Köpferollen beim Schulsportverein

05.03.2019 • 20:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Kapitänin Anna Moosbrugger wird so wie drei weitere Spielerinnen nicht mehr für den SSV Dornbirn-Schoren tätig sein. VN/Stiplovsek
Kapitänin Anna Moosbrugger wird so wie drei weitere Spielerinnen nicht mehr für den SSV Dornbirn-Schoren tätig sein. VN/Stiplovsek

Moosbrugger, Rauch, Feierle und Franz nicht mehr im Kader des SSV Dornbirn-Schoren.

Dornbirn Beim Schulsportverein Dornbirn-Schoren kam es vier Tage vor dem ÖHB-Cup-Halbfinalheimspiel am Samstag (18 Uhr, Handballarena Rieden in Bregenz) gegen Ligakonkurrent MGA/Fivers und vor dem Endspurt in der Women Handball Austria League (WHA) zum großen Köpferollen. Aufgrund von disziplinären Vorkommnissen hat man mit sofortiger Wirkung von den Kapitänin Anna Moosbrugger, Goalgetterin Johanna Rauch, Julia Feierle (alle 28) und Nadine Franz die Vereinbarungen aufgelöst. „Diese Trennung war leider nötig. Wir sind enttäuscht, dass sich langjährige Spielerinnen des Vereins so verhalten haben“, fasst der Obmann des SSV Dornbirn-Schoren, DDr. Christoph Scheiderbauer, die Situation zusammen und führt weiter aus: „So ein Schritt tut weh, ist aber unumgänglich gewesen. Bei aller Enttäuschung über ihr Verhalten, danken wir trotzdem für den langjährigen Einsatz in unserem Verein und wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft.“

Vorerst keine Stellungnahme

Während die Spielerinnen zu den Beweggründen vorerst keine Stellungsnahme abgeben wollten und Anna Mossbrugger stellvertretend lediglich darauf verwies, dass alle vier Spielerinnen bereits im Training am Montag, vor der offiziellen Mitteilung des Vereins am folgenden Tag, bereits ihre Teamkolleginnen darüber informiert hatten, dass sie aus persönlichen Gründen ab sofort nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Auch Günter Marksteiner, Sportlicher Leiter und Geschäftsführer des Schulsportvereins, wollte keine näheren Details nennen, die zur Trennung geführt haben: „Die Probleme sind nicht erst seit dem Wochenende da, sondern es ist ja schon seit längerer Zeit immer wieder zu Reibungspunkten gekommen“, erklärt Marksteiner. „Jetzt ist aber ein Punkt erreicht, der die Vereinsführung zu diesem Schritt veranlasst hat. Es würde nichts bringen und nur zusätzliche Probleme schaffen, wenn man Details dazu in der Öffentlichkeit breittreten würde. Fakt ist, dass es immer eine unangenehme Sache ist, wenn man in so einer Art und Weise eine langjährige Zusammenarbeit auflöst. Ich habe alle vier Spielerinnen vor der Kundmachung über den Beschluss des Vereins telefonisch informiert und nun heißt es, sich neu orientieren und den Blick nach vorne zu richten“, so Marksteiner abschließend.

Johanna Rauch ist mit 76 Treffern aktuell die erfolgreichste SSV-Torschützin in der Women Handball Austria League. VN/Sams
Johanna Rauch ist mit 76 Treffern aktuell die erfolgreichste SSV-Torschützin in der Women Handball Austria League. VN/Sams

Klare Worte des Trainerin

Von einem „bedauerlichen, am Ende aber unumgänglichen Entschluss“ sprach SSV-Trainerin Ausra Fridrikas. „Ich bin schon etwas müde, über die Sache zu sprechen. Ich habe immer wieder versucht, einen Weg zu finden. In Summe sind aber Dinge vorgefallen, die innerhalb einer Mannschaft nicht verloren haben und die endgültige Trennung ist dann eben die letzte Möglichkeit, die Sache zu beenden“, erklärt die ehemalige Welthandballerin, die seit Jänner 2018 als Cheftrainerin des Schulsportvereins tätig ist. „Die verantwortlichen Personen haben die Entscheidung getroffen, in Zukunft nur mehr mit Spielerinnen zu arbeiten, die auch die entsprechende Einstellung zum Sport haben. Die vier Spielerinnen haben aufgrund ihres Alters auch eine gewisse Vorbildfunktion innerhalb des Teams, die nicht mehr gegeben war und zur Trennung geführt hat.“

Kreisläuferin Julia Feuerle war bislang die älteste Spielerin im SSV-Kader. VN/Lerch
Kreisläuferin Julia Feuerle war bislang die älteste Spielerin im SSV-Kader. VN/Lerch

Der Neuausrichtung mit einem Kader, in dem Torfrau Katja Rauter mit 23 Jahren nun die älteste Spielerin ist, blickt Fridrikas trotzdem zuversichtlich entgegen: „Bereits am Samstag wartet mit dem Cup-Halbfinale der nächste Prüfstein und in der WHA warten noch sieben Spiele. Wir wollen den maximalen Ertrag erreichen und werden alles dafür geben.“

Kreisläuferin Nadine Franz wird zukünftig nicht mehr für den SSV Schoren auflaufen. Steurer
Kreisläuferin Nadine Franz wird zukünftig nicht mehr für den SSV Schoren auflaufen. Steurer