Ein Krimi mit allen Facetten

06.05.2018 • 17:28 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Stefanie Lunardon (Boden) und Katja Vogel können SSV-Kreisläuferin Julia Feierle (mit Ball) nicht am Wurf hindern.VN/Lerch
Stefanie Lunardon (Boden) und Katja Vogel können SSV-Kreisläuferin Julia Feierle (mit Ball) nicht am Wurf hindern.VN/Lerch

SSV Schoren mit 27:26-Heimerfolg im 26. Ländle-Derby gegen Blau-Weiß Feldkirch.

Dornbirn Eine vollbesetzte Tribüne, insgesamt 53 Tore, 13 Siebenmeter, 17 Zeitstrafen und zwei Rote Karten. Das 26. Ländle-Derby in der Women Handball Austria League (WHA) war beste Werbung für den Handballsport. Am Ende durfte der gastgebende SSV Dornbirn-Schoren über einen knappen, aber verdienten 27:26-Erfolg über den HC Blau-Weiß Feldkirch jubeln. Mit dem zwölften Saisonsieg hat der Schulsportverein seine Leaderpostion in der ewigen Statistik der Revierduelle weiter ausgebaut und hält nun bei 13 Siegen, vier Remis und neun Niederlagen. Gleichzeitig hat man vor dem letzten Spieltag in der Ländle-Rangordnung in dieser Saison nun wieder die Nase vorne. Allerdings könnte es hier noch einmal zu einem Rebreak aus Sicht der Blau-Weißen kommen: Während die aktuell mit 24 Punkten auf Rang vier in der Tabelle liegenden Messestädterinnen am letzten Spieltag (12. Mai) noch bei Rekordmeister Hypo NÖ antreten müssen, haben die Montfortstädterinnen noch Schlusslicht Korneuburg zu Gast.

Emotionaler Schlagabtausch

Wie schon im ersten Saisonduell im Dezember (Anm. 29:27 für Feldkirch) waren beide Teams bis in die Haarspitzen motiviert und lieferten sich von der ersten bis zur letzten Sekunde einen offenen und emotional geführten Schlagabtausch. Wie die Anzahl der Zeitstrafen und Siebenmeter unterstreicht, schenkten sich die Akteurinnen auf beiden Seiten nichts. Am Ende sollte nach 50 Sekunden die 1:0-Führung durch Legionärin Vivien Czabaday, die nach einer Spielperiode zurück nach Ungarn kehrt, die einzige Führung der Blau-Weißen während der gesamten Spielzeit sein. Nach 20 Spielminuten sorgte Anna Moosbrugger mit einem Doppelschlag für die 11:6-Führung der Gastgeber, dann wurde beim Stand von 13:11 die Seiten gewechselt.

Nach der Aufholjagd der Blau-Weißen und dem 17:17-Gleichstand (40.) näherte sich die Spannung dem Siedepunkt und sieben Minuten vor dem Ende, als Feldkirch nach einem Doppelschlag von Bernadett Mlinko und zwei Siebenmetertoren von Julia Mayer das 23:23 gelang, hielt es die Fans beider Teams längst nicht mehr auf den Sitzen. Am Ende hatte aber der Schulsportverein die effektiveren Reserven, setzte sich wieder mit vier Treffern in Folge auf 27:23 ab. Feldkirch gelang in den letzten 110 Sekunden noch eine Resultatskosmetik, am 13. Derbysieg des SSV änderte sich aber nichts mehr.

Sichtlich zufrieden äußerte sich SSV-Trainerin Ausra Fridrikas nach Spielende: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Die Mädels haben extrem viel Moral bewiesen, die meiner Meinung nach nicht gerechtfertigte Anzahl an Zeitstrafen weggesteckt. Sie haben nie den Glauben an den Erfolg verloren und verdient gewonnen.“

Für den SSV war es der achte Sieg im zehnten Ligaspiel im Kalenderjahr 2018 und für Feldkirch die achte Niederlage in der elften Partie.

„Die Mädels haben Moral gezeigt, alle Zeitstrafen weggesteckt und verdient gewonnen.“

Anna Moosbrugger (l.) und Johanna Rauch übernahmen viel Verantwortung und erzielten zusammen im Ländle-Derby elf Tore für den siegreichen SSV Schoren. VN/Lerch
Anna Moosbrugger (l.) und Johanna Rauch übernahmen viel Verantwortung und erzielten zusammen im Ländle-Derby elf Tore für den siegreichen SSV Schoren. VN/Lerch
Anna Moosbrugger (l.) und Johanna Rauch übernahmen viel Verantwortung und erzielten zusammen im Ländle-Derby elf Tore für den siegreichen SSV Schoren. VN/Lerch
Anna Moosbrugger (l.) und Johanna Rauch übernahmen viel Verantwortung und erzielten zusammen im Ländle-Derby elf Tore für den siegreichen SSV Schoren. VN/Lerch

Women Handball Austria 2017/18

Grunddurchgang

SSV Dornbirn-Schoren – HC Sparkasse BW Feldkirch  27:26 (13:11)

Messehalle, SR Begovic/Bubalo

Zweiminutenstrafen: 11 bzw. 7

Rote Karten: 40. Lunardon (Feldkirch, 3×2), 60. Moosbrugger (SSV Schoren, ohne Bemerkung)

Spielverlauf: 13. 6:2, 16. 8:4, 23. 11:8, 38. 16:15, 40. 17:17, 43. 19:19, 46. 22:19, 53. 23:23,
57. 26:23, 59. 27:24

SSV Dornbirn-Schoren: Pfaff, Thöni; Haller (6), Jegenyes, Mähr, Rauch (4), Ölz (3), Amann, Franz (1), Gerbis, Feierle (1), Moosbrugger (7/4), Kaya (1), Bohle, Pfeiffer, Marksteiner (4)

HC Sparkasse BW Feldkirch: Matyas, Bartek; Weithaler, Lunardon (1), Czabaday (6/1), Mayer (4/3), Vogel (1), Hofmann, Willi (3), Scheidbach (3), Galijasevic, Nosch, Mlinko (8/3)

Tabelle:  1. Hypo NÖ (Meister) 21 20 0 1 615:420 +195 40

  2. UHC Stockerau 21 17 1 3 568:498 +70 35

  3. SG MGA/Fivers 21 16 0 5 552:473 +79 32

  4. SSV Dornbirn-Schoren 21 12 0 9 587:563 +24 24

  5. HC Sparkasse BW Feldkirch 21 11 1 9 522:526  -4 23

  6. HIB Handball Graz 21 11 0 10 551:508  +43 22

  7. WAT Atzgersdorf 21 9 1 11 535:573 -38 19

  8. Handball Wr. Neustadt 21 9 0 12 455:485 -30 18

  9. ATV Trofaiach 21 6 1 14 477:528 -51 13

 10. Union St. Pölten 21 6 0 15 503:569 -66 12

 11. UHC Eggenburg (Aufsteiger) 20 3 1 16 446:526  -80 7

 12. Union Korneuburg 20 2 1 17 442:574 -142 5

Letzte Runde: Hypo NÖ – SSV Dornbirn-Schoren, 12. 5., 19 Uhr; HC Sparkasse BW Feldkirch – Union Korneuburg, 12. 5., 19 Uhr.