Der gnadenlose Strichkampf und das Buhlen um die Fans

Sport / 08.03.2019 • 08:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Erstmals in diese Saison absolvieren die Ländle-Topvereine ihre Heimspiele am selben Tag und zum selben Zeitpunkt. GEPA
Erstmals in diese Saison absolvieren die Ländle-Topvereine ihre Heimspiele am selben Tag und zum selben Zeitpunkt. GEPA

Alpla HC Hard empfängt West Wien und Bregenz zeitlich Leader Krems.

Hard, Bregenz Am 19./20. April machen die Hochburgen Alpla HC Hard und Bregenz Handball gemeinsame Sache und treten zusammen als Ausrichter der Final-Four-Turniers im Dornbirner Messestadion in Erscheinung. Während die Auslosung kommenden Mittwoch ab 19 Uhr im Rahmen des Spusu-Branchentreffen im Millenium Park in Lustenau zeigen wird, ob es eventuell zu einem Ländle-Vergleich im Halbfinale oder gar Endspiel kommt, buhlen die heimischen Spitzenteams am sechsten Spieltag der Spusu-Liga im Kampf um wichtige Punkte für die Ausgangslage der K.-o.-viertelfinalserie nicht nur um Tabellenpunkte, sondern auch um die Gunst der Fans. Während der regierende Vizemeister Alpla HC Hard am Freitag (19 Uhr) West Wien zu Gast in der Sporthalle am See hat, empfängt knapp drei Kilometer Luftlinie entfernt in der Handballarena Rieden Rekordmeister Bregenz den überlegenen Tabellenführer Krems.

In den Heimspielen gab es einen 27:20- und einen 30:24-Sieg für den Alpla HC Hard und auswärts behielten die Roten Teufel mit 27:26 und 22:21 die Oberhand. GEPA
In den Heimspielen gab es einen 27:20- und einen 30:24-Sieg für den Alpla HC Hard und auswärts behielten die Roten Teufel mit 27:26 und 22:21 die Oberhand. GEPA

Alle vier direkten Duelle hat Hard gewonnen

Die Roten Teufel vom Bodensee haben sich zu Ehren des Weltfrauentages ein attraktives Rahmenprogramm (u. a. wird nach dem Spiel Voice-of-Germany-Sängerin Chantal Dorn auftreten) einfallen lassen: Die Spieler, begleitet von ihren Frauen und Freudinnen, werden in einem speziellen Dress auflaufen werden. Auf dem Parkett wollen die Harder aber keine Gastgeschenke verteilen und mit einem Sieg ihren zweiten Tabellenrang festigen. Cheftrainer Klaus Gärtner: „Für mich als Coach steht trotz des ansprechen Programmpunkte zu Ehren der Frauen natürlich das Spiel im Mittelpunkt. Mit dem 26:23-Heimsieg vor einer Woche gegen Graz haben wir einen Schritt nach vorne gemacht. Um uns ein großeres Polster zu verschaffen, müssen wir aber zwei Punkte gegen West Wien holen. Sogesehen hat die heutige Partie so wie eigentlich alle folgenden richtungsweisen Charakter für uns“, beton der 43-jährige Deutsche. Die Tatsache, das sein Team alle bisherigen vier Saisonduelle gegen das Team aus dem 14. Wiener Bezirk für sich entschieden hat, ist für Gärtner ein kleiner psychologischer Vorteil, aber ganz sicher keine Garantie, dass dies so bleibt. „Abgesehen vom 27:20 und dem 30:24 im Cup waren besonders die Auswärtspartien (Anm. 28:27 bzw. 22:21) extrem eng und es wird sicher wieder ein ganz enge Kiste. Unser Gegner hat unter Neocoach Roland Marouschek ein etwas verändertes Spielsystem, das uns beim 22:21 zum Play-off-Auftakt einige Mühe bereitet hat. Nicht zuletzt deshalb könnte die stimmgewaltige Rückendeckung von der Tribüne zum Zünglein an der Waage im erwarteten Duell auf Augenhöhe im Kampf um zwei enorm wichtigte Punkte sein.“

Im Heimspiel setzte sich Bregenz Handball mit 28:25 durch, in Krems musste man sich 28:29 bzw. 22:23 geschlagen geben. VN/Sams
Im Heimspiel setzte sich Bregenz Handball mit 28:25 durch, in Krems musste man sich 28:29 bzw. 22:23 geschlagen geben. VN/Sams

Von der Papierform her ist Bregenz Außenseiter

Um keine Spur minder die Brisanz, die die Fans bei der Partie in Bregenz erwartet. Während Krems nicht zuletzt aufgrund der überlegen Tabellenführung mit einer breiten Brust an dem Bodensee kommt, sind die Gastgeber personell dezimiert. Cheftrainer Jörg Lützelberger: „Mit Vlatko Mitkov, Ante Esegovic, Lukas Frühstück, Clemens Gangl und Christian Jäger fehlen weiter vier Stammspieler. Dafür kehren Marian Klopcic und Luka Kikanovic nach ihren Blessuren wieder zurück in den Kader.“
Trotz der von der Papierform her klaren Außenseiterrolle zeigt sich Lützelberger optimistisch, dass sein Team zwei Punkte holen kann. „Die Moral im Team passt. Es wird nicht gejammert und jeder ist sich im klaren, dass man noch enger zusammenrücken muss, um die Schadensbegrenzung in dieser Durststrecke so gering wie möglich halten. Wir wollen in den vergleichen vier Play-off-Partien rausholen war geht und spätestens im Cup-Final-4-Turnier und bzw. Viertelfinale mit voller Kapelle durchstarten.“