Sturm mit großem Herz zum Cuperfolg

Sport / 09.05.2018 • 21:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Siegtorschütze Stefan Hierländer (links) mit Sturm-Kapitän Deni Alar.gepa
Siegtorschütze Stefan Hierländer (links) mit Sturm-Kapitän Deni Alar.gepa

Hierländer schießt Grazer in der Nachspielzeit zum 1:0-Sieg.

Graz Der österreichische Fußball-Cupsieger 2018 heißt Sturm Graz. Die Steirer gewannen das Finale gegen Meister und Titelverteidiger Salzburg mit 1:0 nach Verlängerung und holten dank des entscheidenden Treffers von Stefan Hierländer in der 112. Minute die fünfte Pokal-Trophäe der Vereinsgeschichte. Die Salzburger hingegen verpassten das fünfte Double in Folge und kassierten nach 29 Cup-Partien wieder eine Niederlage. Es ist der zweite bittere Schlag für die Bullen binnen einer Woche nach dem unglücklichen Aus im Europa-League-Semifinale gegen Marseille. Dazwischen hatte man am Sonntag gegen Sturm mit einem 4:1-Heimsieg vorzeitig den Meistertitel fixiert.

Das Spiel in Klagenfurt hatte wegen eines erhöhten Verkehrsaufkommens und Diskussionen um ein großes, leicht entflammbares Transparent der Sturm-Fans mit 15-minütiger Verspätung begonnen. Die Anhänger der Grazer, im Vergleich zu jenen von Salzburg ganz klar in der Überzahl, sorgten zunächst vor und dann auch während der Partie für gehörigen Wirbel und peitschten ihre Mannschaft nach vorne.

Die „Blackys“ suchten immer wieder mit hohen Bällen den schnellen Weg nach vorne, die ersten gefährlichen Szenen lieferte aber der Serienmeister ab. Nach einem Missverständnis zwischen Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl und Lukas Spendlhofer tauchte Munas Dabbur in der 17. Minute vor dem Tor auf, brachte aber keinen Schuss mehr zustande. Drei Minuten später traf Fredrik Gulbrandsen zum vermeintlichen 1:0 für den Titelverteidiger, allerdings war schon zuvor wegen einer Abseitsstellung von Assistgeber Dabbur abgepfiffen worden. Danach folgten einige Härteeinlagen.

Spätestens nach Gelb-Rot für Bullen-Abwehrchef Andre Ramalho in der 71. Minute übernahm Sturm vor den Augen von Ex-Coach und Teamchef Franco Foda endgültig das Kommando, präsentierte sich jedoch im Abschluss ineffizient. Die Overtime verlief völlig ereignislos – bis zur 112. Minute. Marvin Potzmann brachte eine Flanke zur Mitte und der sträflich allein gelassene Hierländer durfte den Ball aus kurzer Distanz volley über die Linie befördern.

Fußball

83. UNIQA-ÖFB-Fußball-Cup-Finale

SK Sturm Graz – RB Salzburg 1:0 n. V./0:0

Klagenfurt, Wörthersee-Stadion, 27.100 Zuschauer, SR Lechner (W)

Tor: 112. 1:0 Hierländer

Gelbe Karten: Koch, Peter Zulj, Röcher, Jantscher, Potzmann bzw. Caleta-Car, Valon Berisha, Hwang, Haidara

Gelb-Rote Karte: 71. Ramalho (Salzburg/wiederholtes Foulspiel)

SK Sturm Graz (3-4-1-2): Siebenhandl; Koch, Spendlhofer, Maresic; Hierländer, Jeggo, Peter Zulj (120./+ 2 Schoissengeyr), Potzmann; Röcher (102. Philipp Huspek); Alar (118. Lovric), Edomwonyi (93. Jantscher)

FC RB Salzburg (4-1-3-2): Cican Stankovic; Lainer, Ramalho, Caleta-Car (46. Onguene), Farkas; Samassekou; Yabo (99. Wolf), Xaver Schlager, Valon Berisha; Gulbrandsen (76. Haidara), Dabbur (83. Hwang)