Landjäger

20.02.2018 • 20:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Immer wieder fragen mich Freunde und Bekannte aus der Heimat: Wie hast du’s mit dem Essen in Korea? Schmeckt’s? Ja, es schmeckt, sage ich. Aber nicht das Koreanische. Sondern das, was wir Journalisten im Österreich-Haus vom Team rund um Ernst Seidl serviert bekommen. Von Wiener Schnitzel über verschiedenste Braten mit köstlichen Beilagen sowie herrlichen Salaten reicht die Palette an Mahlzeiten, die uns da aufgetischt werden.

Die koreanische Küche? Nun gut. Ich muss zugeben, dass mir bis jetzt die bedingungslose Bereitschaft gefehlt hat, mich auf nationale koreanische Gerichte einzulassen. Und ehrlich: Ich hatte bisher auch keine Zeit, in aller Ruhe ein koreanisches Lokal aufzusuchen. Jene, die vermuten, ich esse sehr viel Reis, muss ich auch enttäuschen. Ich esse kaum Reis. Obwohl er in der großen Main Dining Hall im Journalistendorf von Gangneung schon zum Frühstück angeboten wird. Apropos Frühstück: Dieses ist üppig und vielseitig: koreanisch, kontinental, amerikanisch. Zu gewissen Stoßzeiten bilden sich an den Ausgabeplätzen lange Schlangen.

Weniger erbaulich sind die vom offiziellen Olympia-Caterer angebotenen Speisen an den Wettkampfstätten, wo man sich oft viele Stunden lang aufhält. Ich aß dort einmal einen Hot Dog. Dessen miesen Geschmack wurde ich fast einen ganzen Tag lang nicht los. Beim Essen halte ich es prinzipiell ein bisschen wie mein Vater: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.

Mein Vater nahm wohlweislich auf seine wenigen Reisen Landjäger mit. Seine Reaktion auf unvertraute lokale Küche.

Manchmal wünschte ich mir, ich hätte auch ein paar im Rucksack.

VN-Redakteur Klaus Hämmerle berichtet aus Pyeongchang.