Altachs Devise für Mattersburg-Spiel: Herz am Platz liegen lassen

Sport / 30.03.2019 • 10:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Abstiegsrunde beginnt für den Cashpoint SCR Altach, im Bild Mergim Berisha, Stefan Nutz und Marco Meilinger (von links). GEPA
Die Abstiegsrunde beginnt für den Cashpoint SCR Altach, im Bild Mergim Berisha, Stefan Nutz und Marco Meilinger (von links). GEPA

Spiel eins unter Trainer Alex Pastoor wird für den Cashpoint SCR Altach ein wegweisendes.

Altach Mit Altachs Neotrainer Alex Pastoor über Taktik oder Spielsysteme zu sprechen, kann in einer stundenlangen Diskussion enden. Deshalb redet der 52-jährige Niederländer in Bezug auf seine Mannschaft lieber von „Spielprinzipien“. Klingt ähnlich, mehr aber auch nicht. Zudem bringt er damit den Matchplan einfach auf den Punkt. „Bei eigenem Ballbesitz müssen alle in Bewegung sein“, sagt er, dementsprechend gilt: „Hat der Gegner den Ball, müssen wir kompakt sein.“ Klingt einfach, erfordert aber auch ein großes Maß von Eigenverantwortung bei den Spielern. Genau das verlangt Pastoor, weil nicht jede Situation vorgegeben ist. Vielmehr lassen sich alle Situationen im Training üben. Diesen Weg, sehr detailverliebt zu trainieren, hat der Coach eingeschlagen. Zumal er weiß: „Instinkt lässt sich nicht in einer Woche trainieren.“

„Im Abstiegskampf muss in erster Linie jeder sein Ego hintan stellen.“

Stefan Nutz, Spieler Cashpoint SCR Altach


Stefan Nutz nennt es „akribisch“. Der Trainer erkläre ruhig und sachlich, fordere aber stets 100 Prozent. „Das fängt schon bei einer einfachen Passübung an.“ Nutz weiß, was auf ihn und die Mannschaft mit dem heutigen Spiel zukommt, war er vor seinem Engagement in Altach schon mit Ried im Abstiegskampf verwickelt – am Ende vergebens. „In erster Linie muss jeder sein Ego hintan stellen“, kann er aus eigener Erfahrung berichten. „Es braucht die volle Konzentration für die zehn Spiele, da müssen alle zusammenhalten: Verein, Spieler und Fans. Zusammen muss ein Bollwerk entstehen und die Fans müssen spüren, dass die Mannschaft ihr Herz am Platz liegen lässt.“ Für die Spieler selbst sei es wichtig, eine positive Energie im Stadion zu spüren.

Nicht kompliziert denken

Zuletzt allerdings war eben jene Energie nur noch selten in der Cashpoint Arena zu spüren. „Warum, darüber rätseln wir selbst“, sagt Manfred Fischer. Dabei weiß der Ex-Hartberger genau, wie man als Mannschaft in Heimspielen über sich hinauswachsen kann. „Das LASK-Spiel war ein erster Schritt“, hofft er darauf, dass sich Mannschaft und Fans gegenseitig pushen. Genau wie er selbst in Richtung Stammelf drängt. „Ich versuche mich aufzudrängen, alles andere entscheidet der Trainer.“ Und der hat sich in den letzten Tagen viele Videos von Mattersburg („Eine zähe Mannschaft“) zu Gemüte geführt, allerdings nur wenige Informationen an die Spieler weitergegeben. „Sie kennen Mattersburg besser als ich“, verteidigt er mit einem Schmunzeln seine Philosophie, vor allem die eigene Mannschaft in den Mittelpunkt zu stellen.
Einfach nicht kompliziert, das ist das Motto des neuen SCRA-Trainers vor seinem Debütspiel. Das bezieht sich auf die Qualigruppe, die er nicht als solche, sondern vielmehr als eigene Liga bezeichnet, ebenso wie auf die immer wiederkehrende Frage nach der Tabelle. „Sie ist jetzt nicht wichtig, sondern erst am 25. Mai.“

Hannes Aigner beendet Karriere

Am Ende waren die Probleme mit dem Sehnerv doch zu heftig. „Vor zehn Tagen habe ich es noch einmal probiert, doch beim Kopfballspiel sind die Doppelbilder wieder aufgetreten“, erzählt Hannes Aigner. Die Emotionen sind beim 38-Jährigen schon der Realität gewichen. Zumal der Tiroler doch einige Zeit hatte, sich mit dem Gedanken eines vorzeitigen Karriereendes anzufreunden. „Natürlich ist Wehmut dabei, aber ich konnte mich vorbereiten. Und die Gesundheit hat einfach Vorrang.“
Dem Cashpoint SCR Altach aber bleibt er bis zum Saisonende treu. Aigner, der durchaus manchmal unbequem sein konnte und der seine Meinung kundtat, bleibt am Puls der Mannschaft und ist damit voll in den Kampf gegen den Abstieg („Das schaffen wir“) integriert.
Indes bastelt der sympathische Stürmer an seiner Karriere danach. „Ich steige bei meinem Freund und Berater Mario Weger in die Agentur ein. Jungen Spieler eine Hilfestellung zu geben, reizt mich sehr. Ich denke, da kann ich doch meine Erfahrung einbringen.“ Einmal aber wird er noch seine Fußballschuhe anziehen, im Juni beim Abschiedsspiel bei seinem Stammklub Weerberg. „Da werden dann einige Wegbegleiter dabei sein.“

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