Drei Tore und nur ein Punkt

Sport / 07.04.2019 • 20:43 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Admira gegen Altach war kein Fußballleckerbissen: viel Kampf, weniger Spiel. Am Ende steht ein Remis, mit dem beide leben können.APA
Admira gegen Altach war kein Fußballleckerbissen: viel Kampf, weniger Spiel. Am Ende steht ein Remis, mit dem beide leben können.APA

Beim Remis des SCR Altach bei der Admira gab es aber nicht nur Grund zum Ärgern.

Maria Enzersdorf Drei Tore geschossen, am Ende aber nur mit einem 1:1 vom Platz gegangen. So kurios kann Fußball sein. Der SCR Altach bugsierte bei der Admira gleich dreimal das Runde ins Eckige. Einmal, beim Kopfballtor von Philipp Netzer (13.), gab der Linienrichter fälschlicherweise Abseits. Dann traf Benedikt Zech zwar unbedrängt mit dem Kopf, aber ins eigene Tor (18.), ehe Netzer doch noch mit einer schönen Direktübernahme nach Fischer-Freistoß in der 77. Minute ein verdientes Remis rettete. Es war heuer der bereits 15. Treffer der Altacher nach einer Standardsituation. Ehe der Kapitän zum Jubel abdrehte, versicherte er sich freilich mit einem Blick, ob die Fahne diesmal unten blieb. Das war es dann auch schon fast mit den Highlights einer schwachen Partie, nach der beide Teams froh sein können, für diese Leistung einen Punkt zu bekommen. Altach bleibt damit zwei Punkte und drei Plätze vor den letztplatzierten Südstädtern.

Fehlpassorgien, kaum Chancen; die erste Hälfte war schwer anzuschauen. Altach riss nach dem Eigentor völlig der Faden gegen einen bissigen, aber kaum gefährlichen Gegner.

Kritik am Schiedsrichter

Sportdirektor Georg Zellhofer analysierte nach dem Spiel: „Das war mehr Krampf als Kampf. Wir haben die Formationen nicht halten können. Das waren irrsinnig viele Fehlpässe. Abstiegskampf pur. In der zweiten Hälfte ging es etwas besser. Aber da haben wir den letzten Pass schlecht gespielt.“ Er ärgerte sich auch über die jüngsten Entscheidungen der Unparteiischen gegen sein Team. „Das erste Tor von Netzer war regulär und er gibt Abseits. Gegen den Lask kriegen wir ein Abseitstor von Goiginger, das zählt. Und gegen Mattersburg wird ein reguläres Tor von Berisha wegen angeblichem Abseits nicht gegeben. Das ist ein bisschen viel, denke ich.“ Netzer sah das ähnlich: „Es ist bitter, wenn reguläre Tore nicht anerkannt werden, egal, wie unschön ein Spiel ist. In unserer Situation zählen schlussendlich einfach Punkte.“ Dass der Flieger von Zürich am Vortag defekt am Hangar stehen blieb und der Mannschaft zehn Stunden Busfahrt in den Beinen steckten, wollten weder Trainer Alex Pastoor noch Zellhofer als Ausrede gelten lassen. Der Sportdirektor betonte: „Dass das schuld war, kann man nicht sagen. Wir sind auch schon geflogen und haben schlecht gespielt.“

Pastoor bilanzierte trocken: „Die erste Hälfte war defensiv okay, aber offensiv schlampig. Die Chancen haben wir dem Gegner geschenkt. Die zweite war viel besser. Den Punkt haben wir uns verdient.“ Mit der Einwechslung von Sherko Gubari und dem Zurückrücken von Manfred Fischer brachte Altach das Spiel unter Kontrolle. „Wenn Spielmacher nicht anspielbar sind, kannst du das Spiel nicht machen. Wenn doch, funkioniert das Freilaufen viel besser, das Aufbauspiel wird in jeder Phase viel einfacher“, begründete der Coach die Steigerung. „Wir haben Moral bewiesen, waren dann viel kompakter und aggressiver. Das war der Schlüssel zu diesem Punkt“, ergänzt Kapitän Netzer, der in der 86. Minute sogar den Matchball am Kopf hatte: „Unsere Freistöße waren alle gut geschossen. Es war aber schwierig, noch Druck auf diesen Ball zu bringen. Vielleicht hätte ich sogar noch die Chance gehabt, den Ball anzunehmen und zu versenken. Das ärgert mich“, blickt der stärkste Altacher an diesem Tag zurück.

„Es ist bitter, wenn reguläre Tore nicht anerkannt werden, egal, wie unschön ein Spiel ist.“

Admira gegen Altach war kein Fußballleckerbissen: viel Kampf, weniger Spiel. Am Ende steht ein Remis, mit dem beide leben können.APA
Admira gegen Altach war kein Fußballleckerbissen: viel Kampf, weniger Spiel. Am Ende steht ein Remis, mit dem beide leben können.APA

Datencenter Fussball, Tipico Bundesliga 2018/19

Tabelle, Qualifikationsgruppe

 1. SK Rapid Wien 24 9 6 9 31:29  + 2 19

 2. SV Mattersburg 24 9 5 10 32:38 –  6 17

 3. Cashpoint SCR Altach 24 5 7 12 33:34 –  1 13

 4. TSV Hartberg 24 7 5 12 35:50 – 15 13

 5. FC Wacker Innsbruck 24 5 5 14 19:36 – 17 11

 6. FC Admira Mödling 24 5 7 12 27:46 – 19 11

25. Spieltag (13. April): TSV Hartberg – Cashpoint SCR Altach, SK Rapid Wien – SV Mattersburg, FC Wacker Innsbruck – FC Admira Wacker Mödling (alle 17 Uhr)

24. Spieltag

FC Admira Wacker Mödling – Cashpoint SCR Altach 1:1(1:0)

BSFZ Arena, 1850 Zuschauer, SR Weinberger (W)

FC Wacker Innsbruck – SK Rapid Wien 0:2 (0:1)

Tivoli Stadion Tirol, 7412 Zuschauer, SR Schörgenhofer (V)

Torfolge: 7. 0:1 Dibon, 88. 0:2 Alar

Gelbe Karten: Kerschbaum bzw. D. Ljubicic, Bolingoli

FC Wacker Innsbruck (4-3-3): Knett; Schimpelsberger (72. Kiprit), Peric, Maak, Klem; Henning (64. M. Harrer), Kerschbaum, Satin; Rakowitz, Dedic, Horvath (64. Durmus)f

SK Rapid Wien (4-2-3-1): Strebinger; Müldür, Dibon, Barac (28. Potzmann), Bolingoli; D. Ljubicic, Schwab; Murg, Knasmüllner, Ivan (68. Schobesberger); Badji (84. Alar)

SV Mattersburg – TSV Hartberg 3:0 (0:0)

Pappelstadion, 2000 Zuschauer, SR Grobelnik (W)

Torfolge: 65. 1:0 Pusic, 69. 2:0 Pusic, 77. 3:0 Gruber

Gelbe Karten: Ortiz bzw. Kainz, Sittsam

SV Mattersburg (4-4-2): Kuster; Fran, Mahrer, Ortiz, Rath; Gruber, Jano, Salomon (32. Ertlthaler), Halper (72. Kuen); Kvasina, Pusic (81. Grgic)

TSV Hartberg (4-1-3-2): Swete; Kainz (70. Sanogo), Huber, Siegl, Ilic; Cancola; Flecker, Sittsam (82. Camara), Kröpfl (76. Skenderovic); Rep, Tadic

Tabelle, Meistergruppe

 1. FC RB Salzburg 24 19 4 1 58:19  + 39 33

 2. LASK Linz 24 14 7 3 43:21  + 22 26

 3. SK Sturm Graz 24 8 10 6 27:24  +  3 18

 4. Wolfsberger AC 24 8 9 7 35:35   0 18

 5. SKN St. Pölten 24 9 6 9 28:32 –  4 18

 6. FK Austria Wien 24 9 3 12 30:34 –  4 15

25. Spieltag (14. April): Wolfsberger AC – FK Austria Wien, LASK Linz – SKN St. Pölten (beide 14.30 Uhr), FC RB Salzburg – SK Sturm Graz (17 Uhr)

24. Spieltag

FK Austria Wien – SK Sturm Graz 0:1 (0:0)

Generali Arena, 10.150 Zuschauer, SR Hameter (W)

Torfolge: 79. 0:1 Lovric

Gelbe Karten: Sax, Igor, Jeggo bzw. Lema, Spendlhofer, Ljubic, Pink

FK Austria Wien (3-4-3): Pentz; Madl, Schoissengeyr, Igor; Klein, Jeggo, Matic (81. Monschein), Martschinko (70. Sarkaria); Sax (72. Grünwald), Edomwonyi, Prokop

SK Sturm Graz (3-4-2-1): Siebenhandl; Spendlhofer, Avlonitis, Ljubic; Hierländer, Lovric, Dominguez, Mensah; Lema (60. Jantscher), Kiteishvili (89. F. Koch); Grozurek (83. Pink)

SKN St. Pölten – Wolfsberger AC 1:3 (0:1)

NV-Arena, 2277 Zuschauer, SR Spurny (W)

Torfolge: 45. 0:1 Schmid; 85. 0:2 Liendl; 87. 1:2 Bajrami; 89. 1:3 Liendl (Elfmeter)

Gelbe Karten: Mislov, Drescher, Bajrami bzw. Schmitz, Sollbauer

SKN St. Pölten (3-5-2): Riegler; Meisl (54. Schütz), Luan, Drescher; Ingolitsch, Luxbacher, Mislov, R. Ljubicic (76. Bajrami), Haas; Pak (29. Balic), Gartler

Wolfsberger AC (4-4-2): Kofler; Novak, Sollbauer, Rnic, Schmitz; Wernitznig (84. Sprangler), M. Leitgeb, Liendl, Ritzmaier; Schmid (69. Jovanovic), Koita (90. Nutz)

LASK Linz – FC RB Salzburg 0:2 (0:1)

Pasching, Waldstadion, 6087 Zuschauer (ausverkauft), SR Harkam (ST)

Torfolge: 19. 0:1 Gulbrandsen, 91. 0:2 Daka

Gelbe Karten: Wiesinger bzw. Junuzovic, Minamino, Samassekou, X. Schlager, Lainer

LASK Linz (3-4-3): Alexander Schlager; Wostry (90. Otubanjo), Trauner, Wiesinger; Frieser, Holland, Michorl, Ullmann; Goiginger, Klauss (67. Tetteh), Joao Victor

FC RB Salburg (4-3-3): Stankovic; Lainer, Ramalho, Onguene, Ulmer; X. Schlager, Samassekou, Junuzovic (80. Szoboszlai); Gulbrandsen (83. Daka), Dabbur (93. Prevljak), Minamino