Schützenkrimi mit Happy End und Premierentitel

Sport / 04.03.2019 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Meisterquartett Thomas Muxel, Marlene Pribitzer, Sheileen Waibel und Patrick Diem (v. l.) mit Trainer Harald Mallin (l.) und USG-Altach-Obmann Peter Niederklopfer.  VErein
Das Meisterquartett Thomas Muxel, Marlene Pribitzer, Sheileen Waibel und Patrick Diem (v. l.) mit Trainer Harald Mallin (l.) und USG-Altach-Obmann Peter Niederklopfer. VErein

Schützengilde Altach jubelt über die Krone in der österreichischen Gewehr-Bundesliga.

Kössen Mehr Dramatik war eigentlich nicht möglich: Erst im achten Schuss im K.-o.-Stechen wurde das Finale in der Gewehr-Bundesliga entschieden. Am Ende durfte sich das Quartett der USG Altach in der Besetzung Marlene Pribitzer, Sheileen Waibel, Thomas Muxel und Patrick Diem über den erstmaligen Gewinn der nationalen Krone jubeln. USG-Altach-Obmann und Oberschützenmeister Peter Niederklopfer: „Ich hatte schon die ganze Woche über ein gutes Gefühl. Die Leistungen unseres Quartetts in der Vorrunde bzw. im Achtel- und Veirtelfinale waren vielversprechend und sorgten berechtigt für Hoffnungen auf die erste Vorarlberger Medaillen. Das es dann am Ende die höchste Auszeichnung geworden ist, macht uns natürlich enorm stolz.“
In den ersten Stunden nach dem größten Erfolg in der Vereinsgeschichte lenkte Niederklopfer bereits den Fokus auf die kommende Saison: „Ich habe bereits mit den Verantwortlichen Personen in der Gemeinde Kontakt aufgenommen und über die Möglichkeiten gesprochen, nächstes Jahr das Finalwochenende bei uns in Altach auszurichten.“

Vom ersten Schuss an in der Poleposition

Mit 1560 Ringen markierte das Altacher Quartett in der Vorrunde der Region West das Topresultat aller 14 Mannschaften und setzte den Erfolgsrun in der ersten Finalrunde in Scharnstein fort. Mit 1577 Ringen im Achtel- und 1574 Ringen im Viertelfinale untermauerte die Equipe aus der Rheintalgemeide ihre Anwartschaft auf den erstmaligen Gewinn der nationalen Krone.
Nach dem 21:11-Erfolg (1576:1565 Ringe) im Halbfinale gegen die SSG Innervillgarten lieferte sich die von Harald Mallin und Hannes Gopp betreute Ländle-Equipe und Bad Goisern beim Final-Four in Kössen vom ersten bis zum letzten Schuss ein packendes Duell auf Augenhöhe. Nach der ersten Zehnerserie von allen vier Schützen lag Altach mit 7:1 vorne, ehe die Oberösterreicher das Kommando übernahmen und nach einem 5:3 und 8:0 in der zweiten und dritten Zehnerserie sich mit dem 14:10-Zwischestand auf Titelkurs gefanden. Doch Altach stemmte sich mit aller Vehemenz dagegen, entschied die letzte Zehnerserie mit 6:2 für sich und schafffte den 16:16-Gleichstand.

Nach dem Einsatz bei der Luftdruckwaffen-EM wartet auf Sheileen Waibel  die schulische Reifeprüfung am Bundesgymnasium Dornbirn. Paulitsch
Nach dem Einsatz bei der Luftdruckwaffen-EM wartet auf Sheileen Waibel die schulische Reifeprüfung am Bundesgymnasium Dornbirn. Paulitsch

Damit musste die Entscheidung im Stechen fallen, in der jeder der vier Schützen einen Schuss abfeuerte. Während Waibel und Muxel zunächst einen Punkt holten, waren es im zweiten Stechen Pribitzer, Waibel und Diem, die den umjubelten Gesamtsieg fixierten. „Obwohl ich erst 18 Jahre alt bin, habe im Verlauf meiner Karriere nicht viele Wettkämpfe miterlebt, die mit einer ähnlichen Spannung verlaufenden sind“, betont Sheileen Waibel. „Normalerweise ist es so, dass im Schießen jeder Sportler einen Einzelwerttkampf absolviert und die Einzelresultate für die Teamwertung addiert werden. Doch der Modus so einer Bundesliga-Begegnung ist schon einzigartig. Oft fällt so wie gegen Bad Goisern die Entscheidung erst in der letzten Zehnerserie und jeder in der Mannschaft verfolgt mit einem Auge auch die Geschnisse auf dem Stand neben sich. Bei einem internationalen Wettkampf eigentlich undenkbar – doch wenn es am Ende so ausgeht wie in diesem Fall, darf man so etwas schon verraten, ohne vom Trainer eine Rüge zu erhalten.“

Lange Zeit, ihren Erfolg auszukosten, hat die 18-jährige Tochter von National- und Landestrainer Wolfram Waibel jun. aber nicht. Am Donnerstag startet die finale Phase vor der Luftdruckwaffen-EM (16. bis 25. 3.), ehe für Vorarlbergs einzige EM-Starterin die schulische Reifeprüfung am Bundesgymnasium Dornbirn in ihrer Prioritätenliste an ovorderste Stelle rückt.