Die Hintertür zur EM-Endrunde

Sport / 13.10.2019 • 19:57 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Beim Abschlusstraining der Österreicher im Stadion Ljubljana fehlte Marco Arnautovic ebenso wie am Spieltag auf dem Spielbericht.gepa
Beim Abschlusstraining der Österreicher im Stadion Ljubljana fehlte Marco Arnautovic ebenso wie am Spieltag auf dem Spielbericht.gepa

Schafft Österreich nicht die direkte Qualifikation für 2020, blaibt noch das Nations-League-Play-off als Plan B.

Wien Sollte das österreichische Fußball-Nationalteam den Startplatz für die EM 2020 in der laufenden Qualifikation noch aus der Hand geben, würden als Hintertür auch noch die Nations-League-Play-offs bleiben. An der Restplatzbörse geht es Ende März um vier EM-Tickets. Die Gegner könnten allerdings hochkarätige sein, zumal das ÖFB-Team im Herbst 2018 den Gruppensieg in der Nations League verpasst hat.

Nur vier Startplätze bleiben offen

20 der insgesamt 24 EM-Startplätze werden über die reguläre Quali vergeben. Die letzten vier Tickets gehen an die Sieger von vier Viererturnieren, die im K.-o.-System mit je einem Spiel ausgetragen werden. Die Halbfinali steigen jeweils am 26. März, die Endspiele am 31. März. Hätten die Österreicher ihren EM-Startplatz schon davor gesichert, würden sie in dieser Phase zwei Testspiele bestreiten, bestätigte Bernhard Neuhold, der Geschäftsführer der ÖFB-Wirtschaftsbetriebe GmbH. Keine zweieinhalb Monate später beginnt am 12. Juni 2020 mit dem Eröffnungsspiel in Rom die paneuropäische EM. Die Auslosung der Endrunden-Gruppen erfolgt bereits am 30. November in Bukarest. Die Lostöpfe werden auf Basis der Endplatzierung in der EM-Quali erstellt. Gruppensieger landen in den ersten beiden Töpfen, die Gruppenzweiten je nach ihrem Abschneiden im zweiten, dritten oder vierten. Die zum Zeitpunkt der Auslosung noch unbekannten Play-off-Sieger liegen mit den beiden schlechtesten Quali-Zweiten im letzten Lostopf.

Kompliziertes Auslosungssystem

Verkompliziert wird das Auslosungs-Prozedere durch die insgesamt zwölf EM-Gastgeberländer, die sich selbst erst qualifizieren müssen, bei einer EM-Teilnahme aber aufgrund der Spielorte gesetzt werden – Italien und Aserbaidschan in Gruppe A, Russland und Dänemark in Gruppe B, die Niederlande und Rumänien in Gruppe C, England und Schottland in Gruppe D, Spanien und Irland in Gruppe E sowie Deutschland und Ungarn in Gruppe F.

Die 16 Teilnehmer an den Nations-League-Play-offs stehen am 19. November fest, dem letzten Tag der Qualifikation, an dem Arnautovic und Co. in Riga gegen Lettland spätestens die EM-Teilnahme fixieren wollen. Sollte dies nicht gelingen, würde die ÖFB-Auswahl drei Tage später in einer eigenen Auslosung erfahren, in welchem Play-off sie im März um die letzten Tickets antreten darf.

Die Restplatzbörse für die paneuropäischen Spiele ist für die jeweils vier Gruppensieger der vier Nations-League-Ligen (A bis D) vorgesehen. Sofern sich diese bereits auf normalem Weg für die EM-Endrunde 2020 qualifiziert haben, erhalten die nächstgereihten Teams innerhalb der Liga ihren Startplatz. Sind in einer Liga weniger als vier Teams verfügbar, weil alle anderen bereits qualifiziert sind, geht der Play-off-Platz an das nächstbeste Team einer unteren Liga. Österreich hat die Liga B bei der Erstaustragung 2018 als Gruppenzweiter hinter Bosnien auch hinter der Ukraine, Dänemark, Schweden und Russland auf Rang sechs beendet. Russland ist so gut wie sicher bei der EM, auch die Ukraine voll auf Kurs. Das würde dem ÖFB-Team bereits reichen, um aufzurücken. Dazu könnte Österreich auch einen Startplatz von Liga A erhalten, wenn aus der höchsten Klasse zumindest neun von zwölf Teams die EM-Quali regulär schaffen.

Schweiz derzeit möglicher Partner

Ob die Österreicher dann tatsächlich im Play-off gegen Topnationen aus Liga A – laut aktuellem Stand wäre dies im Moment die Schweiz – antreten müssten, würde sich bei der Auslosung am 22. November im UEFA-Hauptquartier in Nyon entscheiden. Innerhalb der dort fixierten Vierer-Play-offs tritt das in der Nations-League-Gesamtwertung bestgesetzte Team (Österreich wurde Gesamt-18.) am 26. März zu Hause gegen das schlechtestgesetzte an, der Zweite gegen den Dritten. Der Gastgeber für das Finale fünf Tage später wird unter den beiden Semifinal-Gewinnern ebenfalls schon in Nyon ausgelost.

„Schaffen wir direkt einen EM-Startplatz, nutzen wir die Phase für zwei Testspiele.“

Fussball

EURO 2020

Gruppe G

Slowenien – Österreich Nachtspiel

Polen – Nordmazedonien Nachtspiel

Israel – Lettland Dienstag

Tabelle

1. Polen 7 5 1 1 11: 2 16

2. Österreich 7 4 1 2 16: 7 13

3. Nordmazedonien 7 2 2 2 10: 9 11

4. Slowenien 7 3 2 2 13: 7 11

5. Israel 7 2 2 3 12:14 8

6. Lettland 7 0 0 7 1:24 0

Das Match von Österreich in Slowenien war aufgrund der Vorverlegung des Redaktionsschlusses bei Andruck noch im Gange.