Neuer Rekord auf heißem Pflaster

Sport / 03.06.2018 • 17:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Der 9. Bodensee-Frauenlauf schrieb aber auch berührende Geschichten. VN/Steurer, Veranstalter

Heiß war es, sehr heiß sogar. Die gut 4000 Teilnehmerinnen des 9. Bodensee-Frauenlaufs ließen trotzdem nichts anbrennen, jagten ihre Laufschuhe über das heiße Pflaster und über die Fünf-Kilometer-Distanz sogar zu einem neuen Rekord. Leah Hanle (21) legte die Strecke zwischen dem Kaiserstrand in Lochau und dem Casino-Stadion in Bregenz in der unglaublichen Zeit von 16:59 Minuten zurück. Damit unterbot die junge Deutsche die aus dem Jahre 2014 stammende Bestzeit von Sabine Reiner um nicht weniger als drei Sekunden. Ihre unmittelbaren Konkurrentinnen aus der Schweiz, Rebeca Feremutsch (19:37) und Brigitte Schoch (19:52) verwies sie ebenfalls mehr als deutlich auf die Plätze. „Ich laufe einfach gerne“, blieb Hanle aber auch nach ihrem beeindruckenden Sieg bescheiden.

Dafür hielten sich die Eidgenossinnen beim Zehn-Kilometer-Lauf schadlos. Dort zeigte die 40-jährige Daniela Aeschbacher, dass die Trauben für die jüngere Generation zuweilen doch noch ganz schön hoch hängen. Mit einer Zeit von 37:54 Minuten zeigte sie Lokalmatadorin Denise Neufert (35) klar die Grenzen auf, wobei sich auch deren Zeit von 39:06 Minuten sehen lassen konnte. Der dritte Platz ging wieder an die Schweiz. Den sicherte sich Sabine Bigger (39), die nach 40:15 Minuten das Ziel erreichte. Am Ende des Tages durften sich jedoch alle Mädchen und Frauen als Siegerinnen fühlen. „Es war eine tolle Veranstaltung“, schwärmte Sarah, die zum erstenmal am Bodensee-Frauenlauf teilnahm. Selbst Männer, die nur als Zaungäste dabei sein konnten, zollten dem Lauf­event höchstes Lob.

Und kein Frauenlauf ohne Premiere: Diesmal feierte der Häsle- und Girls-Run seine erste Auflage. Fast 150 Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren betätigten sich am Freitag als Nachwuchsläuferinnen. Der Platz rund um das Bregenzer Festspielhaus glich einem Kinderparadies. Keine Uhr stoppte die Zeiten, die Kleinen konnten nach Herzenslust ihrem Bewegungsdrang fröhnen. Selbstredend wurden auch alle mit einer Medaille belohnt.

Der Samstag gehörte dann den Erwachsenen. Fröhliche Heerscharen von Frauen machten sich auf den Weg, um eine sportliche Party zu feiern. Angefeuert von den vielen Zuschauern, die sich entlang der Strecke eingefunden hatten, spulten sie ihr ganz persönliches Ding ab. Nicht wenigen machten die hohen Temperaturen zu schaffen, doch wer nicht mehr laufen konnte, der ging einfach. Wo Unterstützung notwendig war, wurde sie gerne geleistet. So eskortierte Verena Eugster vom Organisationsteam, die als Schlussradlerin unterwegs war, zwei Nordic Walkerinnen aus Tirol eigenhändig ins Ziel. „Die Frauen wollten schon aufgeben, haben sich dann aber ganz bewusst entschieden, als Letzte doch noch das Ziel zu passieren“, erzählte Eugster, selbst tief beeindruckt, eine von vielen berührenden Geschichten. Eine andere: Die „Pink Warriors“ setzten mit ihrem Antreten ein mutiges Zeichen gegen Brustkrebs. Die Gruppe lief für alle Frauen, die aufgrund ihrer Krankheit nicht dabei sein konnten. VN-MM

Alle Ergebnisse des Frauenlaufs 2018 gibt es im Internet unter

www.bodensee-frauenlauf.com