Triumph für Vorarlberger Rodelsportler: Müller holt WM-Gold nach Bludenz, großer Erfolg auch für Thomas Steu

Sport / 02.03.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jonas Müller holte 20 Jahre nach dem dritten und letzten Triumph von Andrea Tagwerker wieder WM-Gold nach Bludenz.GEPA
Jonas Müller holte 20 Jahre nach dem dritten und letzten Triumph von Andrea Tagwerker wieder WM-Gold nach Bludenz.GEPA

Jonas Müller wurde Weltmeister. Thomas Steu mit Top-3-Plätzen bei WM und Gesamtweltcup.

Bludenz Vorarlberger Parade-Rodelsportler sind in den letzten vier Monaten ins Rampenlicht einer breiten Öffentlichkeit gefahren. Bei der Kunstbahn-Weltmeisterschaft Ende Jänner im deutschen Winterberg holte sich der 21-jährige Bludenzer Jonas Müller im zum dritten Mal ausgetragenen nicht-olympischen Sprintbewerb die höchste Auszeichnung. Der WM-Debütant aus der Alpenstadt schrieb sein persönliches Sportmärchen und kürte sich zum jüngsten Sprintweltmeister der Geschichte. Gleichzeitig ist der HLSZ-Sportsoldat exakt 20 Jahre nach dem Gewinn der dritten WM-Goldenen im Teambewerb von Andrea Tagwerker 1999 in die Fußstapfen seiner ersten Trainerin beim RC Bludenz getreten. „In den ersten Stunden habe ich die ganze Sache gar nicht so richtig realisiert. Erst als ich am Abend erschöpft und glücklich mit der Medaille um den Hals ins Bett gefallen bin, wurde mir bewußt, was geschehen ist. Mir haben die Finger geraucht von den zahlreichen Glückwünschen“, erinnert sich Müller.

Der große Triumph gewinnt zusätzlich an Bedeutung, wenn man auf die vorangegange Saison zurückblickt. Müller, der im Weltcup noch keine Podestplatzierung erreicht hat, konnte 2017/18 wegen einer im November zugezogenen Ellbogenverletzung kein einziges Rennen bestreiten. Als wesentlichen Erfolgsfaktor bezeichnet Müller den außergewöhnlichen Teamgeist: „Egal ob Verbandsführung, Funktionäre, Trainer, Betreuer oder Athleten – wir sind eine echt verschworene Truppe, in der jeder seinen Teil zum Gesamterfolg beiträgt“, betont der Elfte im Gesamtwerltcup, dessen großes Ziel die Bestätigung der Leistungen des abgeschlossenen Saison und die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking ist. „Natürlich ist bis dahin noch ein langer Weg. Auch vor der WM hat mich niemand auf der Rechnung gehabt und am Ende lief es perfekt und jetzt will ich dort anschließen, wo ich aufgehört habe.“

Steu fehlte nur eine Goldene in de Statistik

In ähnlichen Erfolgsphären schwelgte in dieser Winter Thomas Steu. Nach Rang vier bei Olympia 2018 in Pyeongchang gelang dem 25-jährige Bludenzer zusammen mit dem Tiroler Lorenz Koller der große Durchbruch. Bei der Weltmeisterschaft gab es im Doppelsitzer jeweils Bronze im Sprint und in klassischen Bewerb sowie den Silber im Teambewerb. Zusätzlich beelgte Steu/Koller im Gesamtweltcup Sprint und Klassisch jeweils den zweiten Platz. „Natürlich träumt man vor der Saison von so einer Ausbeute, aber zu erwarten war es nicht. Jetzt sind wir einfach nur stolz und glücklich auf unsere Leistungen und wollen diese im kommenden Winter bestätigen.“

Thomas Steu (vorne) und Lorenz Koller wurde Vizeweltmeister im Team, holten zusätzlich zwei Mal WM-Bronze und belegten zwei zweite Plätze im Gesamtwerltcup. ÖRV
Thomas Steu (vorne) und Lorenz Koller wurde Vizeweltmeister im Team, holten zusätzlich zwei Mal WM-Bronze und belegten zwei zweite Plätze im Gesamtwerltcup. ÖRV

Urlaub in Mexiko und mit Konkurrenten

Bevor dies der Fall ist, genießen Müller und Steu nach monatelangem Leben aus der Reisetasche ihren wohlverdienten Urlaub, werden gemeinsam nach Mexiko reisen die Seele baumeln lassen. Bevor es so weit ist, werden Steu und Koller noch mit ihren deutschen Konkurrenten Tobia Wendl/Tobias Arl eine Woche in Ischgl verbringen. „Obwohl wir im Eiskanal Konkurrenten sind, sind sie zugleich auch die besten Freude. Es wird sicher eine coole Sache und ein perfekter Saisonabschluss2, betont Steu zufrieden.