Eishockey: Interview mit den Dornbirn-Cracks Olivier Magnan (32) und Rasmus Rinne (28)

08.04.2019 • 18:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Bulldogs-Kapitän Olivier Magnan und Torhüter Rasmus Rinne, der via Videochat am Interview teilnahm. Stiplovsek

Verteidiger Olivier Magnan und Torhüter Rasmus Rinne hoffen, dass der neue DEC-Trainer das richtige Gespür für das Team hat.

DORNBIRN Während die Saison in der Erste Bank Liga auf die Zielgerade biegt, laufen in Dornbirn die Vorbereitungen für das achte EBEL-Jahr. Fix ist beim DEC kaum noch etwas, außer zwei Personalien. Torhüter Rasmus Rinne bleibt ein weiteres Jahr in der Messestadt, und auch Kapitän Olivier Magnan hat eine mündliche Zusage. Die VN sprachen mit den beiden Bulldogs-Stützen.

Die Bulldogs-Saison ist ja bereits seit über einem Monat vorbei. Was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht?

MAGNAN Ich habe meinen gebrochenen Zeh operieren lassen. Die Nachwirkungen dieser OP sind doch beschwerlicher als erwartet. Es dauert wohl bis Anfang Mai, bis ich mich dann wieder uneingeschränkt bewegen kann.
RINNE In bin seit gut zwei Wochen wieder in Finnland. Die letzten Tage habe ich damit verbracht, Freunde zu treffen und nicht an Eishockey zu denken.

Sie beide gelten ja als Fixstarter für die kommende Saison?

RINNE Ja, ich bin froh, dass ich weiter in Dornbirn bleiben kann.
MAGNAN Ich möchte gerne die achte Saison mit den Bulldogs absolvieren.

Sie haben als noch keinen Vertrag?

MAGNAN Nein, bisher gibt es nur eine mündliche Zusage. Ich denke, in den nächsten Wochen herrscht dann Klarheit.

Sollte es doch nicht funktionieren, wie würde Plan „B“ aussehen?

MAGNAN Daran will ich derzeit gar nicht denken. Für ein Karriereende fühle ich mich jedenfalls noch zu jung.

Klarheit sollte es ja auch schon bald bei der Trainerfrage geben.

Magnan Also ich weiß es nicht, wie weit die Gespräche schon sind. Aber ich denke, dass Manager Alexander Kutzer bestimmt einen passenden Nachfolger für Dave MacQueen finden wird.

Wie soll er denn sein, der neue Coach?

Magnan Er muss ein Leader sein, und er muss in der Lage sein, auf die verschiedenen Charaktere in einem Team einzugehen. Man kann nicht alle Spieler gleich behandeln. Dann erst geht’s um das Spielsystem, das der Trainer vertritt.
RINNE Ich glaube, es spielt keine Rolle, ob der neue Trainer aus Nordamerika oder aus Skandinavien kommt. Wichtig sind seine Qualitäten im Umgang mit den Spielern.

Es wird wohl wieder eine Menge neue Gesichter in der kommenden Saison bei den Bulldogs geben?

Magnan Ja, es ist schade, dass es nicht gelingt, einen Stamm zu halten. Ich denke, dies würde den Bulldogs durchaus weiterhelfen.

Wie meinen Sie das?

Magnan Vor zwei Jahren, als Dustin Sylvester und Matt Fraser dabei waren, hatten wir intern einen wirklich guten Zusammenhalt. Das hat man dann auch am Eis gesehen.

Gute Freundschaften in der Kabine sind also nicht der Regelfall?

Magnan Wir spielen zusammen, machen unseren Job, trotzdem gibt es einige Spieler, mit denen man sich gut versteht. Niki Petrik, Mike Caruso oder Jonathan D’Aversa sind einige ehemalige Dornbirn-Akteure, mit denen ich noch sehr viel Kontakt habe.

Auch wenn die neue Saison noch weit weg ist, was sind denn die Herausforderungen für Dornbirn in der achten EBEL-Saison?

Magnan Neben den personellen Veränderungen ist es bestimmt die neue Punkteregel. Ich glaube, der Abstand zu den Top-Sechs-Teams wird noch größer werden. Der DEC ist nicht die erste Adresse für die stärksten österreichischen Spieler. Zudem müssen die Imports von Beginn an ihre Leistung bringen.
RINNE Ich hoffe, dass wir natürlich weniger Verletzungen haben als in der abgelaufenen Saison.

War die Verletzung, die Sie sich am 20. Jänner gegen Fehervar zugezogen haben, so etwas wie der entscheidende Moment, dass die DEC-Saison so früh zu Ende war?

Rinne Ich weiß es nicht. Ich denke, dass wir zuvor zu viele Siegchancen liegengelassen haben. Neben dem Verletzungspech gab es sicher noch andere Punkte, die dazu beigetragen haben, dass wir nicht ins Playoff gekommen sind. Fakt ist, mit dieser Mannschaft wäre mehr möglich gewesen.

Wie anstrengend waren die 43 Einsätze? So viele hatten Sie noch nie in einer Saison?.

Rinne Eigentlich spiele ich gerne, aber ich sehe schon ein, dass die ein oder andere Pause mehr Sinn gemacht hätte. Glücklicherweise bin ich wieder zu hundert Prozent fit.

Das bedeutet wohl, dass in der nächsten Saison Ihr Backup mehr Einsätze erhalten soll?

Rinne In der abgelaufenen Saison war es schwierig. Thomas Stroj war oft verletzt, ihm fehlte dann auch die Spielpraxis. Aber mir gefällt der Weg, dass die jungen Torhüter beim Bregenzerwald Erfahrung sammeln. Es macht absolut Sinn, wenn ein Backup dann mehr EBEL-Einsätze bekommt.

Was sind nun die Pläne für die eishockeyfreie Zeit?

Rinne Ich werde meinen Urlaub in Finnland verbringen. Ich war acht Monate in Vorarlberg, deshalb möchte ich die Zeit in meiner Heimat genießen.
Magnan Zu Ostern geht es mit der Familie nach Barcelona. Anfang Juli kehren wir für einige Wochen zurück nach Kanada. Zudem werde ich das „Ironmännli“ Anfang Juni in Lustenau absolvieren. ABR