„Wir sind sieben Mal Außenseiter“

02.05.2018 • 18:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Österreichs Teamchef Roger Bader hält vor der WM den Puck flach.

Schwarzach Der Auftrag hat einen Namen: Klassenerhalt. Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft soll bei der A-WM in Kopenhagen ab Samstag als erster Aufsteiger seit zehn Jahren wieder erstklassig bleiben. Für Trainer Roger Bader ist der Klassenerhalt aber keinesfalls ein Selbstläufer. „Klar, es muss das Ziel sein, sich in der A-Gruppe zu halten. Aber wir sind sieben Mal Außenseiter und müssen auch spielen, wie ein Außenseiter spielt.“ Die Schweiz zeichne eisläuferisches Potenzial und Technik aus, Russland sei läuferisch und technisch eine der besten Mannschaften der Welt, die Slowakei seit Jahrzehnten eine Top-nation, Schweden der Weltmeister mit einem perfekten Package, weiß er um die großen Qualitäten der Gruppengegner. Weißrussland spiele die russische Eishockeyschule, Tschechien habe erst gerade bei den Olympischen Spielen aufgezeigt. Österreichs WM-Duell mit Frankreich würde vielfach als das Entscheidungsspiel angesehen: „Man hört oft, dass wir die Franzosen schlagen müssen, vergisst dabei aber, dass sie 2017 zehn Punkte geholt haben. Sie sind seit zehn Jahren in der A-Gruppe, das ist kein Zufall.“ Und für den 53-jährigen Schweizer ist klar: „Auch wenn wir oben bleiben sollten, heißt das nicht, dass wir schon eine A-Nation sind. Das ist man erst, wenn man es drei Mal geschafft hat, die Klasse zu halten. Und davon sind wir weit entfernt.“

Zum Auftakt wartet auf den Winterthurer und seine Truppe am Samstag mit der Schweiz sein Heimatland. „Klar ist das für mich persönlich ein besonderes Spiel. Aber ich messe allen anderen Spielen gleich große Bedeutung bei.“ Mit sieben aktuellen Schweizer Nationalteamspielern hat er schon zusammengearbeitet. Auch 2015 startete Österreich gegen die Schweiz in seine letzte A-WM, am Ende setzte sich Rot-Weiß-Rot nach Penaltyschießen mit 4:3 durch.

Chance für die Jungen

Bader hat in dieser Saison einschließlich den bis Sonntag nachreisenden Michael Raffl 55 Spieler für die Auswahl aufgeboten und in neun Freundschaftsspielen getestet. So viele, wie noch kein Teamchef vor ihm. „Es war ein rollendes Verfahren“, erklärt er. „In den fünf Vorbereitungscamps haben sich nicht nur Spieler für die aktuelle WM qualifiziert, sondern auch einige neue empfohlen.“ Wie etwa der junge Lukas Kainz, der es ins WM-Aufgebot geschafft hat. „Wir wissen noch nicht, ob er zum Einsatz kommen wird. Aber allein, dass er es so weit geschafft hat, verdient Anerkennung. Auch Dennis Sticha hat sich sehr gut präsentiert, wäre möglicherweise bei der letzten Vorbereitung in St. Petersburg dabei gewesen, leider hat er sich verletzt“, lobt Bader auch den jungen Feldkircher.

„Die Franzosen schlagen? Die sind seit zehn Jahren in der A-Gruppe, das ist kein Zufall.“

Eishockey

Österreichs Kader für die A-WM, Dänemark

Tor

Daniel Kickert (Vienna Capitals/42 Länderspiele)

David Madlener (KAC/35)

Bernhard Starkbaum (EC Red Bull Salzburg/99)

Verteidigung

Mario Altmann (EHC Linz/109)

Dominique Heinrich (Salzburg/57)

Patrick Peter (Vienna Capitals/26)

Markus Schlacher (VSV/59)

Martin Schumnig (KAC/94)

Steven Strong (KAC/22)

Stefan Ulmer (HC Lugano/56)

Clemens Unterweger (Graz 99ers/23)

Layne Viveiros (Salzburg/28)

Sturm:

Alexander Cijan (Salzburg/25)

Manuel Ganahl (KAC/67)

Lukas Haudum (Malmö Redhawks/35)

Fabio Hofer (Linz/35)

Thomas Hundertpfund (KAC/94)

Lukas Kainz (Salzburg/8)

Konstantin Komarek (Karlskrona/48)

Brian Lebler (Linz/60)

Patrick Obrist (Kloten Flyers/18)

Michael Raffl (Philadelphia Flyers/67)

Alexander Rauchenwald (Salzburg/25)

Peter Schneider (Vienna Capitals/6)

Patrick Spannring (Linz/17)

Daniel Woger (Graz/53)

Dominic Zwerger (HC Ambri-Piotta/10)