Weltelite sagt Ja zum Hypomeeting

02.05.2018 • 18:36 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Österreichs Paradezehnkämpfer Dominik Distelberger muss verletzungsbedingt seine Startzusage für Götzis zurückziehen.gepa
Österreichs Paradezehnkämpfer Dominik Distelberger muss verletzungsbedingt seine Startzusage für Götzis zurückziehen.gepa

2017-Triumphatoren führen Starterfelder bei Champions League der Mehrkämpfer in Götzis an.

Götzis Die Erinnerungen an die 43. Auflage des Hypomeetings in Götzis sind omnipräsent und die Vorfreude auf die 44. Auflage des ohne Zweifel weltbesten Mehrkampfmeetings am 26./27. Mai riesengroß. 25 Tage vor Beginn des ersten Bewerbes beim Traditionsevent im Götzner Möslestadion gab Walter Weber, verantwortlicher Mann für die Verpflichtung der Athleten, einen ersten Einblick in das gewohnt hochkarätige Starterfeld.

30 Siebenkämpferinnen und 36 Zehnkämpfer umfasst die vorläufige Nennliste. „Ich denke, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und es werden wieder zwei Wettkampftage mit Leistungen auf allerhöchstem Niveau zu sehen sein“, betont Weber stolz. „Obwohl in Götzis bekanntlich keine Startgeld bezahlt wird, ist praktisch alles, was Rang und Namen in der Mehrkampfszene hat, dabei.“

Top 3 des WM-Siebenkampfes

Angeführt wird die Nennliste im Siebenkampf von 2016-Olympiasiegerin Nafissatou Thiam. Die 23-jährige Belgierin markierte bei ihrem Sieg im Vorjahr mit 7013 Punkten einen Meetingrekord und verfehlte die Europabestmarke der fünfmalige Götzis-Siegerin Carolina Klüft aus Schweden lediglich um 19 Zähler. Erste Herausforderinnen der 2017-Weltmeisterin Thiam sind die Deutsche Carolin Schäfer (Bestleistung 6836) und Anouk Vetter (pBL. 6636). Dieses Trio belegte bei der WM 2017 in London die Top-3-Ränge, Thiam und Schäfer führten 2017 zudem die Reihung in Götzis an. Dagegen werden die Lettin Laura Ikauniece-Admidijna (2017 Dritte in Götzis) und die Britin Katarina Johnson-Thompson, Hallen-Weltmeisterin 2018 in Fünfkampf und 2014 Siegerin in Götzis, diesmal fehlen. Ebenfalls nicht dabei ist Ivona Dadic – die Vizeweltmeisterin gab bereits vor wenigen Wochen bekannt, dass sie auf das Hypomeeting verzichtet und dem Meeting in Ratingen (16./17. Juni) den Vorzug gibt. „Natürlich sind wir nicht erfreut darüber, aber wir können niemanden zu seinem Glück zwingen“, so Weber. Nach dem Dadic-Verzicht ruhen die Hoffnungen auf eine ÖLV-Spitzenplatzierung auf den Schultern von Sarah Lagger (pBl. 6083) und Verena Preiner (6232). Weber: „Sarah ist regierende Juniorenweltmeisterin und Verena Zweite der U-23-EM und Siegerin bei der Universiade. Wir ärgern uns nicht über den Verzicht von Dadic, sondern freuen uns umso mehr, dass Sarah und Verena die Chance nutzen, sich beim Hypomeeting zu präsentieren.“

Dagegen wird Österreich bedingt durch die Absage von Dominik Distelberger diesmal im Zehnkampf nicht vertreten sein. Österreichs Paradeathlet musste seine Startzusage aufgrund von Archillessehnenproblemen, aufgetreten beim Trainingslager in Monte Carlo, zurückziehen.

Abgesehen vom Olympia-Zweiten in Rio und 2017-Weltmeister Kevin Mayer aus Frankreich sind mit dem Deutschen Rico Freimuth (pBl. 8663) und Kai Kazmirek (8580) der Zweite und Dritte der letzten WM dabei. Angeführt wird das Starterfeld vom kanadischen Publikumsliebling Damian Warner (8695), der nach Erfolgen 2013, 2016 und 2017 seinen vierten Götzis-Triumph anpeilt. Daneben darf man aber auch auf die Auftritte des Deutschen Junioren-Weltmeister Niklas Kaul (8435) oder des Esten Maicel Uibo gespannt sein, der Anfang April in Athens (USA) mit 8407 Punkten eine persönliche Bestleistung erzielte und die 2018-Weltrangliste anführt.

Hypobank verlängert bis 2021

Während sich Weber bei der Verpflichtung der Athleten über eine weltweite Wertschätzung des Hypomeetings freut, durfte sich OK-Chef Christoph Kathan auch über eine Erfolgsmeldung freuen. Michel Haller, Vorstandsvorsitzender der Hypo Vorarlberg, gab bekannt, dass die seit 1985 andauernde Hauptsponsortätigkeit der bedeutendsten und hochkarätigsten Leichtathletik-Veranstaltung in Österreich bis 2021 verlängert wurde. „Ohne die wohlwollende Zuwendung der Landesbank und weitere Sponsoren wäre es fast nicht mehr möglich, das Gesamtbudget von 595.000 Euro zu stemmen. Wir bieten Sport auf Champions-League-Niveau ohne kommerziellen Hintergrund und deshalb sind wir für diese nicht selbstverständliche Wertschätzung besonders dankbar“, betont Kathan.

„Götzis ist kein Meeting um zu testen. Die Athleten kommen her, um etwas zu leisten.“