Bühne frei für Sportereignis von besonderer Bedeutung

Sport / 05.03.2019 • 20:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Bei den letzten Weltsommerspielen 2015 in Los Angeles holten Vorarlbergs Special-Olympics-Sportler insgesamt zehn Medaillen. Paulitsch
Bei den letzten Weltsommerspielen 2015 in Los Angeles holten Vorarlbergs Special-Olympics-Sportler insgesamt zehn Medaillen. Paulitsch

Die 15. Weltsommerspiele der Special Olympics finden in Abu Dhabi und Dubai erstmals auf Arabischen Boden statt.

Abu Dhabi 51 Jahre nach der Premiere 1968 in Chicago, werden vom 14. bis zum 21. März die 15. Special Olympics Weltsommerspiele der Geschichte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ausgetragen. Dabei handelt es sich um das größte und wohl humanitärste Sportereignis des Jahres. Unter dem Motto „Meet the Determined“ werden rund 7500 Athleten aus über 190 Nationen, 4000 Trainer, 20.000 Volunteers und knapp 500.000 Zuschauer vor Ort zusammenfinden. Bei diesen besonderen Spielen stehen nicht nur die Wettkämpfe im Vordergrund, sondern auch der Grundgedanke, Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung in allen Bereichen der Gesellschaft zu integrieren.

Erste Spiele im Arabischen Raum

Mit den ersten Special Olympics Weltspielen im arabischen Raum soll ein Zeichen für Integration und für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung gesetzt werden. „In Abu Dhabi hat man weder Kosten noch Mühen gescheut, um der ganzen Welt zu zeigen, dass man den Athleten, Trainer und Betreuern aus allen Kontinenten eine perfekte Bühne bieten kann“, betont Jürgen Winter, Präsident von Special Olympics Österreich.
Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung. Jährlich werden in rund 170 Ländern über 100.000 Veranstaltungen durchgeführt. Seit knapp 55 Jahren setzt sich der Verein für die Inklusion von Menschen mit Handicap ein. Ziel ist es, Akzeptanz zum Thema Behinderung innerhalb der Gesellschaft zu erreichen.
Die Anfänge der Special Olympics gehen auf eine Initiative des Kennedy-Clans im Jahr 1962 zurück. Eunice Kennedy Shriver, Schwester von US-Präsident John F. Kennedy und der intellektuell beeinträchtigten Rosemary, veranstaltete 1962 erstmals Sommercamps für beeinträchtigte Menschen. Körperliche Aktivitäten sollen ihnen dabei helfen, das Selbstvertrauen zu verbessern, den Alltag leichter zu bewältigen, Ängste und Stress abzubauen, und den Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen fördern und so die Integration in die Gesellschaft unterstützen.
Nach anfänglicher Skepsis beteiligten sich bei den ersten Internationalen Sommerspielen der Special Olympics 1968 rund 1000 Sportler aus den USA und Kanada. Mittlerweile erreicht die Sportbewegung 4,2 Millionen Athleten mit mentaler Beeinträchtigung in 170 Ländern.

Seit 1988 vom IOC anerkannt

Seit 1988 ist dieser Verein auch vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannt. Hauptsitz der Special Olympics ist in Washington, D.C. Vorstand des Vereins ist der 59-jährige Timothy Shriver, Sohn der Gründerin: „Bis heute ist die Mission der Special Olympics von der Liebe und Hoffnung meiner Mutter geprägt.“ In den 1980er Jahren wurden die Ideen und Visionen von Eunice Shriver auch in Österreich umgesetzt. Knapp sechs Jahre später nahmen erstmalig drei Sportler der rot-weiß-roten-Delegation an Weltspielen teil. Eine Etablierung dieser Sportbewegung fand mit der Gründung von Special Olympics Österreich, mit Sitz in Schladming, im Jahr 1993 statt.
Der Verein betreut aktuell rund 20.000 Sportler über Behindertenorganisationen, Schulen, Familien und Sportvereine. In 32 Sportarten, von Boccia bis Ski Alpin, werden das ganze Jahr über Trainings und Wettkämpfe angeboten. Zur Teilnahme an nationalen Wettkämpfen müssen Aktive mindestens acht Jahre alt sein und ein amtliches Attest vorweisen, das eine mentale Behinderung oder kognitive Entwicklungsstörung bestätigt
Der Verein ist nicht gewinnorientiert und auf Förderungen und Spenden angewiesen.

Kultureller Austausch

Eine Beziehung zwischen Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es bereits seit mehreren Monaten. Gemeinsam mit OMV wurde das Projekt „Austria & UAE – Unified“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, das Bewusstsein für Menschen mit Behinderung zu stärken und somit ein Zeichen für Integration zu setzen. „In erster Linie war es uns wichtig, mit diesem Projekt die Beziehung beider Nationen zu stärken“, betont Olsen. Beide Länder hätten die Chance voneinander zu profitieren. „Wir wollen unsere langjährige Erfahrung in Sachen sportliches Training mit intellektuell beeinträchtigten Menschen weitergeben. Die Vereinigten Arabischen Emirate bieten eine sensationelle sportliche Infrastruktur“, meint Sportdirektor Olsen weiter. Zudem soll das 2017 gegründete Host-Town-Programm den kulturellen Austausch im Rahmen der Weltspiele fördern. Hintergrundgedanke dabei ist, den ausländischen Teams in den ersten Tagen ihrer Ankunft Land, Leute und Kultur des Gastlandes näher zu bringen.

Prominente Unterstützer

Einer der bekanntesten und tatkräftigsten Unterstützer der Special Olympics ist Terminator-Legende Arnold Schwarzenegger, ehemaliger Mann an der Seite von Shrivers Tochter Maria. Der frühere Gouverneur von Kalifornien ist Ehrenpräsident der Special Olympics Österreich. Bei seinen Heim-Spielen in Los Angeles 2015 lud er die österreichische Delegation der Special Olympics sogar zum Grillfest zu sich nach Hause ein.
Durch die zahlreiche Unterstützung von von internationalen Persönlichkeiten wie Jackie Chan, Bill Clinton, Bon Jovi oder auch ÖSV-Helden Marcel Hirscher und Anna Veith, ist es gelungen, öffentliche Stellen und die Politik für das Thema rund um Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung zu sensibilisieren.
Auch Ex-First-Lady Michelle Obama zählt zu den Größen, die sich für die Special Olympics einsetzen. Vor vier Jahren eröffnete sie die World Summer Games in Los Angeles. Ihre Begeisterung für die Veranstaltung zeigte sie bei ihrer Rede: „Diese Spiele stehen im Zeichen der Vereintheit. Wir sind alle im selben Boot und haben die Chance uns gegenseitung zu unterstützen.“

Am 14. März dieses Jahres findet die Eröffnungsfeier der größten Weltsommerspiele in der Geschichte von Special Olympics statt. Rund 45.000 Zuschauer werden sich im Zayed-Sports-City-Stadion in Abu Dhabi zusammenfinden und die internationalen Teams und ihre Sportler bejubeln.