„Eine schwere Prüfung“

04.05.2018 • 20:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für Trainer Klaus Schmidt könnte der Mai hinsichtlich seiner Arbeit beim Cashpoint SCR Altach ein ganz entscheidender Monat werden.gepa
Für Trainer Klaus Schmidt könnte der Mai hinsichtlich seiner Arbeit beim Cashpoint SCR Altach ein ganz entscheidender Monat werden.gepa

Altachs Trainer Klaus Schmidt sind personell gegen Mattersburg die Hände gebunden.

Altach Mit den Namen jener Spieler, die zu Hause bleiben mussten, ließe sich locker eine Bundesliga-Mannschaft zusammenstellen. So war doch ein Schuss Ironie dabei, als Coach Klaus Schmidt erstmals in dieser Saison die Aufstellung vorlas. Damit aber war das Thema für Altachs Trainer schon wieder abgehakt. Der Blick ist nach vorne gerichtet, auch wenn nicht einmal das mögliche Spielerkontingent ausgeschöpft werden kann. Es ist die Saison der Extreme in Altach, strapaziert die Nerven der Protagonisten und der Fans noch weit mehr als es 2016/17 der Fall war.

Der Trainer selbst spricht trotz seiner langjährigen sportlichen Erfahrung von der bislang „schwersten Prüfung“. „Die Zentralmatura hat begonnen“, zieht er einen Vergleich mit all den Schülern, die auf einen erfolgreichen Schulabschluss hoffen. Seine Mannschaft werde heute in Mattersburg abgeprüft. „Wir haben einen Plan“, sagt er deshalb. Wohlwissend, dass schon ein kleines Gegenlüftchen das fragile Gefüge zum Einstürzen bringen kann. „Wir sind derzeit sicherlich keine Vorzugsschüler, sondern eine Genügend-Partie“, versucht er eine plausible Erklärung für die schwierige Situation zu liefern.

Vom Teamgeist überzeugt

Schmidt spürt natürlich nur allzu gut, wie die Erfolgsschlinge um seinen Hals enger und enger wird. Der 50-jährige Steirer kennt das Fußballgeschäft und weiß sehr wohl, dass die Stimmung schnell einmal kippen kann. Von Jammern ist er dennoch weit entfernt, vielmehr trägt er alle Entscheidungen des Klubs mit der ihm eigenen Loyalität mit. Erfolge einzufordern wäre in der jetzigen Situation allerdings Realitätsverweigerung. Wichtig für ihn als Coach? „Die Spieler geben mir das Gefühl, dass die Mannschaft funktioniert. Was uns wirklich fehlt, ist ein befreiendes Erfolgserlebnis.“ Dabei baut er auf ein Kollektiv in der Defensive und auf die Kreativität seiner Offensivabteilung.

Vor allem die Trainingseinheiten offenbaren das derzeitige Dilemma der Altacher Mannschaft. Aufgrund der vielen Absenzen ist seit langer Zeit kein Spiel über das gesamte Feld möglich. Diese Woche musste gar Tormanntrainer Sebastian Brandner einspringen, um ein Trainingsspiel zu ermöglichen. Neben dem verletzten Martin Kobras fehlte nämlich auch Benjamin Ozegovic, der wegen privater Gründe die Erlaubnis zur Heimreise erhielt. Heute wird er, von Wien kommend, wieder zur Mannschaft stoßen.

Aber es ist auch die immer häufiger gestellte Frage nach dem „Warum“ in Sachen Verletzungen. „Das nagt am Selbstvertrauen“, ist sich Schmidt sicher. Weil ihm zudem personell die Hände gebunden sind, kann er nur noch periphär regulierend einwirken. Dass er als Trainer an den Ergebnissen gemessen wird, macht es für ihn nicht leichter. Die Niederlagen nagen, wenig überraschend – und da macht er kein Hehl daraus. Nicht nehmen lässt er sich aber die Hoffnung, die Krise zu meistern und dann gestärkt zurückzukommen.

„Wir sind derzeit sicherlich keine Vorzugsschüler, wir sind eine Genügend-Partie.“