2:2! Altach bastelt gegen Rapid weiter an Rekorden und gibt fast gewonnenes Spiel noch aus der Hand

Sport / 20.04.2019 • 19:46 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Zu früh gejubelt, am Ende ließen sich die SCRA-Spieler eine 2:0-Führung aus den Händen gegeben. gepa
Zu früh gejubelt, am Ende ließen sich die SCRA-Spieler eine 2:0-Führung aus den Händen gegeben. gepa

Mergim Berisha und Marco Meilinger erzielen die Tore der Hausherren beim 2:2-Remis gegen die Wiener.

Altach Der SK Rapid bleibt eine Art Lieblingsgegner für die Altacher, auch wenn ein Sieg in letzter Sekunde verschenkt wurde. Mit dem 2:2 vor fast 6000 Besuchern sind die Rheindörfler nun schon acht Heimspiele in Folge gegen die Wiener ungeschlagen. Altach feiert damit das zweite Remis im vierten Spiel der Qualifikationsgruppe, bei zwei Siegen.

Ruhig sitzen wollte der Trainer, das aber war in den ersten 45 Minuten gegen den Rekordmeister nicht möglich. Vielmehr machte Alex Pastoor einige Meter in seiner Coachingzone. Denn der Niederländer war einige Male gezwungen, die taktische Ausrichtung der Mannschaft zu verändern. Dazu verwendete er gleich zweimal einen Zettel. Den ersten übergab Cotrainer Wolfgang Luisser Offensivmann Christian Gebauer (17.). Das hatte zur Folge, dass das ursprüngliche System von 4-4-2 auf ein 4-1-4-1 mit Gebauer auf der Seite umgestellt wurde. Die zweite Nachricht betraf Jan Zwischenbrugger und beim dritten Mal war die Verletzung von Andreas Lienhart (Oberschenkel rechts) ausschlaggebend. Für den Rechtsverteidiger rückte Samuel Oum Gouet auf die Seite, dafür wurde Simon Piesinger als zusätzlicher Mittelfeldmann ins Spiel gebracht.

So kurz nach dem Spiel ist man natürlich enttäuscht, aber ich muss auch analysieren. Die erste Halbzeit von uns war nicht gut.

Alex Pastoor, Trainer Cashpoint SCR Altach

Auf dem Feld selbst gaben erstmal die Gäste den Ton an. Rapid zwang die Altacher immer wieder in die Defensive, vor allem über die rechte Seite kamen die Wiener öfters durch. Im Strafraum selbst waren aber die vielen Füßen der SCRA-Verteidiger im Weg, sodass Torhüter Martin Kobras nicht so viel beschäftigt war. Die Altacher ihrerseits fanden ihre beste Möglichkeit nach 32 Minuten vor, doch Mergim Berisha scheiterte aus kurzer Distanz, nach Vorarbeit von Lienhart, an Gäste-Keeper Richard Strebinger (32.).

Chancenreiche zweite Halbzeit

Starker Beginn der zweiten Hälfte, anfangs von Rapid: Und da musste nach einem Eckball zweimal die Querlatte retten. Erst war es Maximilian Hofmann, der völlig freistehend das Leder an die Torumrandung bugsierte, dann klärte Benedikt Zech noch einmal via Querlatte (48.). Nur knapp später verzog Thomas Murg knapp, ehe Mergim Berisha die Führung für die Hausherren gelang. Die Vorarbeit hatte Marco Meilinger geleistet, dessen Abschluss Goalie Strebinger abklatschen ließ und Berisha den Abpraller ins Netz beförderte (52.).

Wenn man 0:2 hinten ist, dann muss man zufrieden sein. Aber wenn man das Spiel sieht, dann hatten wir mehr Anteile und hätten eigentlich in Führung gehen können.

Didi Kühbauer, Trainer SK Rapid Wien

Eines war zu diesem Zeitpunkt schon klar: Das vor der Halbzeit chancenarme Match wurde nun immer spannender und dramatischer – und die Torraumszenen häuften sich. Beide Mannschaften lieferten sich nun einen offenen Schlagabtausch. Banges Warten dann nach gut 68 Minuten. SCRA-Kapitän Philipp Netzer bleibt nach einem Schlag im Rapid-Strafraum liegen und muss behandelt werden. Doch es geht weiter. Und wie: Denn Altach bleibt dominant und mit dem schönsten Angriff des Tages fixieren die Hausherren den Sieg. Der Ball läuft über Piesinger und Gebauer, der ideal auf Marco Meilinger legt und der lässt Strebinger mit seinem Schuss ins Eck keine Abwehrmöglichkeit.

Am Ende aber lieferte Rapid eine erfolgreiche Aufholjagd. Abwehrfehler und Unkonzentriertheiten kosteten Altach in der Schlussphase den fast sicher geglaubten Sieg. Das ärgerte auch den Kapitän. Philipp Netzer kritisierte das Abwehrverhalten in den letzten Minuten. „Da haben wir uns nicht mehr mit voller Leidenschaft gegen ein Tor gewehrt.“ Dass er etwas angeschlagen aus dem Spiel ging, war da schon nebensächlich. Bei Christian Gebauer und Andi Lienhart dürfte es aber aufgrund der Oberschenkelverletzungen für das Dienstag-Spiel in Innsbruck eng werden.

Fußball-Bundesliga

Cashpoint SCR Altach – SK Rapid Wien 2:2 (0:0)

Cashpoint-Arena, 5912 Zuschauer, SR Oliver Drachta (OÖ)

Torfolge: 52. 1:0 Mergim Berisha, 79. 2:0 Meilinger, 89. 2:1 Murg, 90./+ 2 2:2 Pavlovic (Kopfball)

Gelbe Karten: 17. Schreiner (Altach), 38. Dibon, 56. Maximilian Hofmann (beide Rapid/alle Foulspiel)

Cashpoint SCR Altach (4-4-2): Kobras; Lienhart (35. Piesinger), Zech, Netzer, Schreiner; Meilinger, Oum-Gouet, Zwischenbrugger, Fischer; Gebauer (81. Karic), Mergim Berisha

SK Rapid Wien (4-2-3-1): Strebinger; Müldür, Dibon, Maximilian Hofmann, Potzmann; Dejan Ljubicic, Schwab; Murg, Knasmüllner (60. Thurnwald), Schobesberger (82. Alar); Badji (60. Pavlovic)