Der ungekrönte Europacup-Abend

04.05.2018 • 20:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Salzburg-Trainer Marco Rose im Gespräch mit dem russischen Schiedsrichtertrio rund um Sergej Karasew.gepa
Salzburg-Trainer Marco Rose im Gespräch mit dem russischen Schiedsrichtertrio rund um Sergej Karasew.gepa

Salzburg fassungslos, nur Marco Rose fand schnell Worte.

Salzburg Fassungslos haben die Bullen auf das Halbfinal-Aus in der Europa-League reagiert. Der entscheidende Fehlpfiff hinterließ nach einer mitreißenden Vorstellung der Salzburger leere Spieler und einen Trainer, der um Fassung bemüht war. „Das ist keine Tragödie. Es gibt größere Tragödien im Leben“, meinte Marco Rose nach einem 2:1-Sieg gegen Marseille. Der Erfolg fühlte sich wie eine Niederlage an. „Wir haben sehr gut gespielt, es ist nicht einfach. Jetzt ist einfach alles scheiße“, formulierte es Stürmer Fredrik Gulbrandsen recht offenherzig. Sein Team hatte vor ausverkauftem Haus mit einer vor allem in der zweiten Hälfte äußerst intensiven Vorstellung das 0:2 aus dem Hinspiel wettgemacht, sich in die Verlängerung geschossen und schien dem Aufstieg nahe. Wäre nicht der Fehlpfiff von WM-Schiedsrichter Sergej Karasew gewesen, hätte es Österreichs Serienmeister wohl zumindest ins Elferschießen geschafft.

„Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft, sie hat einen außergewöhnlichen Charakter. Ich denke, sie hat den österreichischen Fußball großartig vertreten“, betonte Rose, der in seiner ersten Saison als Profi-Chefcoach bisher eine beeindruckende Bilanz vorweisen kann. Der heimische Meistertitel ist seiner Truppe kaum mehr zu nehmen, am Mittwoch bestreitet man das Cupfinale gegen Sturm. „Wir werden wieder aufstehen und möchten am Sonntag die Meisterschaft fixieren“, meinte Caleta-Car im Hinblick auf die Ligapartie gegen die Grazer. Ein Remis würde Salzburg reichen.

Direkt nach dem Duell mit Marseille haderte man aber noch mit der Gegenwart. „Ich glaube, das war für niemanden ein Eckball“, erklärte Rose zur entscheidenden Szene. Auch er habe etwas gebraucht, um sich einigermaßen zu beruhigen. „Ich war natürlich kurz nach dem Spiel wütend“, bestätigte er, erzählte aber vom Gespräch mit einem deutschen Schiedsrichter-Beobachter wenig später. Von diesem habe er gehört, „dass sie (die Unparteiischen) in der Kabine sitzen und ziemlich fertig sind mit den Nerven. Dass sie wissen, dass sie da vielleicht nicht ganz richtig lagen. Dann zeigt das für mich menschliche Größe.“