Altach mit einem klaren Spielplan

Sport / 01.04.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

VN-Fußballexperte Dieter Alge analysiert für die VN die Spiele des Cashpoint SCR Altach.

Gelungene Premiere für Alex Pastoor auf der Trainerbank des Cashpoint SCR Altach! Beim 2:1 über Mattersburg konnte sein Team vieles umsetzen, was der 52-Jährige schon im Vorfeld der Partie angesprochen hatte. Er gab seinem Team einen klaren Spielplan mit. Egal ob bei Führung, Rückstand, Remis oder einer eventuellen verletzungsbedingten Umstellung, die Mannschaft sollte sich an die Vorgaben des Trainers festhalten. Der Holländer änderte das System gegenüber dem Grunddurchgang, stellte vom zuletzt bevorzugten 3:4:3- auf ein 4:4:2-System um. Daran hielt sich seine Elf über 90 Minuten und geriet auch nach dem frühen 0:1 nicht in Panik.

Positiv, wie Altach vor allem in der Anfangsphase ein Zeichen setzte: Der Gegner wurde bei ruhenden Bällen (Abstoß, Einwurf) von den beiden Angreifern sowie einem vorgerückten Mittelfeldspieler zugestellt bzw. im Spielaufbau durch ein aggressives Pressing gestört. So war Mattersburg oft gezwungen, lange Bälle zu spielen, und da stand die Defensive um Kapitän Philipp Netzer gut gestaffelt. Leider führte ein individueller Stellungsfehler zum 0:1. Dabei war es die Heimelf, die als gut organisierte und als kompakte Mannschaft dem Spiel zu dem Zeitpunkt ihren Stempel aufdrückte. Vor allem Marco Meilinger, Mergim Berisha und Christian Gebauer überzeugten mit ihrer Spielfreude. Dass Gebauer mit seinem Geniestreich kurz vor der Pause auch noch die Herzen der Altacher Fans wärmte, kam den Hausherren zusätzlich entgegen.

Kompaktheit erkennbar

Was also hat sich bei Altach unter Trainer Pastoor geändert? Meine Beobachtung nach den 45 Minuten: Die Mannschaft wirkte abgeklärter, hatte einen klaren Plan. Das gab dem Team mehr Sicherheit. Immer wieder forderte Pastoor an der Außenlinie von seinen Spielern Kompaktheit, ein aggressives Zweikampfverhalten und vor allem Ordnung. Eine Schwäche, die im Grunddurchgang zu vielen Gegentoren führte, wurde ebenfalls behoben. Nach Ballverlust stimmte die Rückwärtsbewegung der gesamten Mannschaft.

Auch das Verhalten nach dem 2:1-Führungstreffer zeigte schon ein wenig die Handschrift von Pastoor. Es wurde nicht wie schon oft zuvor mit „Mann und Maus“ nach vorne gelaufen, sondern mit viel Leidenschaft verteidigt und auf Konter gewartet. Letzere waren im Ansatz gut, aber im Schlussdrittel in der Ausführung zu ungenau. Dennoch darf man dem Altacher Team und dem Trainerstab zu diesem Auftritt gratulieren. Die Freude über den Sieg ist angebracht, aber kein Übermut. Dies lässt allein der Blick auf die Tabelle nicht zu.