So will Neo-Coach Markus Burger die Bregenzer Handballer wieder zu Erfolgen führen

12.03.2019 • 21:01 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Sport-Vorstand Gregor Günther, Neo-Cheftrainer Markus Burger und Sport-Geschäftsführer Björn Tyrner (v. l.). Verein
Sport-Vorstand Gregor Günther, Neo-Cheftrainer Markus Burger und Sport-Geschäftsführer Björn Tyrner (v. l.). Verein

Markus Burger übernimmt ab sofort Traineramt von Jörg Lützelberger bei Bregenz Handball.

Bregenz Drei Tage nach der 20:35-Heimniederlage gegen Krems kommt es zu einem Trainerwechsel bei Bregenz Handball: Markus Burger übernimmt das Amt des Cheftrainers von Jörg Lützelberger (33). Damit steht mit dem in zwei Monaten 55 Jahre alt werdende Burger zum ersten Mal in diesem Jahrhundert ein gebürtiger Bregenzer auf der Kommandobrücke des ÖHB-Rekordmeisters im Männerhandball. Der EHF-Mastercoach leitete bereits das erste Training, unterschrieb einen Vertrag bis Juni 2021 und wird am 23. März im Heimspiel gegen Graz das erste Mal auf der Bregenzer Bank sitzen.

Fehlende Konstanz und Stabilität

Die Trennung von Lützelberger fiel den Verantwortlichen nicht leicht. „Jörg hat unter schwierigen Bedingungen mit vielen Verletzten das Cuphalbfinale erreicht und sich im Kampf um die Bonusrunde u. a. gegen Meister Fivers und Schwaz durchgesetzt. Schlussendlich hat sich aber ein Gesamtbild ergeben, das zu viel Platz für Unsicherheit gelassen hat. In Markus Burger sehen wir einen Vollblut-Bregenzer, der uns die nächsten Jahre einen erfolgreichen Weg ebnen wird“, erklärt Sport-Geschäftsführer Björn Tyrner (34). Sport-Vorstand Gregor Günther (41), seit Jänner mit Tyrner für die operativen sportlichen Belange zuständig, ergänzt: „Jörg hat als Nachwuchsleiter und Cheftrainer hervorragende Arbeit geleistet. Dafür gebührt ihm große Anerkennung. Leider war die Entwicklung der Mannschaft seit Jahresbeginn aber von einem ständigen Auf und Ab geprägt. Diese fehlende Konstanz ließ uns daran zweifeln, ob wir die Saisonziele erreichen können.“
Auch Präsident Roland Frühstück (61) stellt bei der Entscheidungfindung das Erreichen der sportlichen Ziele klar in den Vordergrund: „Markus ist nicht zuletzt als großer Motivator bekannt. Er kennt den Verein und die Liga in- und auswendig. Das wird uns schnell wieder Stabilität geben und dahin bringen, wo wir hingehören“, ist Frühstück überzeugt.

Klare Vorstellungen

Für Neocoach Burger schließt sich mit seiner neuen Aufgabe der Kreis in seinem Handballerleben. „Eine Rückkehr zu meinem Stammverein und Herzensclub ist auf meinem Wunschzettel immer ganz oben gestanden. Ich habe die Liga in den vergangenen Monaten intensiv studiert und werde mich mit Feuereifer an die Arbeit machen“, versprach der Ur-Bregenzer, der sich ausdrücklich bei seinem Vorgänger bedankte. „Ich habe in dieser Saison sehr viele Spiele von Bregenz gesehen und weiß, dass ich dank der Arbeit von Jörg eine Mannschaft mit viel Potential übernehmen darf. Da ich ja auch schon einige Jahre in diesem Geschäft tätig bin, kann ich mich in die Situation und Gefühlslage von Jörg versetzen.“

„Ich will mich nicht mit der Traineramt begnügen, sondern auch Erfolge feiern.“
Markus Burger
Neuer Cheftrainer Bregenz Handball

Gleichzeitig betonte Burger aber, dass man seinen Vorgänger nicht als Sündenbock und Alleinverantwortlichen für den ausbleibenden sportlichen Erfolg hinstellen darf: „Natürlich trägt der Trainer letzten Endes die Verantwortung. Allerdings hängt die aktuelle Pechsträhne auch mit der ellenlangen Verletztenliste zusammen. Aber es muss auch klar gesagt sein, dass man als Trainer nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann, wenn wie zuletzt in einigen Spielen speziell die Würfe ohne Bedrängnis den Gegenspielers vergeben werden. Da kommen andere Komponenten zu Tragen und dahingehend muss es so schnell wie möglich zu einer Trendumkehr kommen.“

Markus Burger war insgesamt 23 Jahre als Aktiver und anschließend von 1999 bis 2008 als Ko- und U-21-Trainer bei seinem Stammverein Bregenz tätig. Stiplovsek
Markus Burger war insgesamt 23 Jahre als Aktiver und anschließend von 1999 bis 2008 als Ko- und U-21-Trainer bei seinem Stammverein Bregenz tätig. Stiplovsek

Burger, der von der Jugend bis zur Staatsliga B insgesamt 23 Jahre als Aktiver und von 1999 bis Sommer 2008 als Ko- und U-21-Trainer in Bregenz tätig war, betont offen, dass ihn die Bestellung ehrt und er darin gleichzeitig eine spezielle Herausforderung sieht: „Ich will mich nicht mit der Traineramt begnügen, sondern auch Erfolge feiern.“

In den drei Partien bis zum Beginn der K.-o.-Viertelfinalserie und im Cupfinalturnier will Burger nicht eine neue Spielphilosophie kreieren oder ein völlig neues Abwehr- oder Angriffssystem anwenden. „Solche Veränderungen kann man nicht in wenigen Tagen erzwingen. Was aber schnell umsetzbar sein muss, ist die Veränderung der Körpersprache und die Einstellung für die Sache. Ich werden in Gesprächen versuchen, die Ursachen zu erforschen. Jeder soll mir ehrlich und offen seine Meinung sagen und gleichzeitig werde ich die Spieler in die Pflicht nehmen. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr und jeder einzelne muss Verantwortung übernehmen und seine Bereitschaft signalisieren, damit wir wieder in die richtige Spur kommen. Wir müssen und vor keinem Gegner verstecken. So lange die Chance da ist, die gesteckten Ziel zu erreichen, müssen wir darum kämpfen.“