„Aus Fehlern der Vergangenheit haben wir gelernt“

21.03.2018 • 19:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für Leo Windtner steht ein Nationalstadion außer Frage.gepa
Für Leo Windtner steht ein Nationalstadion außer Frage.gepa

Leo Windtner sieht sich als ÖFB-Präsident gestärkt.

Wien Er ist voller Lob für die Arbeitsweise von Neo-Teamchef Franco Foda und ortet einen neuen Spirit im Nationalteam. Auch intern ist Ruhe eingekehrt, sodass ÖFB-Präsident Leo Windtner sich verstärkt um das große Ziel Nationalstadion kümmern kann.

Wie sieht es rund um den Neubau des Ernst-Happel-Stadions aus?

Windtner Es steht außer Diskussion, dass eine erneute Renovierung des Ernst-Happel-Stadions überhaupt keinen Sinn macht. Hier muss etwas Neues kommen. Alternative Standorte sind denkbar, haben aber derzeit keine Priorität.

Mit Heinz Christian Strache als Sportminister und Michael Ludwig als Bürgermeister gibt es zwei neue, entscheidende politische Ansprechpartner. Wie sieht die Gesprächsbasis aus?

Es ist klar erkennbar, dass Sportminister Strache volle Ambitionen hat, etwas weiterzubringen. Wichtig ist für mich, dass wir auch mit der Stadt Wien einen politischen Schulterschluss schaffen.

Wie sieht es mit der Finanzierung aus?

Windtner Zuerst brauchen wir ein Projekt, dann kennen wir die Investition und brauchen die entsprechende Finanzierung. Diese ist zwar immer eine Hürde. Aber ich glaube, dass im Falle eines Neubaus potente Sponsoren zur Verfügung stehen würden. Und die österreichische Volkswirtschaft müsste ein solches Stadion stemmen können. In Ungarn und Serbien ist dies derzeit ja auch möglich.

Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit des neuen ÖFB-Teamchefs Franco Foda?

Windtner Ich kann aufgrund der ersten fünf Monate attestieren, dass Franco Foda und sein Team sehr konsequent und umsichtig arbeiten. Er versucht, das Gesamtspektrum der Teamkandidaten objektiv im Blickfeld zu haben. Vor allem merke ich eines: Der Kontakt zu den Teamspielern ist in der Zwischenzeit bereits sehr, sehr gut geworden. Man spürt, dass die Freude, beim Nationalteam dabeizusein, bei allen Spielern groß ist.

Auch wirtschaftlich hat sich einiges getan?

Windtner Hier kann ich wirklich sagen, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Es kommt nicht von ungefähr, dass mit Billa gerade ein „Big-Player“ beim ÖFB eingestiegen ist. Im Sponsoring generell, aber auch im Merchandising, haben unsere hervorragenden Mitarbeiter mit Geschäftsführer Bernhard Neuhold an der Spitze, den ÖFB erfolgreich auf eine neue Ebene gestellt.

Das Jahr 2017 war auf Landespräsidentenebene von Streit und ungeschicktem Verhalten geprägt. Können Sie das für 2018 ausschließen?

Windtner Ich glaube, dass wir alle aus den Fehlern gelernt haben. Es hat klare Signale gegeben, dass wir nur mit einer Stimme sprechen können: Das hat sich in der bisherigen Arbeit, speziell nach der Bestellung von Franco Foda zum Teamchef, klar bestätigt. Ich bin mir auch sicher, dass das auch weiterhin so sein wird. VN-HABA