Vorarlbergs Elitetruppe

Sport / 25.04.2019 • 21:56 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Ein Großteil des aktuell 32 Athleten umfassenden Kaders im Heeresleistungssportzentrum 09 in Dornbirn mit Kommandant Daniel Devigili (2. v. l.) und seinem Stellvertreter Andreas Mayr (r.). VN/Lerch
Ein Großteil des aktuell 32 Athleten umfassenden Kaders im Heeresleistungssportzentrum 09 in Dornbirn mit Kommandant Daniel Devigili (2. v. l.) und seinem Stellvertreter Andreas Mayr (r.). VN/Lerch

Kader im Heeresleistungssportzentrum 09 in Dornbirn umfasst 32 Athleten.

Dornbirn Auf den Tag genau vor 37 Jahren wurde der berühmte „Stein“ ins Rollen gebracht. Im April 1982 wurde das Sportleistungszentrum Vorarlberg mit Sitz in Dornbirn als Modellfall für Rest­österreich ins Leben gerufen. Der Slogan „Nur gemeinsam sind wir stark“ stand im Vordergrund und hat bis heute Bestand. Auf Initiative von Winfried Waibel, Udo Albl und dem 2011 verstorbenen Graf Detloff von Schwerin wurde die bereits längere Zeit diskutierte Einrichtung geschaffen, um heimischen Sportlern und dem Bundesheer gleichermaßen die Chance zu bieten, sich in der Sportwelt mit einer bahnbrechenden Sache zu profilieren.

Im Juli 1983 wurden die ersten 14 Aktiven in einer Sportkompanie zusammengefasst. Nach einer damals noch achtwöchigen Grundausbildung wurde die „Eliteeinheit“ im Kolpingheim in Dornbirn unter der militärischen Führung von Vzlt. Janos Kondert zusammengezogen.

Stolze Ausbeute

Der Blick auf die Liste jener Aktiven, die jemals im Heeresleistungssportzentrum „gedient“ haben, ist ein Spiegelbild der erfolgreichen Leistungssportler in Vorarlberg und zeigt, dass sich die Investitionen gelohnt haben. 30 Medaillen (7/11/12) bei Weltmeisterschaften, 15 (6/3/6)bei kontinentalen Titelkämpfen und 27 Mal Edelmetall (9/15/3) bei Militärweltmeisterschaften versinnbildlichen deutlich, dass die heimischen Sportler das Umfeld für Hochleistungssport auch zu nutzen wissen.

Aus einer Vielzahl aus außergewöhnlichen Erfolgen ragen die beiden Medaillengewinne von Sportschütze Wolfram Waibel jun. heraus. Der langjährige HLSZ-„Mustersoldat“ holte bei den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta Silber im Luftgewehr-Bewerb und Bronze in der Kleinkaliber-Dreistellung.

Insgesamt sind bislang exakt 367 heimische Spitzensportler, darunter 22 Frauen, in den Genuss der „Medaillenschmiede“ der Vorarlberger Sportszene gekommen. Mit Jasmine Hämmerle kommt auch die erste rot-weiß-rote Sportsoldatin aus Vorarlberg. Die Triathletin rückte im September 1998 im HSLZ 9 ein.

Fast alle Asse waren beim Heer

Der Blick auf die Liste der Vorarlberger Teilnehmer bei Olympischen Spielen verdeutlicht, dass nach 1980 praktisch fast jeder Ländle-Olympionike im Verlauf seiner aktiven Laufbahn einmal zunächst bei der Heeressport- und Nahkampfschule (HSNS) bzw. später beim Heeresleistungssportzentrum (HLSZ) seinen Dienst versehen hat.

Im aktuell 32 Aktive, darunter mit Skispringerin Eva Pinkelnig, Skiläuferin Elisabeth Kappaurer, Kunstturnerin Marlies Männersdorfer und Gewehrschützin Marlene Pribitzer vier Frauen, umfassenden Kaderstand des HLSZ o9 in Dornbirn sorgten Snowboard-Ass Alessandro Hämmerle, vor wenigen Wochen Gesamtweltcupsieger, der 2018-Olympiavierte im Rodeln Thomas Steu und sein Branchenkollege Jonas Müller mit dem Gewinn des Sprintweltmeistertitels und die zweifache Vizeweltmeisterin Eva Pinkeling für die herausragenden Leistungen.

Doch auch die Fraktion der Sommersportler mit den Segelduos David Bargehr/Lukas Mähr bzw. Benjamin Bildstein/David Hussl sowie Judoka Laurin Böhler lässt berechtigte Hoffnungen aufkommen, dass bei den nächsten Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio das HLSZ 09 vertreten sein wird. Kammandant Daniel Devigili: „Als ehemaliger Leistungsportler versuche ich mit Hilfe des Bundesheers, die Sportler auf ihrem Weg an die Weltspitze zu fördern.“

„Ich versuche, die Sportler bestmöglichst zu unterstützen und zu fördern.“

HLSZ 09 Dornbirn

Funktionspersonal

Kommandant: Vzlt.* Daniel Devigili

Stellvertreter: OStv. Andreas Mayr

Militärpersonen auf Zeit (Charge)
Frauen: Gfr. Elisabeth Kappaurer (Ski Alpin), Kpl. Marlies Männersdorfer (Kunstturnen), Kpl. Eva Pinkelnig (Skispringen), Gfr. Marlene Pribitzer (Schießen Gewehr)

Männer: Zgf. David Bargehr (Segeln), Kpl. Benjamin Bildstein (Segeln), Kpl. Laurin Böhler (Judo), Gfr. Patrick Diem (Schießen Gewehr), Gfr. Thomas Dorner (Ski Alpin), Gfr. Patrick Feurstein (Ski Alpin), Zgf. Michael Fußenegger (Kunstturnen), Gfr. Mathias Graf (Ski Alpin), Kpl. Alessandro Hämmerle (Snowboard), Kpl. Luca Hämmerle (Snowboard), Kpl. David Hussl (Segeln), Zgf. Lukas Mähr (Segeln), Gfr. Jonas Müller (Kunstbahnrodeln), Gfr. Yannick Müller (Kunstbahnrodeln), Kpl. Lukas Puchacher (Fechten), Gfr. Aleksandar Radojkovic (Taekwondo), Gfr. Christian Rhomberg (Springreiten), Kpl. Thomas Steu (Kunstbahnrodeln), Gfr. Andreas Thum (Schießen Gewehr), Gfr. Christoph Tiefenthaler (Schießen Pistole), Gfr. Magnus Walch (Ski Alpin), Gfr. Ulrich Wohlgenannt (Skispringen), Gfr Daniel Zugg (Skibergsteigen)

Grundwehrdiener: Rekr. Fabio Sereinig (Kunstturnen), Rekr. Maximilian Tamegger (Kunstturnen)

Legende Dienstgrad: Vzlt. = Vizeleutnant; OStv. = Offizierstellvertreter; Kpl.=Korporal; Rkr.= Rekrut; Gfr. = Gefreiter

Sportler HLSZ 09 bei Olympischen Spielen

4 Teilnahmen Wolfram Waibel jun. (Schießen)

 (1992, 1996, 2000, 2004)

Je 3 Teilnahmen Gerhard Puschnik (Eishockey)

 (1988, 1994, 1998)

 Roland Schlosser (Fechten)

 (2004, 2008, 2012)

Je 2 Teilnahmen: Kilian Albrecht (Ski Alpin, 2002, 2010), Klaus Bodenmüller (Leichtathletik, 1988, 1992), Reinhard Divis (Eishockey, 2002, 1998), Kelly Greenbank (Eishockey, 2002, 1998), Alessandro Hämmerle (Snowboard, 2014, 2018), Anton Innauer (Skispringen, 1980, 1976), Dominic Lavoie (Eishockey, 2002, 1998), Edwin Lins (Ringen, 1984, 1988), Jürgen Loacker (Bob, 2006, 2010), Alexander Marent (Langlauf, 1992, 2002), Harald Morscher (Rad, 1996, 2004), Rick Nasheim (Eishockey, 1994, 1998), Viktor Pfeifer (Eiskunstlauf, 2006, 2010), Rainer Salzgeber (Ski Alpin, 1992, 1994), Tom Searle (Eishockey, 2002, 1998), Mike Shea (Eishockey, 1994, 1988), Robert Stadelmann (Nordische Kombination, 1994, 1998), Caroline Weber (Rhythmische Gymnastik, 2008, 2012), Simon Wheeldon (Eishockey, 2002, 1998)

Je 1 Teilnahme: Elisabeth Baldauf (Badminton, 2016), Claus Dalpiaz (Eishockey, 1994), Albert Deuring (Schießen, 1988), Klaus Ehrle (Leichtathletik, 1988), Dieter Grabner (Schießen, 1996), Christian Greber (Ski Alpin, 2002), Karl Heinzle (Eishockey, 1994), Julian Knowle (Tennis, 2008), Stefan Kreiner (Nordische Kombination, 1992), Michael Lampert (Eishockey, 1998), Lukas Mathies (Snowboard), David Obernosterer (Badminton, 2016), Markus Pittner (Ringen, 1988), Mario Reiter (Ski Alpin, 1998), Markus Schairer (Snowboard, 2010), Thomas Steu (Kunstbahnrodeln, 2018), Dietmar Streitler (Ringen, 1984)

Erklärung: Auflistung in chronologischer Reihenfolge nach Teilnahmen und alphabetischer Folge.