Spätes Glück für die Austria

Sport / 10.03.2019 • 17:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der zweiten Halbzeit ging es zeitweise hart zur Sache. Gepa
In der zweiten Halbzeit ging es zeitweise hart zur Sache. Gepa

Lustenau besiegt Horn nach einem späten Tor mit 2:1.

Lustenau Es hätte die große Ronivaldo-Show werden können. Drei Treffer, vier Treffer, fünf Treffer – was wäre an diesem Sonntagvormittag möglich gewesen. „Einmal haue ich in den Boden, einmal pfeift der Schiedsrichter Foul, obwohl es keines war“, ärgert er sich nach dem Spiel. „Aber das ist egal. Der Sieg zählt.“ Und ohne persönliches Erfolgserlebnis verlässt Ronivaldo den Rasen des Reichshofstadions ja nicht. Schließlich bringt er Austria Lustenau in der ersten Halbzeit in Führung und ebnet den Weg zum 2:1-Heimsieg gegen das Tabellenschlusslicht SV Horn.

Damit ist die Geschichte der ersten Halbzeit schon fast erzählt. Sie als höhepunktarm zu bezeichnen, wäre noch übertrieben. Einzig in der 26. Minute wird es laut, als Austria-Keeper Kevin Kunz die Kugel per Ausschuss nach vorne jagt und Ronivaldo den Zweikampf gegen Horns Lukas Denner gewinnt. Sein Lauf auf das Tor wird durch einen Pfiff gestoppt. Foul, große Aufregung, aber weiter 0:0. In der 43. Minute fällt es einem anderen Horner Verteidiger, Raffael Behounek, schwer, einen langen Ball zu kontrollieren. Wieder nutzt Ronivaldo die technische Schwäche, wieder läuft er allein auf das Tor zu, diesmal ohne Pfiff. Er umkurvt Torhüter Christoph Haas und jubelt: 1:0.

Ansonsten ist von beiden Teams nichts zu sehen. Austria-Trainer Gernot Plassnegger weiß: „In der ersten Halbzeit haben wir die Vorgänge der vergangenen Wochen gemerkt. Die Köpfe spielen im Fußball eine große Rolle. Da kann man nicht einfach federleicht drauflos spielen. Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Sieg verdient. Da kann ich auch mit den vergebenen Chancen leben.“

Ein alter Fußballspruch lautet: Wer die Tore vorne nicht macht, bekommt sie hinten. Austria Lustenau hat in der zweiten Halbzeit alles dafür getan, diese Weisheit mit Wahrheitsgehalt auszustatten. 58. Minute: Horns Marcel Toth rettet nach einem Kopfball von Ronivaldo auf der Linie. 59. Minute: Canadi auf Ronivaldo, der scheitert. 61. Minute: Wieder Canadi auf Ronivaldo, wieder scheitert er. 63. Minute: Ronivaldo steht plötzlich allein vor Horn-Keeper Haas, kann aber nicht verwerten. 65. Minute: Auf der anderen Seite lässt Marvin Glavas einen Sitzer aus. Nachdem Ronivaldo in der 76. Minute die nächste Großchance versemmelt, folgt die Strafe. Horn bekommt in Minute 83 rund 30 Meter vor dem Tor einen Freistoß zugesprochen. Passend zum Lustenauer Frühjahr verwandelt Miroslav Milosevic aus eigentlich harmloser Distanz ins lange Eck, plötzlich steht es 1:1, auf einmal zittern die 1200 Zuschauer wieder.

„Wir haben immer an den Sieg geglaubt“, sagt Plassnegger nach dem Spiel. Glaube versetzt Berge, für den Sieg ist aber auch Williams Kopf vonnöten. Er trifft in der 93. Minute nach einem Eckball und belohnt die Zuseher doch noch dafür, dass sie am Sonntagvormittag ins Reichshofstadion gekommen sind. Plassneggers Resümee in einem Wort: „Zufrieden.“ Während die Fans noch jubeln, denkt Ronivaldo schon an das nächste Spiel: „Am Freitag stehen wir vor der nächsten schwierigen Herausforderung.“ Vielleicht wieder mit Ronivaldo in der Hauptrolle.

Ronivaldo trifft wieder! Am Sonntagvormittag wäre es allerdings öfters möglich gewesen.GEPA
Ronivaldo trifft wieder! Am Sonntagvormittag wäre es allerdings öfters möglich gewesen.GEPA

Ich bin zufrieden. In dieser Phase sind die Punkte wichtig. Wer glaubt, dass wir auf dem Platz nun ein Feuerwerk entzünden, liegt falsch. Wie der Sieg entstanden ist, fragt in kurzer Zeit niemand mehr. Es wäre ungerecht gewesen, wenn wir heute nur mit einem Punkt vom Platz wären. Gernot Plassnegger, Austria-Trainer