Neustart in der Castingrunde von Österreichs Männerhandballteams für Heim-EM

Sport / 10.04.2019 • 18:45 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Robert Weber ist mit 33 Jahren der dienstälteste ÖHB-Teamspieler. Seit seinem Debüt im November 2004 bestritt der Linkshänder 162 A-Länderspiele und erzielte dabei 706 Tore. GEPA

Österreichs Handballer sind heiß auf Spanien. Neoteamchef Ales Pajovic feiert in Dornbirn Debüt.

Dornbirn Exakt 274 Tage vor dem Auftaktspiel am 10. Jänner bei der EM 2020 in Wien präsentiert sich Österreichs Handballteam der Männer im Ländle. Im Rahmen des EHF-Euro-Cups trifft man am Donnerstag (20.25 Uhr) im Dornbirner Messestadion auf Spanien, also auf den regierenden Europameister. Obwohl nur neun Spieler aus dem EM-Finale von 2018 im Aufgebot des Gegners stehen, sieht Österreichs neuer Teamchef Ales Pajovic seine Mannschaft klar in der Außenseiterrolle: „Obwohl mit Goalie Sterbik, Entrerrios, Dujshebaev, Sarmiento, Aguinagalde und Morros absolute Weltklassespieler fehlen, hat Spanien immer noch eine unglaubliche Qualität“, betont der 40-jährige Slowene. „Sie zählen seit vielen Jahren zu den Topnationen und bestätigen das mit Medaillen und Spitzenplätzen bei Großevents“, fügt Pajovic hinzu.

„Richtig gute Stimmung im Team“

Für den vor zwei Wochen als Nachfolger von Patrekur Johannesson präsentierten 181-fachen slowenischen Teamspieler und ehemaligen Champions-League-Sieger sind die beiden Vergleiche mit Spanien eine wichtige Standortbestimmung, an welchen Schrauben in Blickrichtung EM noch zu drehen ist.

Ähnlich wie ihr neuer Feldherr im Nationalteam beschreiben die beiden Deutschland-Legionäre Robert Weber und Nikola Bilyk die Ausgangslage: „Wir haben unbestritten Qualität. Wenn wir diese abrufen und als Einheit auftreten, können wir sehr erfolgreich Handball spielen“, sagte Weber. Das Ziel des Teams sei es, sich unter Pajovic als Mannschaft weiterzuentwickeln, unterstrich Bilyk.

Besonders hervorgehoben wurde von Lokalmatador Weber die richtig gute Stimmung im Team. „Nach der von der Ausbeute doch wenig zufriedenstellenden WM-Endrunde im Jänner freuen sich alle, hier zu sein“, betonte Weber. Als wertvolle Ergänzung nannte der Harder, mit 33 Jahren der dienstälteste und mit 162 A-Länderspielen und 706 Toren höchstdekorierteste Teamspieler auch den Umstand „im Training jetzt plötzlich Musik zu haben, und am Abend verzieht sich nicht gleich jeder auf sein Zimmer, sondern wir bleiben zusammen und sprechen die Dinge an, die wichtig sind“.

Im Mai 2017 gab es in Innsbruck eine knappe 29:30-Niederlage für Österreichs Männerteam (im Bild Goalie Thomas Bauer) gegen Spanien. GEPA
Im Mai 2017 gab es in Innsbruck eine knappe 29:30-Niederlage für Österreichs Männerteam (im Bild Goalie Thomas Bauer) gegen Spanien. GEPA

Dass man auch mit absoluten Topnationen mithalten kann, zeigt die Statistik. Im bislang letzten direkten Vergleich mit Spanien musste man sich im Mai 2017 in Innsbruck in der EM-Qualifikation knapp mit 29:30 geschlagen geben. „Ein großer Vorteil liegt sicher darin, dass wir vom Ergebnis her keinen Druck haben, da wir ja bereits fix bei der EM-Runde dabei sind. Jeder Spieler hat die Möglichkeit, sich beim Neustart der Castingrunde für die Euro 2020 zu empfehlen“, betonte Pajovic.

Welche zwei Spieler Pajovic bei seinem Debüt auf dem Teamchefposten aus dem aktuellen 18-Mann-Kader für das Spiel in Dornbirn streichen wird, soll erst entschieden werden: „Bis auf Tobi Wagner, der leichte Knieprobleme hat, sind alle fit. Die Entscheidung werde ich erst nach dem Vormittagstraining treffen.“ Hinsichtlich Spielsystem setzt Pajovic in der Defensive auf eine stabile 6:0-Abwehr, in der die Halbpositionen offensiv bis zehn Meter agieren sollen. „In der kurzen Zeit der Zusammenarbeit habe ich versucht, nicht alles umzukrempeln. Das wäre nicht zielführend und würde die Aufgabe zusätzlich erschweren.“

Beim letzten Länderspiel im Dornbirner Messestadion im Juni 2010 erzielte der heutige ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser drei Tore beim 31:15-Erfolg gegen die Niederlande. VN/Stiplovsek
Beim letzten Länderspiel im Dornbirner Messestadion im Juni 2010 erzielte der heutige ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser drei Tore beim 31:15-Erfolg gegen die Niederlande. VN/Stiplovsek

Gute Erinnungen an letzten Auftritt im Messestadion.

Die Freude, erstmals seit Juni 2010 (Anm. 31:15-Erfolg gegen die Niederlande) wieder im Dornbirner Messestadion zu spielen, hob Robert Weber besonders hervor. „Ich habe ja nicht so oft die Möglichkeit, mich im Ländle zu präsentieren. Ich hoffe, die erwarteten 3500 Zuschauer pushen uns so richtig.“
Neben dem in den letzten Tagen und Wochen mit einem Wechsel zum TSV Otmar St. Gallen in Verbindung gebrachten Harder Flügelspieler stehen aus Vorarlberger Sicht noch der bei Schaffhausen in der Schweiz spielende Lukas Herburger, das Alpla-HC-Hard-Duo Gerald Zeiner und Boris Zivkovic und der Bregenzer Flügelspieler Marian Klopcic im ÖHB-Aufgebot.

Alle Infos um EHF-Euro-Cup 2020 und zur Europameisterschaft 2020

EHF-Euro-CUP 2020

18-Mann-Kader Österreich für die Spiele gegen Spanien am 11. April (20.25 Uhr) im Dornbirner Messestadion bzw. am 14. April (18 Uhr) in Melilla

Tor Thomas Bauer (FC Porto/POR), Thomas Eichberger (HSG Graz), Kristian Pilipovic (Kadetten Schaffhausen/SUI);

Feldspieler Janko Bozovic (TV Emstetten/GER), Sebastian Spendier (Schwaz Handball Tirol), Fabian Posch (UHK Krems), Jakob Jochmann (UHK Krems), Philipp Seitz (SG Handball West Wien), Marian Klopcic (Bregenz Handball),Robert Weber (SC Magdeburg/GER), Alexander Wanitschek (Schwaz Handball Tirol), Boris Zivkovic (Alpla HC Hard), Julian Pratschner (SG Handball West Wien), Gerald Zeiner (Alpla HC Hard), Daniel Dicker (HSG Graz), Nikola Bilyk (THW Kiel/GER), Tobias Wagner (HC Fivers WAT Margareten), Lukas Herburger (Kadetten Schaffhausen/SUI)