Volleyball-Schülerliga: Traumkulisse und Happy End für Lokalmatadore

Sport / 03.05.2019 • 17:50 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Freudentanz der Mädchen des BG Bregenz-Blumenstraße nach dem Triumph im Bundesfinale des Volleyball-Schülerliga. VN/Lerch

BG Bregenz-Blumenstraße feiert nach 2010 zweiten Sieg in der Volleyball-Schülerliga.

Dornbirn. Am Ende wurde es ein Triumph mit Ansage: Die Mädchen des BG Bregenz-Blumenstraße wurden bei der Bundesmeisterschaft der Sparkassen-Schülerliga im Volleyball ihrer Favoritenrolle gerecht. Mit einem 3:1-Finalerfolg über die NMS Bad Radkersburg holten sie sich nach 2010, damals in Mäder, zum zweiten Mal in der 42-jährigen Geschichte den Siegerpokal. Zusammen mit den beiden Silbermedaillen 1987 und 1992 (in Götzis) und den Bronzenen 2003 und 2017 hält die Talenteschmiede aus der Landeshauptstadt nach 17 Teilnahmen bei sechs Top-3-Plätzen bei Bundesmeisterschaften.

Die Mädchen des BG Bregenz-Blumenstraße gewannen zum zweiten Mal im Bundesfinale der Sparkasse-Schülerliga im Volleyball. VN/Lerch

Wie schon an den Tagen zuvor erwies sich Vorarlberg auch am Finaltag als würdiger Gastgeber und die 1000 Zuschauer verwandelten die Messeballsporthalle in Dornbirn in einen wahren Hexenkessel. Bereits beim Ertönen der Bundeshymne war die Spannung kaum mehr auszuhalten. Nach dem makellosen Auftritt in der Vorrunde mit vier Siegen und dem 25:15-, 25:17-Halbfinalerfolg über das BG Dornbirn-Stadt präsentierten sich die von Susanne Ratz und Rudi Grabherr trainierten Lokalmatadore im Endspiel von der ersten Sekunden an fokussiert. Zuspielerin Verena Beer brachte das überragend agierende Angriffsduo Lina Hinteregger und Soraya Kwakpovwe immer wieder glänzend in Position und nach mehrmaligenm Wechsel der Führung war es Nationalspielerin Hinteregger, die mit einem Kracher den ersten Satzball zum 25:23 verwertete.

Im zweiten Satz konnten zunächst die Steirerinnen, die 2008 den Bundesmeistertitel holten und 2013 im Endspiel standen, ihre körperliche Überlegenheit ausnutzen und lagen 14:9 bzw. 17:13 vorne. Doch in einer dramatischen Schlussphase wendete sich abermals das Blatt. Diesmal war es Soraya Kwakpovwe, die für das 25:23 sorgte und die Hausherrinnen mit 2:0-Sätzen in Front brachte.

Die 1000 Zuschauer verwandelten am Finaltag die Messeballsporthalle in Dornbirn in einen Hexenkessel und sorgten für einen würdigen Rahmen. VN/Lerch
Die 1000 Zuschauer verwandelten am Finaltag die Messeballsporthalle in Dornbirn in einen Hexenkessel und sorgten für einen würdigen Rahmen. VN/Lerch

Der dritte Durchgang war ein Spiegelbild des zweiten Satzes. Nach einem stetigen Auf und Ab und der Egalisierung des 22:24-Rückstandes erspielte sich Bregenz sogar einen Matchball, konnte diesen aber nicht verwerten und Bad Radkersburg verkürzte mit dem 27:25 auf 1:2. „In dieser Phase dachte ich, dass die Partie jetzt kippen könnte“, betonte Rudi Grabherr. Doch die Befürchtungen von Vorarlbergs Mister Volleyball, seit 1983 in der Schülerliga engagiert, sollte nicht eintreffen. Die Spielerinnen um Kapitänin Hinteregger zeigten sich nach dem Satzverlust unbeirrt, setzten zu einem famosen Endspurt an und fixierten nach exakt 100 Minuten mit dem 25:17-Satzgewinn den frenetisch bejubelten Sieg.

„Die Mädchen haben mit dem Titelgewinn Rudi einen perfekten Abschied und zugleich ein schönes Geburtstagsgeschenk bereitet.

Susanne Ratz, Betreuerin BG Bregenz-Blumenstraße

Susanne Ratz: „Ich freue mich für die Mädchen, dass sie es geschafft haben, ihre Leistung in einem solchen, nicht zuletzt wegen der traumhaften Kulisse extrem nervenaufreibenden Spiel abzurufen. Es gibt nichts Schöneres, als den Titel vor eigenem Publikum zu holen.“ Ratz bedankte sich bei den Mädchen und auch bei Grabherr, der am kommenden Donnerstag seinen 70. Geburtstag feiert und ab Sommer in den Ruhestand tritt. Nach jahrzehntelanger erfolgreicher Arbeit im Vorarlberger Schulvolleyball wird der Höchster das Zepter an Ratz übergeben. Er hat der 38-jährigen Wälderin aber versprochen, wann immer es gewünscht ist, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Heimo Witsch, Coach von Bad Radkersburg, ärgerte sich über die Niederlage, fand aber sportliche Anerkennung: „Bregenz war in der Defensive einfach unglaublich und wir haben es nicht geschafft, die beiden Hauptangreiferinnen in den Griff zu bekommen. Gratulation an meine Kollegen vom BG Blumenstraße zu ihrer Arbeit.“

BG Dornbirn war perfekter Gastgeber

Wie üblich war es am Ende des insgesamt fünftägigen Turniers Freude und Pflicht zugleich, den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern, ohne die eine Schülerliga-Bundesmeisterschaft nicht möglich wäre, zu danken. Nicht nur die Mädchen auf dem Volleyballfeld, sondern auch die vielen ehrenamtlichen Helfer und Betreuer machen die österreichische Schulsportszene mit ihrer Begeisterung für die Sache lebendig und untermauern den hohen Stellenwert des Volleyballsports bei den Mädchen der Unterstufe (5. bis 8. Schulstufe).

Die zehn Schulteams aus allen neun Bundesländern erlebten neben den Spielen im Rahmen eines Kulturprogramms auch unvergessliche Tage. Kultureller Höhepunkt diesmal war die Besichtigung der Bregenzer Seebühne. Möglich gemacht wurde das von OK-Chef Markus Schelling und seinem Team, die alle großen Anteil am Gelingen von Österreichs größtem Nachwuchsbewerb hatten und für tolle Tage im Ländle sorgten.

Die Kaderliste der Vorarlberger Schulen

BG Bregenz-Blumenstraße; Emily Koch, Franziska Wittwer, Fabiola Linder, Greta Schierle, Verena Beer, Leonie Costa, Hanna Kofler, Annika Linder, Jolina König, Rosa Schierle, Lina Hinteregger und Soraya Kwakpovwe Betreuer: Susanne Ratz und Rudi Grabherr

BG Dornbirn-Stadt: Paris Polt, Esra Beker, Viktoria Stepanyan, Dorothea Albrecht, Kaisha Kaufmann, Yudum Sahin, Angelina Gstach, Kaelie Auer, Eva Spiegel, Meri Melkonyen, Yaren Coskun und Stefanie Mießgang; Betreuer: Barbara Anselmi und Markus Schelling

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