Trainer-Konjunktur brummt

17.05.2018 • 20:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Blick in Richtung Zukunft ist bei Klaus Schmidt jobmäßig ungewiss. gepa
Der Blick in Richtung Zukunft ist bei Klaus Schmidt jobmäßig ungewiss. gepa

Nicht nur in Deutschland wird gesucht, Bern braucht einen Coach und Altach wohl auch.

Schwarzach Die Jobcenter hätten ihre helle Freude an der brummenden Konjunktur auf dem Trainermarkt. Kein Fachkräftemangel, gestiegene Nachfrage, Bewerbungsschreiben, Vorstellungsgespräche, Absagen, Zusagen – bei den deutschen Bundesligaklubs ist wenige Tage nach dem Ende der Spielzeit mehr los als in manch anderer Branche während der Hochsaison. Dennoch ist die Vollbeschäftigung in der Eliteklasse noch nicht erreicht: Hochdotierte Arbeitsplätze sind nach wie vor unbesetzt.

Zwar hat Adi Hütter den vakanten Posten beim Pokalfinalisten Eintracht Frankfurt eingenommen, doch fast gleichzeitig hat sein österreichischer Landsmann Ralph Hasenhüttl (50) die Stelle bei RB Leipzig freigemacht. Bewerbungen an die Adresse von Borussia Dortmund erscheinen mittlerweile aussichtslos, doch Topfavorit Lucien Favre (60) gilt bekanntlich als wankelmütig.

Auch Jobs, die derzeit nicht frei sind, könnten es bald werden. So erscheint der Arbeitsplatz von Bruno Labbadia (52) beim VfL Wolfsburg nicht gerade sicher. Dazu brauchen die Störche von Holstein Kiel, die ihren Erfolgstrainer Markus Anfang (43) an den 1. FC Köln verlieren, in jedem Fall einen neuen Coach – möglicherweise für die Eliteklasse.

Spannung in der Trainersuche

Besonders spannend ist die Lage in Leipzig. Sollte Sportchef Ralf Rangnick (59) keinen adäquaten Nachfolger für Hasenhüttl finden oder noch ein Jahr auf seinen angeblichen Wunschtrainer Julian Nagelsmann (30) warten, könnte sich der Schwabe selbst auf die Bank setzen. Marco Rose (vom Schwesterverein RB Salzburg) und der arbeitslose Hannes Wolf (37) – immerhin Trainer des Jahres – sind auch im Gespräch.Mehr als nur im Gespräch ist Favre in Dortmund. Die Ernennung des Schweizers ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Als Ablösesumme für Favre, der bis 2019 an den französischen Erstligisten OGC Nizza gebunden ist, soll der BVB drei Millionen Euro zahlen. Ganz so viel soll Hütter die Eintracht nicht gekostet haben. Die Hessen haben laut deutschen Medien 800.000 Euro an die YB überweisen, damit der Traum des 48-Jährigen wahr wird. Bei den Bernern ist indes Marcel Koller (57) ebenso im Gespräch wie Rene Weiler (44) oder die Ex-Basler Murat Yakin (43) oder Urs Fischer (52).

Entscheidungen stehen über kurz oder lang auch bei anderen Klubs bevor: Beim Angebot eines Topklubs für Nagelsmann braucht Hoffenheim in einem Jahr einen neuen Trainer. Christian Streich (52) gilt nach kräftezehrenden Jahren des Abstiegskampfs beim SC Freiburg als Kandidat für eine Auszeit. Die Kritik an Dieter Hecking (53) ist rund um Borussia Mönchengladbach nicht verstummt. Und Andre Breitenreiter hat auf das ständige Theater bei Hannover 96 auch nicht endlos lange Lust.

Bitte warten heißt es in Altach

Was Verträge wert sind, muss auch im Fall Cashpoint SCR Altach abgewartet werden. Seitens des Vereins gibt es weiter keine Stellungnahme zur Trainerthematik. Wohl deshalb, weil Platz sieben – bei drei Punkten Rückstand zu Austria Wien – noch machbar ist. Und dann würde sich der Vertrag mit dem Steirer Klaus Schmidt (50) automatisch verlängern. VN-cha