Vlhova macht es spannend

Sport / 08.03.2019 • 19:20 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Petra Vlhova rettete beim Sieg im Riesentorlauf in Spindleruv Mlyn elf Hundertstel Vorsprung auf Viktoria Rebensburg ins Ziel.apa
Petra Vlhova rettete beim Sieg im Riesentorlauf in Spindleruv Mlyn elf Hundertstel Vorsprung auf Viktoria Rebensburg ins Ziel.apa

Slowakin gewann in Spindlermühle, Shiffrin Dritte, Entscheidung im Riesentorlauf ist noch offen.

Spindleruv Mlyn Im Ski-Weltcup der Damen bleibt auch die Riesentorlauf-Wertung bis zum letzten Rennen offen. Mit ihrem dritten Saisonsieg in dieser Disziplin hat in Spindleruv Mlyn Weltmeisterin Petra Vlhova ihre Ansprüche auf die kleine Kugel untermauert. Mikaela Shiffrin wurde beim Sieg der Slowakin Dritte und liegt 97 Punkte vor Vlhova. Eva-Maria Brem zeigte als Sechste auf.

Platz 15 reicht

Aus der Sicht von Shiffrin fehlt nicht viel auf den erstmaligen Gewinn des Riesentorlauf-Weltcups. Ein 15. Platz würde in Soldeu reichen, um die dritte Kristallkugel in dieser Saison nach der großen für den Gesamtweltcup und jener für den Slalom einzustecken. Vlhova muss schon auf einen Ausfall oder ein total verpatztes Rennen der US-Amerikanerin hoffen und dabei selbst gewinnen. Beim Weltcup-Finale erhalten nur die besten 15 Weltcup-Punkte.

„Der zweite Lauf war viel, viel besser, und ich bin wirklich zufrieden damit und wirklich happy, dass ich ein Podium habe“, erläuterte Halbzeit-Vierte Shiffrin. Hinsichtlich des Riesentorlauf-Weltcups meinte sie: „Ich denke, es ist noch etwas möglich beim Finale. Ich werde noch nicht feiern.“

Vlhova freute sich über ihren insgesamt fünften Saisonsieg. „Es war ein großer Kampf heute, etwas wegen dem Kurs, etwas wegen der Bedingungen, und auch, weil ich hier viele Fans habe. Es ist nicht einfach, den Sieg zu holen, aber ich habe es geschafft. Das ist etwas Unglaubliches“, sagte die 23-Jährige, die Viktoria Rebensburg um 0,11 Sekunden distanzierte. „Es fühlt sich ein bisschen an wie in Flachau, da waren auch so viele Leute, und dort habe ich auch gewonnen. Hier fühle ich mich wie zu Hause.“

Die positive Überraschung aus österreichischer Sicht lieferte im Riesengebirge die Kugel-Empfängerin der Saison 2015/16. Eva-Maria Brem war zuletzt vor fast exakt drei Jahren, am 20. März 2016 in St. Moritz, ähnlich weit vorne gelegen. Damals sicherte sie sich mit einem vierten Platz die kleine Kristallkugel. Acht Monate später erlitt sie im Training einen Schien- und Wadenbeinbruch im linken Bein.

In dieser Saison war ein 16. Rang in Maribor die beste Platzierung der mittlerweile 30-Jährigen gewesen – vor Spindleruv Mlyn. „Ein Super-Rennen von mir“, meinte Brem im Interview mit dem ORF. „Ich glaube, nach allem, was war, nach dem langen Weg darf ich mir die ein, zwei kleinen Fehler, die ich heute gemacht habe, selber einmal verzeihen und zufrieden sein.“

Nicht nach Wunsch

Zwei weitere Österreicherinnen landeten ebenfalls in den Top Ten. Katharina Truppe wurde Achte, Ricarda Haaser verbesserte sich mit der viertbesten Laufzeit hinter Shiffrin vom 15. auf den neunten Platz. „Ich war wirklich happy, dass der Einser aufgeleuchtet hat. Es ist mein erstes Top-Ten-Resultat im Riesentorlauf“, sagte Truppe. Haaser zeigte sich relativ zufrieden: „Der erste Lauf war eh verhaut. Ich weiß, wenn alles zusammenstimmt, dass ich schnell skifahren kann. Der zweite Lauf war viel besser.“

Katharina Liensberger fiel vom elften Rang auf Position 19 zurück, beide Durchgänge verliefen für die Göfnerin nicht nach Wunsch. Bernadette Schild musste sich mit einem 24. Platz begnügen. Alle fünf ÖSV-Läuferinnen schafften die Qualifikation für das Finale in Soldeu.

Ski alpin

Weltcup-Damen-Riesentorlauf Splindleruv Mlyn

1. Petra Vlhova (SVK)  2:24,69 Min. 1:12,59 1:12,10

2. Viktoria Rebensburg (GER)   2:24,80 +00,11 1:13,07 1:11,73

3. Mikaela Shiffrin (USA)   2:25,29 +00,60 1:13,92 1:11,37

4. Federica Brignone (ITA)  2:26,18 +01,49 1:13,68 1:12,50

5. Meta Hrovat (SLO)  2:26,52 +01,83 1:14,59 1:11,93

6. Eva-Maria Brem (AUT)   2:26,66 +01,97 1:14,30 1:12,36

7. Tessa Worley (FRA)  2:26,87 +02,18 1:14,40 1:12,47

8. Katharina Truppe (AUT)   2:27,18 +02,49 1:14,88 1:12,30

9. Ricarda Haaser (AUT)   2:27,31 +02,62 1:15,37 1:11,94

10. Frida Hansdotter (SWE)   2:27,37 +02,68 1:14,57 1:12,80

11. Marta Bassino (ITA)   2:27,60 +02,91 1:14,70 1:12,90

12. Mina Fürst Holtmann (NOR)  2:28,01 +03,32 1:15,84 1:12,17

13. Wendy Holdener (SUI)  2:28,15 +03,46 1:14,98 1:13,17

14. Ragnhild Mowinckel (NOR)  2:28,21 +03,52 1:15,83 1:12,38

15. Kristin Lysdahl (NOR)   2:28,48 +03,79 1:15,97 1:12,51

16. Thea Louise Stjernesund (NOR)  2:28,51 +03,82 1:15,11 1:13,40

Alice Robinson (NZL)   2:28,51 +03,82 1:14,61 1:13,90

18. Marlene Schmotz (GER)   2:28,54 +03,85 1:16,57 1:11,97

19. Katharina Liensberger (AUT)   2:28,60 +03,91 1:15,20 1:13,40

20. Maria Therese Tviberg (NOR)  2:28,70 +04,01 1:16,32 1:12,38

24. Bernadette Schild (AUT)   2:29,19 +04,50 1:15,73 1:13,46

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Sara Hector (SWE), Sofia Goggia (ITA), Maryna Gasienica-Daniel (POL)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Andrea Ellenberger (SUI)