Shiffrin schlug auch im Super-G zu

14.03.2019 • 19:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kugel Nummer zehn. Mikaela Shiffrin gewann in Soldeu mit Super-G erstmals in einer schnellen Disziplin Kristall. apa
Kugel Nummer zehn. Mikaela Shiffrin gewann in Soldeu mit Super-G erstmals in einer schnellen Disziplin Kristall. apa

Platz vier reicht zur kleinen Kugel, Tippler fuhr knapp am Sieg vorbei.

Soldeu Nur Viktoria Rebensburg hat beim Alpinski-Finale in Soldeu den ersten Weltcupsieg von Tamara Tippler verhindert. Die Deutsche setzte sich im Super-G 0,15 Sek. vor der Österreicherin durch. Mikaela Shiffrin teilte sich Platz vier mit Nicole Schmidhofer. Das reichte der US-Weltmeisterin, um vor Schmidhofer erstmals auch eine Speed-Disziplinwertung zu gewinnen.

Technik-Spezialistin Shiffrin hat nur vier der sechs (zwei wurden abgesagt) Saisonrennen bestritten, die ersten drei aber gewonnen. Als Führende vor Titelverteidigerin Tina Weirather sowie Schmidhofer nach Andorra gekommen, machte sie in ihrem ersten Rennen als 24-Jährige den Sack zu. Weirather schied aus, Schmidhofer hätte bei einem vierten Platz Shiffrins einen Sieg benötigt.

Schmidhofer hat es vorher gewusst

„Jetzt ist das eingetreten, was ich mir gedacht habe. Wenn die Michaela Vierte würde und ich gewinne, dann wäre es sich ausgegangen. Ich hätte einfach über die Saison ein bisschen besser fahren müssen“, sagte Schmidhofer, die sich am Vortag aber selbst erstmals die Kristallkugel in der Abfahrt gesichert hatte.

Die Super-G-Wertung beendete Schmidhofer nach dem Weirather-Out noch als Zweite. Shiffrin sicherte sich mit dem Super-G ihre insgesamt bereits zehnte Kristallkugel. Die dreifache Gesamtsiegerin, die diesen Winter auch die Slalomwertung schon für sich entschieden hat, kann am Sonntag auch im Riesentorlauf noch zuschlagen und damit als dritte Rennfahrerin gleich vier Wertungen in einer Saison gewinnen. Die Kugelgewinne in Slalom und Super-G sind eine Premiere im Weltcup. Die Letzte mit Gesamtsiegen in einer Technik- und einer Speed-Disziplin in einer Saison war Tina Maze mit Riesentorlauf und Abfahrt.

„Das ist ganz speziell. Meine erste Speed-Kugel“, sagte Shiffrin erfreut. „Ich hätte nie gedacht, dass ich im Super-G schon so weit bin. Aber es sind halt auch einige Rennen abgesagt worden“, verwies die Amerikanerin darauf, dass die Bewerbe in St. Anton und Sotschi ausgefallen sind. Ihr hatte in Soldeu nur deshalb Ungemach gedroht, weil am Vortag ein US-Trainer die Strecke inspiziert und gefilmt hatte. Das Thema war aber rasch wieder vom Tisch.

Tippler war mit Startnummer eins in ein großteils für die Herren gesetztes Rennen gegangen, das vom ÖSV-Abfahrtscoach Roland Assinger für die Damen adaptiert worden war. Die großteils ungewohnt weiten Torabstände machten einigen Damen Probleme, so auch Stephanie Venier. Mit starker Zwischenzeit vergab die auf Abfahrtsski gestartete Tirolerin an einer kritischen Stelle ihre Podestchancen, Weirather und Ramona Siebenhofer schieden dort aus.

Durch das Aus von Weirather war der Dreikampf zu einem Zweikampf geworden. Schmidhofer, die übrigens an der Speedski-WM teilnehmen will, kam als Dritte ins Ziel und führte in der Kugelwertung virtuell, dann machte Shiffrin aber alles klar. „Ich habe gleich gewusst, dass Mika nicht mehr so weit zurückfallen wird“, gestand Schmidhofer. Aber was soll‘s? Ich bin Erste und Zweite, viel besser geht‘s nicht.“

Tippler führte bis zur mit Nummer 15 fahrenden Rebensburg, die mit einem enorm starken Finish noch zur Bestzeit und ihrem 17. Weltcupsieg raste. „Ich habe oben zu viel hergeschenkt, bin aber trotzdem mega­happy“, sagte die Steirerin. „Mit Nummer eins war‘s nicht leicht. Ohne Fehler wird es schon einmal für ganz vorne reichen. Insgesamt war das ein gutes Finale von mir.“

„Ich hätte nie gedacht, dass ich im Super-G schon so weit bin.“

Ski alpin

Weltcupfinale Soldeu

Heute

Teamevent 12.00 Uhr

ÖSV-Mannschaft: Katharina Truppe, Katharina Liensberger, Katharina Huber sowie Michael Matt, Manuel Feller und Marc Digruber

Samstag

Herren-Riesentorlauf 9.30/12.15 Uhr

Damenslalom 10.30/13.15 Uhr

Sonntag

Damen-Riesentorlauf 9.30/12.15 Uhr

Herrenslalom 10.30/13.15 Uhr