Vorarlbergs Elitetruppe beim Bundesheer

Sport / 26.04.2019 • 00:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Großteil des 32 Athleten umfassenden Kaders im Heeresleistungssportzentrum 09 in Dornbirn mit Kommandant Daniel Devigili (2. v. l.) und Stellvertreter Andreas Mayr (r.). VN/LERCH

Kader im Heeresleistungssportzentrum 09 in Dornbirn umfasst 32 Athleten.

Dornbirn Auf den Tag genau vor 37 Jahren wurde der berühmte „Stein“ ins Rollen gebracht. Im April 1982 wurde das Sportleistungszentrum Vorarlberg mit Sitz in Dornbirn als Modellfall für Restösterreich ins Leben gerufen. Der Slogan „Nur gemeinsam sind wir stark“ stand im Vordergrund und hat bis heute Bestand. Auf Initiative von Winfried Waibel, Udo Albl und dem 2011 verstorbenen Graf Detloff von Schwerin wurde die bereits längere Zeit diskutierte Einrichtung geschaffen, um heimischen Sportlern und dem Bundesheer gleichermaßen die Chance zu bieten, sich in der Sportwelt mit einer bahnbrechenden Sache zu profilieren.

Im Juli 1983 wurden die ersten 14 Aktiven in einer Sportkompanie zusammengefasst. Nach einer damals noch achtwöchigen Grundausbildung wurde die „Eliteeinheit“ im Kolpingheim in Dornbirn unter der militärischen Führung von Vzlt. Janos Kondert zusammengezogen.

Stolze Ausbeute von 72 Medaillen

Der Blick auf die Liste jener Aktiven , die jemals im Heeresleistungssportzentrum „gedient“ haben, ist ein Spiegelbild der erfolgreichen Leistungssportler in Vorarlberg und zeigt, dass sich die Investitionen gelohnt haben. 30 Medaillen (7/11/12) bei Weltmeisterschaften, 15 (6/3/6)bei kontinentalen Titelkämpfen und 27 Mal Edelmetall (9/15/3) bei Militärweltmeisterschaften versinnbildlichen deutlich, dass die heimischen Sportler das Umfeld für Hochleistungssport auch zu nutzen wissen.

Der langjährige HLSZ-Kommandant Janos Kondert mit Olympiamedaillengewinner Wolfram Waibel jun. VN/Stiplovsek
Der langjährige HLSZ-Kommandant Janos Kondert mit Olympiamedaillengewinner Wolfram Waibel jun. VN/Stiplovsek

Aus einer Viezahl aus außergewöhnlichen Erfolgen ragen die beiden Medaillengewinne des Sportschützen Wolfram Waibel jun. heraus. Der langjährige HLSZ-„Mustersoldat“ holte bei den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta Silber im Luftgewehr-Bewerb und Bronze in der Kleinkaliber-Dreistellung.
Insgesamt sind bislang exakt 367 heimische Spitzensportler, darunter 22 Frauen, in der Genuss der „Medaillenschmiede“ der Vorarlberger Sportszene gekommen. Mit Jasmine Hämmerle kommt auch die erste rot-weiß-rote Sportsoldatin aus Vorarlberg. Die Triathletin rückte im September 1998 im HSLZ 9 ein.

Der Blick auf die Liste der Vorarlberger Teilnehmer bei Olympischen Spielen verdeutlicht, dass nach 1980 praktisch fast jeder Ländle-Olympionike im Verlauf seiner aktiven Laufbahn einmal zunächst bei der Heeressport- und Nahkampfschule (HSNS) bzw. später beim Heerenleistungssportzentrum (HLSZ) seinen Dienst versehen hat.

Snowboard-Gesamtweltcupsieger Alessandro Hämmerle ist seit 2014 beim HLSZ 09 in Dornbirn dabei.GEPA
Snowboard-Gesamtweltcupsieger Alessandro Hämmerle ist seit 2014 beim HLSZ 09 in Dornbirn dabei.GEPA

Im aktuell 32 Aktive, darunter mit Skispringerin Eva Pinkelnig, Skiläuferin Elisabeth Kappaurer, Kunstturnerin Marlies Männersdorfer und Gewehrschützin Marlene Pribitzer auf vier Frauen, umfassenden Kaderstand des HLSZ o9 in Dornbirn sorgten Snowboard-Ass Alessandro Hämmerle, vor wenigen Wochen Gesamtweltcupsieger, der 2018-Olympiavierte im Rodeln Thomas Steu und sein Branchenkollege Jonas Müller mit dem Gewinn des Sprintweltmeistertitels und die zweifache Vizeweltmeisterin Eva Pinkeling für die herausragenden Leistungen.

Skispringerin Eva Pinkelnig, eine von vier Frauen im HLSZ 09, jubelte in diesem Winter über zwei Vizeweltmeistertitel. GEPA
Skispringerin Eva Pinkelnig, eine von vier Frauen im HLSZ 09, jubelte in diesem Winter über zwei Vizeweltmeistertitel. GEPA

Doch auch die Fraktion der Sommersportler mit den Segelduos David Bargehr/Lukas Mähr bzw. Benjamin Bildstein/David Hussl sowie Judoka Laurin Böhler lässt berechtigte Hoffnungen aufkommen, das bei den nächsten Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio das HLSZ 09 vertreten sein wird. Kammandant Daniel Devigili: „Als ehemaliger Leistungsportler versuche ich mit Hilfe des Bundesheers, die Sportler auf ihrem Weg an die Weltspitze zu fördern.“