Die SCRA-Formel: „Elf allein werden zu wenig sein“

Sport / 08.03.2019 • 18:26 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
An der Tafel (rechts oben) oder mit dem Ball (rechts unten), Wolfgang Luisser und Georg Zellhofer mit dem Versuch, die Spieler von ihrer Spielphilosophie zu überzeugen. Fix: Samuel Oum-Gouet (großes Bild) kehrt in die Startelf zurück.Hartinger
An der Tafel (rechts oben) oder mit dem Ball (rechts unten), Wolfgang Luisser und Georg Zellhofer mit dem Versuch, die Spieler von ihrer Spielphilosophie zu überzeugen. Fix: Samuel Oum-Gouet (großes Bild) kehrt in die Startelf zurück.Hartinger

Interimscoach Wolfgang Luisser setzt gegen Austria auf mannschaftlichen Zusammenhalt.

Altach Das Wort „Premiere“ hat vor dem Spiel eins der Nach-Grabherr-Ära beim Cashpoint SCR Altach Einzug gehalten. Kein Wunder, hat Interimscoach Wolfgang Luisser gestern doch seine erste Woche als Chefcoach hinter sich gebracht. Deshalb lässt er vor dem Spiel bei der Wiener Austria (Sonntag, 17 Uhr) durchaus einen Blick in seine Gefühlswelt, vom Co- zum Headcoach gewechselt zu sein, zu. „Natürlich“, so erzählt der 39-Jährige, „natürlich ist es ein Unterschied. Als Cotrainer spricht man sich mit seinem Chef ab und bekommt Teilaufgaben, die man ausarbeiten und umsetzen muss. Als Cheftrainer muss man das Große und Ganze sehen. Auch der Umgang mit der Mannschaft ist ein anderer. Normalerweise bin ich als Co jener, der den Draht zu den Spielern sucht, der hin und wieder die Spannung raus- und die Spieler beiseite nimmt. In der ersten Reihe muss die Wortwahl gezielter sein.“

Ein Duo soll es richten

Wichtig sei deshalb gewesen, nach dem Rückfall ans Tabellenende, die Köpfe wieder aufzurichten und den Spaß zurückzubringen. Ansonsten, so der Burgenländer, sei es nicht möglich, in einer Woche alles über den Haufen zu werfen. „Das war auch nicht unser Ansinnen. Auch nicht hinsichtlich der Spieler.“ Mit „wir“ meint Luisser Sportchef Georg Zellhofer. „Er hat mich diese Woche sehr unterstützt“, sagt er. Deshalb werden am Sonntag beim Spiel in Wien beide auf der Trainerbank Platz nehmen. Auch für den 58-jährigen Geschäftsführer Sport eine emotionale Sache. Immerhin war dies vor mehr als acht Jahren der Fall, als er als LASK-Coach im November 2018 ein 0:0-Heimremis gegen Wacker Innsbruck mit Trainer Walter Kogler erreichte. „Ich weiß wirklich nicht, ob ich es schaffe, ruhig sitzen zu bleiben“, scherzt Zellhofer deshalb mit Blickrichtung Austria-Spiel. Dass der Niederösterreicher selbst einmal für fünf Monate Coach bei den „Veilchen“ war und Luisser vor seinem Altach-Gastspiel für kurze Zeit unter Austria-Trainer Thomas Letsch als Co bei Erzgebirge Aue arbeitete, sorgt für zusätzliche Brisanz vor dem Aufeinandertreffen beider Mannschaften. Hinzu kommt eine gewisse Anspannung, weil Luisser erstmals als Chefcoach auf der Bank sitzt und das beim Premierenspiel der Cashpoint-Truppe in der neuen Generali-Arena.

Der Ansatz des SCRA-Duos in der Woche nach der Trainerentlassung war klar: Mit einfachen, kurzen Spielformen sowohl die Zweikämpfe vermehrt in den Mittelpunkt zu stellen und die Spieler zurück „zu den Basics im Fußball“ (Luisser) zu bringen. Eine Tatsache, die in der Mannschaft selbst gut angekommen ist, wie Außenspieler Emir Karic bestätigt. „Es geht halt im Spiel einfach darum, dass wir im Zweikampf den letzten Schritt annehmen müssen“, so der 21-Jährige. „Da fehlte uns zuletzt die Überzeugung und Konsequenz, die notwendig ist. Dann passieren halt auch die Fehler.“ Jetzt, so Karic, hoffe er, dass mit der Leidenschaft und Intensität aus dem Training auch das Spiel bestritten wird. Die derzeitige Situation sei vor allem auch der fehlenden Selbstverständlichkeit geschuldet. Und was die Marschroute für Sonntag betrifft, hat er eine einfache Antwort: „Wir müssen vorne das Tor erzwingen und hinten muss die Null stehen.“

Für den Trainer ist es durchaus ein Vorteil, das erste Spiel auswärts bestreiten zu müssen. „Wir haben uns generell leichter getan, wenn wir nicht das Spiel diktieren müssen. Das war bei Rapid so, aber auch in Linz oder auch in Salzburg.“ Wichtig sei nun der Zusammenhalt, denn auch Luisser sieht jetzt die Spieler, die Mannschaft in der Mitverantwortung. Dabei spricht er den gesamten Kader an, denn: „Elf allein werden zu wenig sein.“

„Ich weiß wirklich nicht, ob ich es schaffen werde, ruhig sitzen zu bleiben.“

Fußball, tipico Bundesliga 2018/19

21. Spieltag

FC RB Salzburg – SK Sturm Graz Sonntag

Red Bull Arena, 17 Uhr, SR Drachta (OÖ) SKY SPORT AUSTRIA

FK Austria Wien – Cashpoint SCR Altach Sonntag

Generali Arena, 17 Uhr, SR Schüttengruber (OÖ) SKY SPORT AUSTRIA

SV Mattersburg – SK Rapid Wien Sonntag

Pappelstadion, 17 Uhr, SR Dominik Gishamer (S) SKY SPORT AUSTRIA

FC Admira Wacker – SKN St. Pölten Sonntag

BSFZ-Arena, 17 Uhr, SR Altmann (T) SKY SPORT AUSTRIA

LASK Linz – FC Wacker Innsbruck Sonntag

TGW Arena, 17 Uhr, SR Ciochirca (ST) SKY SPORT AUSTRIA

TSV Hartberg – Wolfsberger AC Sonntag

Profertil Arena Hartberg, 17 Uhr, SR Jäger (S) SKY SPORT AUSTRIA

Tabelle

 1. FC RB Salzburg 20 16 3 1 49:18 + 31 51

 2. LASK Linz 20 11 7 2 36:18 + 18 40

 3. FK Austria Wien 20 9 3 8 28:24 +  4 30

 4. SKN St. Pölten 20 8 6 6 24:25 –  1 30

 5. Wolfsberger AC 20 7 7 6 29:28 +  1 28

 6. SK Sturm Graz 20 6 9 5 25:23 +  2 27

 7. SK Rapid Wien 20 7 5 8 23:25 –  2 26

 8. TSV Hartberg 20 7 3 10 32:42 – 10 24

 9. SV Mattersburg 20 6 5 9 24:35 – 10 23

10. FC Wacker Innsbruck 20 4 5 11 17:30 – 13 17

11. FC Admira W. Mödling 20 4 5 11 21:38 – 17 17

12. Cashpoint SCR Altach 20 3 6 11 26:29 –  3 15

Teamnews

FK AUSTRIA WIEN

AUFSTELLUNG (4-3-1-2) Pentz; Klein, Madl, Schoissengeyr, Martschinko; Sax, Alexander Grünwald, Jeggo, Matic; Monschein, Edomwonyi

Ersatz Lucic; Cuevas, Demaku, Prokop, Sarkaria, Ewandro, Turgeman

Es fehlen Igor (gesperrt), Ebner (Entzündung im Adduktorenbereich)

CASHPOINT SCR ALTACH

AUFSTELLUNG (4-4-2) Kobras; Lienhart, Zwischenbrugger, Zech, Netzer; Fischer, Gouet, Dobras, Karic; Gebauer, Mergim Berisha

Ersatz Lukse; Luckeneder, Meilinger, Piesinger, Stefan Nutz, Gatt, Grbic

Es fehlen Müller (Aufbautraining), Schreiner, Aigner, Ngwat-Mahop, Zottele (alle rekonvaleszent), Mwila, Sherko, Anderson (alle Amateure)