„Yes Baby! Wir haben es geschafft“

Sport / 08.06.2018 • 21:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Am Ziel der Träume. Alexander Owetschkin, Kapitän der Washington Capitals, kann den lang ersehnten Stanley Cup hochstemmen.ap
Am Ziel der Träume. Alexander Owetschkin, Kapitän der Washington Capitals, kann den lang ersehnten Stanley Cup hochstemmen.ap

Alex Owetschkin führte Capitals zum ersten Stanley-Cup-Triumph.

Las Vegas Mit einem Jubelschrei nahm Alex Owetschkin den Stanley Cup entgegen. „Yes, Baby! Wir haben es endlich geschafft“, rief der Eishockey-Superstar der Washington Capitals nach dem ersten Titelgewinn im 44. NHL-Jahr des Teams aus der US-Hauptstadt. „Unglaublich“, wiederholte der Russe nach dem spektakulären 4:3-Erfolg bei den Vegas Golden Knights mehrmals. Mit 4:1 entschieden die Capitals die Best-of-Seven-Serie für sich und beendeten damit auch die märchenhafte, aber ungekrönte Premieren-Saison der Golden Knights.

Mit Andre Burakovsky, der einen Assist beisteuerte, gewann auch ein „halber“ Österreicher den Stanley Cup. Der 23-jährige, in Klagenfurt geborene Schwede, der in den vergangenen Saisonen durch Brüche an beiden Händen gehandicapt war, ist der Sohn des ehemaligen KAC-Legionärs Robert Burakovsky.

Alex ist der Anführer

Held des Abends in der US-Glücksspielmetropole war zweifellos Owetschkin. In seinem 13. NHL-Jahr hat er endlich den langersehnten Stanley-Cup-Titel gewonnen. In den letzten Sekunden des Spiels sprang der Capitals-Kapitän wie ein kleines Kind umher, umarmte jeden Team-Kollegen. „Keiner hat es so verdient wie er“, schwärmte Mitspieler Jay Beagle. „Er hat den Unterschied gemacht.“ 15 Tore schoss der 32-Jährige in den Play-offs. „Er ist der Anführer. Die Mannschaft folgt ihm“, sagte Torhüter Braden Holtby.

Beim entscheidenden 4:3 traf Owetschkin im Powerplay zum zwischenzeitlichen 2:1 (31.). Die Golden Knights drehten danach durch David Perron (33.) und Reilly Smith (40.) das Spiel und gingen mit einem 3:2-Vorsprung ins Schlussdrittel. Devante Smith-Pelly (50.) und der Däne Lars Eller (53.) sorgten mit ihren Treffern aber für Jubelszenen im fernen Washington. Mehrere Zehntausend Fans feierten dort ihre Capitals, die in den kommenden Tagen auf der Siegesparade den Stanley Cup präsentieren werden. Owetschkin hatte in der Glücksspielmetropole eine Botschaft an die Fans: „Holt ein paar Bier oder was auch immer und feiert.“

Nicht ohne Grund wurde er mit der Conn Smythe Trophy für den besten Spieler der diesjährigen Play-offs ausgezeichnet. Der Sohn eines ehemaligen Profifußballers und einer zweifachen Basketball-Olympiasiegerin beseitigte damit den Makel der Erfolglosigkeit. Seit seiner Ankunft kamen die Capitals in der entscheidenden Meisterschaftsphase nie über das Viertelfinale hinaus, obwohl sie 2010, 2016 und 2017 das beste Team des Grunddurchgangs waren. Als Superstar im Team wurden diese Misserfolge an Owetschkin festgemacht. „Es waren schwierige Zeiten. Ich habe so lange auf diesen Moment gewartet“, meinte der 32-Jährige nun neben dem Stanley-Cup-Pokal sitzend.

Der beste Neuling

Traurig schlichen dagegen die Golden Knights vom Eis. Das Expansion-Team aus der Wüste Nevadas hat zwar eine sensationelle Debüt-Saison gespielt, doch den Titel holte ausgerechnet auf heimischem Eis der Gegner. „Wir hatten nie richtig Druck, spielten die gesamte Saison Vollgas, und auf einmal waren wir im Finale. Wir haben zu viel überlegt“, suchte Verteidiger Luca Sbisa den Grund. „Ihr wart der beste Neuling der NHL-Geschichte“, versuchte Commissioner Gary Bettman bei der Siegerehrung die Mannschaft aus Las Vegas zu trösten.

Eishockey

NHL, wertvollste Spieler im Play-off

2009: Jewgeni Malkin (Pittsburgh Penguins)

2010: Jonathan Toews (Chicago Blackhawks)

2011: Tim Thomas (Boston Bruins)

2012: Jonathan Quick (Los Angeles Kings)

2013: Patrick Kane (Chicago Blackhawks)

2014: Justin Williams (Los Angeles Kings)

2015: Duncan Keith (Chicago Blackhawks)

2016: Sidney Crosby (Pittsburgh Penguins)

2017: Sidney Crosby (Pittsburgh Penguins)

2018: Alex Owetschkin (Washington Capitals)