Altacher Befreiungsschlag mit Herz und Biss

Sport / 10.03.2019 • 22:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Jetzt erst recht“ war der Tenor im Altacher Lager nach dem Auswärtssieg bei der Wiener Austria. Im Bild die Spieler bei der Feier mit den Fans.gepa
„Jetzt erst recht“ war der Tenor im Altacher Lager nach dem Auswärtssieg bei der Wiener Austria. Im Bild die Spieler bei der Feier mit den Fans.gepa

Aggressiv und frech kaufte Altach der Austria die Schneid ab und siegte verdient mit 3:1.

Wien Die Aussichten auf Altacher Punkte waren an diesem milden Abend in Favoriten eigentlich gar nicht groß gewesen. Der letzte Auswärtssieg schon sechs Gastspiele, der letzte Punkt in der mittlerweile neu gebauten Generali Arena schon mehr als drei Jahre her. Doch mit der Cheftrainer-Premiere von Wolfgang Luisser wollte man nach der Entlassung von Werner Grabherr endlich ein Lebenszeichen und die Rote Laterne abgeben. Tatsächlich wurden die 70 mitgereisten Altach-Mitarbeiter bei ihrer Funktionärsreise (einmal im Jahr spendiert der Klub eine große Auswärtsfahrt) nicht enttäuscht. Noch lange nach der Partie feierten sie ausgelassen den unerwarteten Triumph, bei dem sich die Spieler so aggressiv und stürmisch in die Zweikämpfe warfen, wie der starke böige Wind im Stadion auf den Ball.

Schon nach vier Minuten spielte Gebauer Berisha mit einem Lochpass frei. Der umkurvte von außen die Austria-Abwehr und legte für Marco Meilinger auf, der den Ball zur Führung über die Linie drückte. Er war einer von drei Neuen in der Altacher Startelf. „Bei deinem ersten Spiel als Cheftrainer musst du einfach etwas ändern“, war Luisser über seine Entscheidung happy. „Der beste Mann am Platz“, brachte es Sportchef Georg Zellhofer auf den Punkt. Sieben Minuten später schlug die Austria zurück. Zech bediente mit einem kapitalen Fehlpass FAK-Angreifer Turgeman. Die Stange rettete, doch Bright Edomwonyi staubte zum Ausgleich ab. Die Altacher, in ihrem 3-4-3 bemüht, sich nicht zu verstecken, blieben aber weiterhin bissig im Zweikampf und flink im Umschaltspiel. Und wurden abermals belohnt, als Berisha einen Nutz-Freistoß zur Mitte köpfte und Netzer abstaubte. Dass Altachs Kapitän beim Freistoß von Nutz knapp im Abseits stand, war dem Ex-Austrianer herzlich egal. Altachs Führung nach 21 Minuten hätte die Austria in Minute 34 fast wieder wettgemacht. Doch Zech blockte einen Schuss von Monschein gerade noch im Rutschen. Weil auch Turgeman bei einem Heber über Kobras nur die Latte traf (46.) rettete Altach die Führung in die Pause, verlor aber nach 41 Minuten Netzer mit einer Knöchelverletzung. Für ihn kam Zwischenbrugger.

Gleich nach dem Wechsel gab es für die Luisser-Elf aber sogar die Chance auf das 3:1. Ein abgefälschter Karic-Schuss knapp außerhalb der Strafraumgrenze streifte nur knapp am Pfosten vorbei. Pentz wäre geschlagen gewesen. Auch sein Gegenüber Kobras hatte Glück, ließ bei einer vom Wind verblasenen Flanke den Ball durch die Finger rutschen, der setzte zu seinem Glück vor der Linie auf. Gerade als die Wiener eine Schlussoffensive starteten, nahm sich der eingewechselte Fischer ein Herz, flitzte mit einem Antritt mitten durch die Austria-Abwehr und holte gegen den herausstürmenden Pentz geschickt einen Elfer heraus. Der Gefoulte verwandelte selbst und fixierte mit dem 3:1 (90.) den ersten Altacher Auswärtssieg seit 162 Tagen und dem 4:2 bei der Admira im September. So gab man die Rote Laterne an Innsbruck ab. „Befreiend, das ist mental wichtig“, so Nutz. Und Zellhofer ergänzte: „Es wird noch ein harter Weg, aber bei der Austria zu gewinnen, ist schon ein Highlight.“

„Der Schlüssel zum Erfolg war, dass wir mutig nach vorne verteidigt haben.“

Die Altacher Trainerbank mit Wolfgang Luisser (Mitte) und Georg Zellhofer (r.).gepa
Die Altacher Trainerbank mit Wolfgang Luisser (Mitte) und Georg Zellhofer (r.).gepa

Die Zahlen zum Spiel

FK Austria Wien Cashpoint SCR Altach

17 Schüsse gesamt 7

 6 Schüsse auf das Tor 5

60 % Ballbesitz 40 %

 6 Ecken 3

22 Flanken 14

52 % Zweikampfquote 48 %

 4 Abseits 5

74 % Passquote 59 %

15 Fouls 22