Weiter warten auf den ersten Tausender

Sport / 13.05.2018 • 20:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Trost von Sieger Sascha Zverev für Dominic Thiem nach der Niederlage in Madrid.apa
Trost von Sieger Sascha Zverev für Dominic Thiem nach der Niederlage in Madrid.apa

Dominic Thiem verliert das Finale in Madrid gegen Alexander Zverev.

Madrid Nichts ist es mit dem ersten ATP-Master-1000-Titel für Dominic Thiem geworden. Der Niederösterreicher war im zweiten Madrid-Endspiel en suite gegen einen stark agierenden Alexander Zverev chancenlos. Nach nur 78 Minuten hieß es 6:4,6:4 für den Weltranglisten-Dritten, der im Head-to-Head mit Thiem auf 2:4 verkürzte.

Wenige Stunden nachdem Alexander Peya im Doppel mit Nikola Mektic (Cro) triumphiert hatte, war Thiem vom „Double“ für Österreich in der spanischen Hauptstadt weit entfernt. Dem 24-Jährigen, der im Viertelfinale den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal ausgeschaltet und danach erstmals auch den Südafrikaner Kevin Anderson bezwungen hatte, gelang wie schon allen anderen Gegnern Zverevs kein Satzgewinn, nicht einmal ein Breakball.

Auf Rang acht nach Rom

Der 21-jährige Zverev war vor allem beim Service unantastbar für Thiem, der auch von seinen Grundschlägen her nicht an die Form der Vorrunden anschließen konnte. Der zweifache French-Open-Halbfinalist wird damit, trotz des neuerlichen Endspiels, eine Position verlieren und im Ranking auf Platz acht zurückfallen. Er durfte sich mit 600 ATP-Punkten sowie einem Preisgeld von 583.725 Euro brutto trösten. Thiem und Zverev spielen kommende Woche in Rom.

Thiem blieb nur das neidlose Anerkennen der Stärke seines Freundes. „Gratuliere Sascha. Du hast ein tolles Turnier gespielt, hast keinen Satz und kein Service abgegeben. Du hast es wirklich verdient“, sagte Thiem. Zu seiner Niederlage: „Es ist immer schwer, wenn man ein Finale verliert, aber ich habe hier zwei Finali in Folge erreicht. Ich fühle mich in Madrid wirklich wohl.“

Zverev war beeindruckt von seiner Performance. „Das war auf jeden Fall eine meiner besten Wochen. Ich freue mich riesig, dass ich mein drittes Masters gewinnen konnte.“ Er dachte auch an Thiem: „Es war auch ein unglaubliches Turnier für Dominic. Er hat gegen Rafa in Spanien gewonnen, ich freue mich für ihn.“

Viel Selbstvertrauen

Das Finale hatte schon gar nicht nach dem Geschmack Thiems begonnen: Nach zwei Vorhandfehlern und einem Doppelfehler gab er gleich im ersten Game beim ersten und einzigen Breakball Zverevs seinen Aufschlag ab. Zverev agierte hingegen von Beginn an abgebrüht und war in seinen Aufschlagspielen für Thiem unantastbar, nur drei Punkte in den ersten vier Servicegames Zverevs zeugen davon. Thiem konnte dem Deutschen sein Spiel nicht aufzwingen, zu viele Vorhandfehler bzw. die sehr starke Aufschlagleistung des Gegners waren ein Grund dafür. Satz zwei begann als Spiegelbild des ersten: Zverev bekam gleich im ersten Spiel einen Breakball, den er zum 1:0 nutzte. Beinahe wäre Thiem bei 15:40 im dritten Spiel schon mit Doppelbreak in Rückstand geraten, schaffte dann aber noch das 1:2. In der Folge war aber ein mit viel Selbstvertrauen ausgestatteter Zverev weiterhin bei seinem Aufschlag nicht zu knacken, Thiem fand im gesamten Spiel keinen Breakball vor.

„Es ist immer schwer, wenn man ein Finale verliert. Aber ich fühle mich in Madrid wohl.“