Jetzt auch Johannes Dürr festgenommen

05.03.2019 • 21:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ex-Langläufer Johannes Dürr ist festgenommen worden.apa
Ex-Langläufer Johannes Dürr ist festgenommen worden.apa

Niederösterreich war Auslöser für Doping-Razzien.

Innsbruck Die Bestätigung der Person (Johannes Dürr) erfolgte durch den deutschen Anwalt Michael Lehner, denn zuvor sprach die Anklagebehörde davon, dass sich ein „Verdacht gegen einen weiteren Langläufer“ ergeben habe, der „zuvor selbst aufgrund seiner Angaben die Ermittlungen in Deutschland gegen den Sportmediziner aus Erfurt in Gang gebracht hat“. „Diese neuen Ermittlungsergebnisse haben es erforderlich gemacht, den Mann über Anordnung der Staatsanwaltschaft festzunehmen“, hieß es in einer Aussendung der Staatsanwaltschaft. Die Vernehmung und weitere Ermittlungen seien im Laufen, nähere Auskünfte zur Verdachtslage und zum Ermittlungsstand wurden nicht gemacht. Binnen 48 Stunden müsse nun entscheiden werden, ob der Verdächtige wieder zu enthaften ist oder ob bei Gericht die Verhängung der Untersuchungshaft beantragt wird.

Der 31-jährige Niederösterreicher Dürr war laut Staatsanwaltschaft München Auslöser für die Doping-Ermittlungen und die Razzien in Seefeld und Erfurt. Der Langläufer, der bei Olympia 2014 positiv auf EPO getestet und danach für zwei Jahre gesperrt worden war, hatte jüngst in einer ARD-Dokumentation umfassend über Dopingpraktiken im Leistungssport ausgepackt. Am späten Dienstagvormittag wurde er laut Medienberichten an seinem Arbeitsplatz in Innsbruck – Dürr ist Zollbeamter – festgenommen. Zuletzt war Dürr ins Schussfeld des ÖSV geraten. Dessen Präsident Peter Schröcksnadel erklärte in einem Interview, er wisse aus gesicherter Quelle, dass Dürr die des Dopings verdächtigen ÖSV-Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf zum hauptverdächtigen deutschen Sportmediziner vermittelt habe. In dieselbe Richtung gingen weitere Berichte, wonach Dürr „ein Drahtzieher“ hinter dem Betrug gewesen sein soll. Hauke und Baldauf sollen laut „Krone“ im Zuge ihrer Einvernahmen zu Protokoll gegeben haben, dass Dürr ihnen 2016 „Tür und Tor zum deutschen Arzt in Erfurt“ geöffnet habe.

Indes gab ÖSV-Langlauf- und Biathlon-Chef Markus Gandler an, er bereite eine Klage gegen Dürr vor weil dieser angegeben habe, dass er auch von Personal des ÖSV bei unerlaubten Praktiken unterstützt worden sei.

„Die Festnahme erfolgte wegen Verdachts des schweren Betrugs und Sportbetrugs.“