Starke Frau, klare Ziele

21.02.2018 • 21:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Verena Müller mit der Trophäe für die Auszeichnung Fußballerin des Jahres.VN-Lerch
Verena Müller mit der Trophäe für die Auszeichnung Fußballerin des Jahres.VN-Lerch

Vorderlands Kapitänsfrau Verena Müller ist auf und abseits des Platzes ein Vorbild.

Schwarzach Wie vor zwei Jahren wurde Verena Müller im Rahmen der VN-„Nacht des Fußballs“ im Casino in Bregenz als Vorarlbergs Fußballerin des Jahres 2017 ausgezeichnet. Gerechnet hat die 22-Jährige damit nicht, weshalb sie umso erfreuter war, als ihr Name aufgerufen wurde. Denn die Kapitänsfrau des Bundesligaklubs FFC fairvesta Vorderland kennt nicht nur die Sonnenseiten des Lebens. Nachdem sie bereits öfters milde Phasen einer Autoimmunerkrankung durchlief, tritt diese nun seit etwa eineinhalb Jahren in starker Form auf. Anfangs äußerte sich dies durch kreisrunden Haarausfall bis hin zum völligen Haarverlust. Zu kämpfen hatte die Mittelfeldspielerin aber nicht nur mit der Krankheit, sondern vor allem auch mit schrägen Blicken oder auch neugierigen Fragen, die vor allem ihren persönlichen Umgang mit der Erkrankung betreffen. „Ich kann es leider nicht ändern und wenn ich direkt gefragt werde, gebe ich Antwort!“ Inzwischen geht Müller sehr offen mit der Situation um und zeigt somit wahre Stärke, auf und abseits des Fußballfeldes.

Eine echte Allrounderin

Auf dem Feld konnte die Vorderländerin bereits auf vielen verschiedenen Positionen überzeugen. Die letzten zwei Jahre, die sie als schöne Erfahrung beschreibt, durfte sich Verena sehr erfolgreich im Sturm unter Beweis stellen. Persönlich fühlt sie sich im Mittelfeld jedoch wesentlich wohler. „Da kann ich mich am besten einbringen.“

Im Sommer nun wartet auf Verena Müller das Staatsexamen, um nach drei Jahren Ausbildung, das Physiotherapie-Studium an der Uni Friedrichshafen abzuschließen. Doch bis zu dieser großen Abschlussprüfung darf sie durch verschiedene Praktika erstmal selber Hand anlegen. Derzeit ist die Fußballerin im LKH Rankweil tätig, doch schon bald ist sie ausbildungstechnisch wieder in Deutschland, in der Nähe von Meckenbeuren, im Einsatz. Bezüglich der Zeit nach dem Studium, hat sie noch keine klaren Vorstellungen. „Wenn möglich würde ich gerne Job und Fußball unter einen Hut bringen.“ Deshalb ist für sie das Nationalteam auch kein Thema. „Da haben wir genug Junge bei uns in der Mannschaft, die auch in den Nachwuchs-Nationalteams engagiert sind.“ Zudem werde die Schlussphase des Studiums bei ihr wohl dazu führen, dass sie bei dem einen oder anderen Training etwas kürzer treten wird müssen. Danach aber soll die volle Konzentration wieder auf den Sport gelegt werden.

Für Überraschungen sorgen

Auch mit der Mannschaft sind ihre Ziele klar definiert. Nachdem es im Herbst nicht für den Aufstieg ins Viertelfinale des ÖFB-Ladies-Cup gereicht hat, kann Fokus und Energie umso mehr auf den Klassenerhalt und eventuelle Überraschungen, was den Tabellenplatz in der Frauen-Bundesliga betrifft, gelegt werden. „Natürlich ist das Aus im Cup sehr unglücklich, jedoch hilft uns das vielleicht, ein bis zwei Plätze in der Liga gutzumachen.“ Denn sie will ihre bereits fünfte Saison als Teamkapitänin, ihre erste mit dem Klub in der Bundesliga, zu einem krönenden Abschluss bringen.

„Ich kann es eh nicht ändern und wenn ich direkt gefragt werde, gebe ich Antwort.“

Zur Person

Verena Müller

Schulkollegen hatten sie einst zum Fußballspielen überredet.

Geboren 25. Oktober 1995 in Feldkirch

Elternhaus Vater Wilfried, Mutter Marion, ein Bruder

Ausbildung AHS-Matura, Physiotherapie-Ausbildung in Friedrichshafen, derzeit Praktikum im LKH Rankweil

Laufbahn FFC fairvesta Vorderland