„Es war ein Alleingang des Obmanns“

08.03.2019 • 21:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Langjährige Funktionärinnen des SSV Schoren legen ihre Funktionen zurück.

Dornbirn Mit dem ÖHB-Cup-Halbfinalspiel gegen Ligakonkurrent MGA/Fivers wartet heute (18 Uhr, Handballarena Rieden in Bregenz) auf die Handballerinnen des SSV Dornbirn-Schoren das „Spiel des Jahres“. Der Schulsportverein hat die Chance, sich nach 2010 (Anm. 18:29 gegen den 27-fachen Cupholder Hypo) zum zweiten Mal für das Endspiel, dass am 20. April im Rahmen des Final-4-Turniers im Dornbirner Messestadion ausgetragen wird, zu qualifizieren. Eigentlich eine erfreuliche Sache, wären da nicht die vereinsinternen Turbulenzen zu Wochenbeginn gewesen. Aufgrund von disziplinären Vorkommnissen trennte man sich mit sofortiger Wirkung von Kapitänin Anna Moosbrugger, Johanna Rauch, Julia Feierle (alle 28) und Nadine Franz (27). „Diese Trennung war leider nötig. Wir sind enttäuscht, dass sich langjährige Spielerinnen des Vereins so verhalten haben“, wurde der Obmann des SSV Dornbirn-Schoren, DDr. Christoph Scheiderbauer, in einer Presseaussendung zitiert.

Wie sich nun herausgestellt hat, wurde über diese Angelegenheit im Vereinsvorstand weder gesprochen noch entschieden. „Die Entlassung der Spielerinnen ist im Alleingang durch den Obmann und den Sportlichen Leiter und Geschäftsführer (Anm. Günter Marksteiner) ausgesprochen worden, ohne mit den weiteren Vorstandsmitgliedern zu sprechen oder eine Vorstandssitzung einzuberufen“, erklärt Claudia Preg in einer schriftlichen Klarstellung.

Preg und Greber zurückgetreten

Weder Preg, Obmannstellvertreterin und Schriftführerin, noch Kassierin Maria Greber, beide seit vielen Jahren Mitglieder des Vorstands, wurden in die Entscheidungsfindung einbezogen, sondern wurden erst zeitgleich mit der Bekanntgabe von ihren Vorstandskollegen darüber informiert. Aufgrund der inakzeptablen Vorgangsweise haben sowohl Preg als auch Greber mit sofortiger Wirkung ihre Funktionen zurückgelegt. „Unserer Auffassung nach muss eine Entscheidung von so großer Tragweite im Vorstand diskutiert und abgestimmt werden und darf nicht im Alleingang durch zwei Vorstandsmitglieder erfolgen“, erklärt Preg stellvertretend. „Unabhängig davon, wie man die Sachlage beurteilt, gehören solche Verfehlungen vereinsintern geklärt und sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Die Spielerinnen sind zu Unrecht vielen Gerüchten ausgesetzt und man sollte bei so einer Vorgangsweise auch bedenken, was dies für ihr Berufsleben bedeutet“, betont Preg abschließend.

Bei all den Dingen wird die Rückkehr zum Alltagsgeschäft nicht einfach zu bewerkstelligen sein und erschwert die sportliche Aufgabe zusätzlich. VN-JD

„So etwas gehört vereinsintern geregelt und ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.“