÖ-Minister als Verpflichtung, nicht die Hände in den Schoß zu legen und weiterzuarbeiten. „Denn wenn wir das nicht tun, könnten wir in vier Jahren womöglich dasitzen und uns beklagen, dass wir plötzlich hinten sind.

Politisch will Strache jene steuerlich begünstigen, die in den Sport investieren. Für talentierte Sportler möchte er sich für noch mehr Planstellen bei Polizei und Bundesheer einsetzen, damit diese ideale Trainingsbedingungen haben. VN-HK

„Ich möchte alle Vernunftbegabten im Sinne des Sports an einem Tisch haben.“