Salzburg als Außenseiter, Hütter will „zu null“

06.03.2019 • 22:07 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Adi Hütter und sein team wollen gegen Inter den nächsten Schritt machen.APA
Adi Hütter und sein team wollen gegen Inter den nächsten Schritt machen.APA

Die Mozartstädter werden heute in Neapel auf die Probe gestellt.

Neapel, Frankfurt Salzburgs Europa-League-Reise geht heute (21.00 Uhr/live Puls 4 und DAZN) im Achtelfinal-Hinspiel am Fuße des Vesuvs weiter. Mit SSC Napoli baut sich vor den „Bullen“ der vielleicht größte Brocken der vergangenen Jahre auf. „Wir spielen gegen eine abgezockte und auch individuell sehr starke Truppe“, sagte Salzburg-Trainer Marco Rose vor dem Duell mit Italiens Tabellenzweitem.

Respekt bekundete aber auch Roses Gegenüber, Starcoach Carlo Ancelotti. „Salzburg ist eine exzellente Mannschaft. Wir werden zwei starke Vorstellungen brauchen“, betonte der 59-Jährige, der allein in der Champions League 160 Mal an der Seitenlinie dirigierte – und damit öfters als RB Salzburg überhaupt internationale Spiele am Konto hat. Dass seine Truppe nach Cup-Aus und klarem Rückstand auf Serie-A-Leader Juventus in der Europa League ihre letzte Titelchance suchen muss, dürfte sich für Salzburg nicht unbedingt als Vorteil erweisen. „Wir haben uns in der Kabine gesagt, am Donnerstag mit derselben Giftigkeit zu spielen“, betonte Napolis Dries Mertens nach dem 1:2 gegen „Juve“ fast schon trotzig.

Leistung wahrgenommen

Dass der italienische Vizemeister von 2013, 2016 und 2018 dabei durchaus die bessere Mannschaft war, ist auch Salzburgs-Goalgetter Munas Dabbur nicht entgangen. „Wie Napoli gespielt hat, war schon beeindruckend. Sie verfügen in allen Mannschaftsbereichen über hohe Qualität und lassen sich auch von einem Rückstand nicht beirren“, berichtete der Israeli über seine Eindrücke von Lorenzo Insigne, Arkadiusz Milik oder Kalidou Koulibaly. „Mehr denn je werden von uns zwei Topleistungen notwendig sein, um gegen sie bestehen zu können“, sagte der 26-Jährige, der seine Führung in der Europa-League-Torschützenliste mit derzeit sieben Treffern ausbauen könnte.

Salzburgs Gegner bei der Generalprobe besaß zwar nicht das Kaliber von Juve, das 3:0 gegen den WAC tat nach der Niederlage bei Rapid aber zumindest nicht schlecht. Man habe sich „ein gutes Gefühl geholt“, erklärte Rose, der mit seiner Truppe nach den Überraschungen der Vorsaison gegen den BVB oder Lazio Rom Fußball-Europa einmal mehr in Erstaunen versetzen will.

Defensive als Schlüssel

Frankfurt-Trainer Adi Hütter sieht dem Achtelfinal-Heimspiel der Fußball-Europa-League gegen Inter Mailand mit Respekt und Zuversicht entgegen. „Es ist ein besonderer Gegner, gegen den es einer besonderen Leistung bedarf“, sagte der Vorarlberger. „Wir wollen uns eine gute Ausgangsposition verschaffen und zu null spielen.“ Sein Sportdirektor Bruno Hübner träumte indes schon vom Finale am 29. Mai in Baku: „Es ist ein Märchen, und wir wollen es weiterschreiben. Wir haben Baku im Kopf.“ Hütter hält solche Gedanken für legitim: „Träumen darf man. Ich kenne auch das Datum und die Stadt.“ Gleichzeitig warnte der ehemalige Salzburg-Coach vor Inter. Man dürfe nicht vergessen, dass die Mailänder in einer Champions-League-Gruppe mit dem FC Barcelona und Tottenham Hotspur nur durch ein Tor Unterschied ausgeschieden waren.

Vier österreichische Partien

Frankfurt muss heute ohne Stürmerstar Ante Rebic (Kniebeschwerden) auskommen. Martin Hinteregger ist dagegen fit und zählt in der Dreierkette zum Stammpersonal. Neben Salzburg und Frankfurt gibt es heute noch zwei weitere EL-Partien mit österreichischer Beteiligung. Der FC Sevilla und Maximilian Wöber sind im Duell mit Slavia Prag haushoher Favorit. Ex-Austria Wien Spieler Emir Dilaver befindet sich dagegen mit Dinamo Zagreb gegen Benfica in der
Außenseiterrolle.

„Mehr denn je werden von uns zwei Topleistungen notwendig sein.“

Fußball

UEFA Europa League

Achtelfinale, Hinspiele

SSC Napoli – Red Bull Salzburg

Stadio San Paolo, 21 Uhr, SR Kulbakov (BLR) Puls 4 und DAZN live ab 20.15 Uhr)

Mögliche Aufstellungen

Salzburg: Walke – Lainer/Todorovic, Ramalho, Onguene, Ulmer – X. Schlager, Samassekou, Wolf, Junuzovic – Gulbrandsen, Dabbur;
Fraglich: Lainer (Muskelverletzung); Es fehlen: Pongracic (Muskelverletzung), Bernede, Van der Werff (beide nicht auf UEFA-Kaderliste), Ch. Leitgeb, Ludewig (beide nicht im Kader)

Napoli: Meret – Hysaj, Maksimovic, Koulibaly, Rui/Ghoulam – Callejon, Ruiz, Allan, Zielinski – Milik, Insigne; Fraglich: Rui; Es fehlt: Albiol (Knie)

Eintracht Frankfurt – Inter Mailand heute

Stade Rennais FC – Arsenal London heute

FC Sevilla – Slavia Prag heute

Zenit St. Petersburg – FC Villarreal  heute

Dinamo Zagreb – Benfica Lissabon heute

Chelsea FC – Dinamo Kiew heute

FC Valencia – Krasnodar FK heute

Rückspiele: 14. März

DAZN zeigt die Spiele von Frankfurt, Rennais, FC Sevilla, St. Petersburg und Zagreb live ab 18.55 Uhr, zudem die Partien von Valencia und Chelsea ab 21 Uhr.