Im Zeichen des Friedens

Sport / 25.02.2018 • 19:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Als „Friedensspiele“ werden die Olympischen Winterspiele, die am Sonntag ihre Schlussfeier erlebten, in die Olympia-Geschichtsbücher einziehen.AFP
Als „Friedensspiele“ werden die Olympischen Winterspiele, die am Sonntag ihre Schlussfeier erlebten, in die Olympia-Geschichtsbücher einziehen.AFP

Winterspiele in Südkorea sind beendet – 2022 wartet China mit Gigantismus auf.

Pyeongchang Um 21.40 Ortszeit (13.40 MESZ) hat IOC-Präsident Thomas Bach am Sonntag die XXIII. Winterspiele in Pyeongchang offiziell beendet, 13 Minuten später erlosch die olympische Flamme. „Danke für eure Sportlichkeit, danke für euer Fair Play, ihr habt gezeigt, dass Sport Brücken bauen kann“, rief Bach den Athleten zu. Gleichzeitig lud er die „Jugend der Welt“ zu den XXIV. Winterspielen 2022 nach Peking ein.

14 Medaillen für Österreich

Rodlerin Madeleine Egle, Bronzemedaillengewinnerin mit der Team-Staffel, führte die österreichische Delegation, die in Südkorea 14 Medaillen erobert hatte, bei der Schlussfeier an. Die 19-Jährige war als Einzige von den Medaillengewinnern aus dem ÖOC-Team noch in Südkorea. Es marschierten 30 Sportler mit sowie 35 Betreuer, Vorarlbergs Sportler waren bereits zuvor in die Heimat gereist.

Eine historische Dimension

Bach betonte die historische Dimension der „Friedensspiele“. „In den vergangenen 17 Tagen haben wir die traditionsreichen Olympischen Spiele erlebt, die den Weg in die Zukunft weisen“, sagte der Deutsche. Mit Blick auf die vorsichtige Annäherung von Nord- und Südkorea während der Winterspiele meinte Bach: „Eine wahre Hommage an die Vergangenheit war der Respekt vor dem olympischen Frieden, genau wie vor dreitausend Jahren im antiken Olympia.“ Wie bei der Eröffnungsfeier marschierten die koreanischen Athleten unter gemeinsamer Flagge ein.

Die Schluss-Show war ein bunter Strauß aus Musik, Tanz, Lichtshow und Feuerwerk. Nach der Medaillenvergabe zeigten Tänzer unter dem Titel „Achse einer neuen Zeit“ eine moderne Choreografie, die mit Medienkunst vermischt war. Die Choreographie sollte den freien Willen des Menschen und die Geburt einer neuen Zeit symbolisieren. Es folgte eine K-Pop-Einlage mit der Rapperin CL, die am Ende des Stücks in einem versenkbaren Teil der Arena verschwand. Danach kamen die griechische Nationalhymne und die olympische Hymne.

Am 9. März werden in Pyeongchang wieder die Tore zu den Paralympics geöffnet. In den Jahren danach wird sich herausstellen, ob das elf Milliarden Euro teure Projekt tatsächlich der Region zu einem Boom verhelfen wird. Zweifel bleiben.

China klotzt 2022

„Annyeong Pyeongchang – Ni Hao, Peking!“, hieß es schließlich. Mit einer achtminütigen Einlage, umrahmt von Showelementen des chinesischen Filmemachers Zhang Yimou, präsentierte sich Chinas Hauptstadt. Peking wird 2022 (4. bis 20. Februar) Gastgeber sein und damit nach den Sommerspielen erstmals auch Winterspiele austragen. Und es wird sehr teuer – genau das, was das IOC eigentlich nicht mehr will. Allein der Hochgeschwindigkeitszug, der Peking mit der Wintersportregion verbindet, soll zehn Milliarden Euro kosten.