Altach in Sachen Lizenz weiter top

01.05.2018 • 19:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Cashpoint-Arena (Bild aus dem Sommer 2017) wird schon bald für die Europa-League-Qualirunden tauglich sein.???
Die Cashpoint-Arena (Bild aus dem Sommer 2017) wird schon bald für die Europa-League-Qualirunden tauglich sein.???

Keine Probleme für Vorarlbergs Bundesligisten, für Austria Lustenau bleiben Auflagen bestehen.

Schwarzach Es ist schon fast normal und dennoch bewundernswert. Seit über einem Jahrzehnt schafft der Cashpoint SCR Altach die Lizenzhürde der Bundesliga stets im ersten Anlauf. „Keine Auflagen“, durfte Finanzchef Christoph Begle, der seit 2009 fix angestellt ist und schon zuvor mit Bruno Simma für die Budgetzahlen verantwortlich zeichnete, auch in diesem Jahr verkünden. Bis auf die Infrastrukturauflagen (Rasenheizung, Flutlicht) vor dem Wiederaufstieg – waren damals auch schon in Planung – gab es für die Altacher in Bezug auf das Lizenzierungsverfahren nie ein Problem. Altachs Weg bleibt in der Liga also weiter ein Vorzeigeprojekt. Für 2018/19 wird mit einem Sieben-Millionen-Budget kalkuliert.

Lizenz für Austria Lustenau

Ebenfalls in erster Instanz hat die Lustenauer Austria die Lizenz erhalten, allerdings blieb die bestehende Finanzauflage, ein quartalsmäßiger Reorganisationsbericht, aufrecht. Sportmanager Aydin Akdeniz nahm die Nachricht mit Freude entgegen: „Wir wollen den positiven Weg der letzten Zeit weitergehen, um kommende Saison sportlich voll angreifen zu können.“ Für einen möglichen Aufstieg in die Bundesliga haben die Lustenauer die Cashpoint Arena als Heimspielstätte angegeben. Damit zeigt es sich einmal mehr, dass sich die Investitionen in Altach bezahlt machen. Auch bei einem in der nächsten Saison ins Auge gefassten sportlichen BL-Aufstieg müsste Lustenau für die Lizenz ins Stadion nach Altach ausweichen.

Hartberg gibt nicht auf

Der TSV Hartberg steht zumindest vorerst ohne Lizenz für die höchste österreichische Fußballklasse da. Der Senat 5 verweigerte den Steirern die Spielgenehmigung für die Saison 2018/19 im Oberhaus, das auf zwölf Vereine aufgestockt wird. Hartberg, fünf Runden vor Schluss als Zweiter der Erste Liga auf einem Aufstiegsplatz, kündigte bereits an, gegen das Urteil vorzugehen. Das unterstrich auch TSV-Präsidentin Brigitte Annerl: „Wir werden die Bedenken des Senats 5 genau analysieren und beim Protestkomitee in zweiter Instanz ausräumen.“ Die Lizenzverweigerung fiel deutlich aus. Den Steirern wurde aus rechtlichen, infrastrukturellen und finanziellen Gründen das Oberhaus-„Pickerl“ verwehrt.

Der Stadionumbau in Hartberg konnte nicht ausreichend nachgewiesen werden. Der Verfügbarkeitsnachweis für das geplante Ausweichstadion Merkur Arena in Graz wurde zudem nicht ausreichend erachtet.“ Sollten die Hartberger die Spielgenehmigung auch in den nächsten beiden Instanzen nicht erhalten und die Erste-Liga-Saison unter den Top-3 abschließen, würde die Relegation entfallen und der Oberhaus-Letzte – wohl St. Pölten – fix oben bleiben. Nur das Top-Duo, eventuell bereinigt durch Hartberg und Salzburg-Partnerclub Liefering, wäre in der Top-Liga.

„Ich kann mich nicht erinnern, wirklich einmal ein Problem gehabt zu haben.“

Lizenzierungsverfahren 2017/18

Entscheidungen des Senats 5 (erste Instanz) zu den Lizenzen für die Saison 2018/19 der Bundesliga bzw. der neuen 2. Liga

Bundesliga

Lizenz erteilt FC RB Salzburg, SK Sturm Graz, SK Rapid Wien, FK Austria Wien, LASK Linz, Cashpoint SCR Altach, FC Admira Wacker Mödling (bestehende Finanz-Auflagen: quartalsmäßiger Reorganisationsprüferbericht, monatliche Liquiditätsberichterstattung), SV Mattersburg, Wolfsberger AC, SKN St. Pölten

Erste Liga

Lizenz erteilt (im Fall des Bundesliga-Aufstiegs) SV Ried (bestehende Finanz-Auflage: quartalsmäßiger Reorganisationsprüferbericht), SC Austria Lustenau (bestehende Finanz-Auflage: quartalsmäßiger Reorganisationsprüferbericht), FC Wacker Innsbruck (bestehende Finanz-Auflage: quartalsmäßiger Reorganisationsprüferbericht), SC Wr. Neustadt (bestehende Finanz-Auflage: quartalsmäßiger Reorganisationsprüferbericht)

Lizenz verweigert TSV Hartberg (rechtlich, infrastrukturell, finanziell)

Zulassung erteilt (für 2. Liga) FC Liefering, WSG Wattens, FC BW Linz, Floridsdorfer AC (Auflage: Überarbeitung Zukunftsinformationen), TSV Hartberg

Zulassung verweigert Kapfenberger SV 1919 (finanziell)

Regionalligen

Zulassung erteilt (für 2. Liga, mögliche Auflagen nach Feststehen des Aufstiegs) SKU Amstetten, SV Horn, FC Karabakh Wien, SK Rapid II, Austria Wien Amateure (alle RL Ost), SV Lafnitz, FC Juniors OÖ, Vorwärts Steyr, Austria Klagenfurt, Sturm Graz Amateure (alle RL Mitte), Wacker Innsbruck II (RL West)

Zulassung verweigert SV Allerheiligen (RL Mitte, infrastrukturell)

Protestfrist bis 11. Mai, Entscheidung Protestkomitee (2. Instanz) bis 16. Mai. Innerhalb von sieben Tagen (nach Zustellung Protestkomitee-Bescheid) mögliche Einreichung der Klage beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht.

Entscheidung Ständiges Neutrales Schiedsgericht bzw. Meldung an UEFA bis 31. Mai