Start trotz Dopingverdacht

03.05.2018 • 19:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Chris Froome, dem eine Dopingsperre droht, wirft schlechtes Licht auf den Giro d’Italia.

Jerusalem Exotischer Startort, ein Topfavorit unter Dopingverdacht und Lance Armstrong als Zaungast: Der Giro d‘Italia produziert ganz besondere Schlagzeilen. Wegen der schwelenden Salbutamol-Affäre, die für Chris Froome (32) in eine Dopingsperre münden könnte, steht der Seriensieger aus Großbritannien unter erheblichem Druck. Auch wenn er sagt: „Es gibt keinen Grund, warum ich hier nicht fahren sollte.“

Die Feierstimmung beim ersten Auftakt einer Länder-Rundfahrt außerhalb Europas, immerhin ein 27-Millionen-Euro-Spektakel, ist durch die Anwesenheit des viermaligen Tour-Siegers nachhaltig getrübt. Auch wenn das die Organisatoren, die nur für die Startzusage des PR-Magneten Froome 1,4 Millionen Euro gezahlt haben sollen, anders sehen mögen.

Umstrittener Tour-Favorit

Ab heute darf Froome seine Rekordjagd in der Heiligen Stadt beginnen, obwohl die ominöse Affäre um das Asthmamittel Salbutamol weiter ungeklärt ist. Doch die Geschichte könnte sich wiederholen: 2011 gewann Alberto Contador in Italien, obwohl er ein Jahr zuvor des Dopings überführt worden war. Erst 2012 war der Spanier nach einem Justiz-Marathon gesperrt und sein Giro-Sieg aberkannt worden.

Um ein drohendes ähnliches Szenario zu verhindern, hatten Konkurrenten, Teamchefs und der Weltverbandspräsident an das Gewissen Froomes appelliert. Er sollte sich zurückzuziehen, bis sein Fall geklärt ist. Aber der umstrittene Sky-Kapitän, der als dritter Profi nach Eddy Merckx (1972/73) und Bernard Hinault (1982/83) Giro, Tour und Vuelta in Serie gewinnen könnte, beruft sich auf die Statuten der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Sie lassen einen Start zu, bis mögliche Sanktionen wegen der im September 2017 festgestellten Verfehlung verhängt sind. Das Verfahren zieht sich seit fast acht Monaten hin, Klärung nicht in Sicht. „Ich weiß, dass ich nichts verkehrt gemacht habe“, erklärte Froome.

Freiheiten für Konrad

Topresultate auf der WorldTour haben die Position von Radprofi Patrick Konrad gestärkt. Der 26-Jährige nimmt nunmehr den diesjährigen Giro als Co-Kapitän des Teams Bora in Angriff. „Mein Ziel ist ein Platz in den Top Ten der Gesamtwertung“, erklärte der Niederösterreicher. „Das Team hat aufgrund meiner bisherigen Saisonleistungen entschieden, dass ich Freiheiten bekomme. Das freut mich. Ob es für den Giro passt, wird sich herausstellen“, sagte der Giro-16. des Vorjahrs.

„Es gibt wahrlich keinen Grund, warum ich hier nicht fahren sollte.“

Auf den Briten Chris Froome sind beim 101. Giro d‘Italia alle Kameras gerichtet.afp
Auf den Briten Chris Froome sind beim 101. Giro d‘Italia alle Kameras gerichtet.afp

Giro d‘Italia 2018

Etappenplan

1. Etappe, 4. Mai

Jerusalem – Jerusalem (Einzelzeitfahren/9,7 km)

2. Etappe, 5. Mai

Haifa – Tel Aviv (167 km)

3. Etappe, 6. Mai

Be‘er Sheva – Eilat (229 km)

4. Etappe, 8. Mai

Catania – Caltagirone (198 km)

5. Etappe, 9. Mai

Agrigento – Santa Ninfa (153 km)

6. Etappe, 10. Mai

Caltanissetta – Ätna (Bergankunft/164 km)

7. Etappe, 11. Mai

Pizzo – Praia a Mare (159 km)

8. Etappe, 12. Mai

Praia a Mare – Montevergine di Mercogliano (Bergankunft/209 km)

9. Etappe, 13. Mai

Pesco Sannita – Gran Sasso d‘Italia (Bergankunft/225 km)

14.5.: Ruhetag

10. Etappe, 15. Mai

Penne – Gualdo Tadino (239 km)

11. Etappe, 16. Mai

Assisi – Osimo (156 km)

12. Etappe, 17. Mai

Osimo – Imola (214 km)

13. Etappe, 18. Mai

Ferrara – Nervesa della Battaglia (180 km)

14. Etappe, 19. Mai

San Vito al Tagliamento – Monte Zoncolan (Bergankunft/186 km)

15. Etappe, 20. Mai

Tolmezzo – Sappada (176 km)

21.5.: Ruhetag

16. Etappe, 22. Mai

Trento – Rovereto (Einzelzeitfahren/34,2 km)

17. Etappe, 23. Mai

Riva del Garda – Iseo (155 km)

18. Etappe. 24. Mai

Abbiategrasso – Prato Nevoso (Bergankunft/196 km)

19. Etappe. 25. Mai

Venaria Reale – Bardonecchia (Bergankunft/184 km)

20. Etappe, 26. Mai

Susa – Cervinia (Bergankunft/214 km)

21. Etappe, 27. Mai

Rom – Rom (115 km)