49,19 Kilometer gelaufen für guten Zweck

Sport / 06.05.2019 • 22:43 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Sandra Urach legte beim Wings for Life World Run 49,19 Kilometer zurück und war damit weltweit viertschnellste Läuferin unter über 81.000 Teilnehmern.Steurer
Sandra Urach legte beim Wings for Life World Run 49,19 Kilometer zurück und war damit weltweit viertschnellste Läuferin unter über 81.000 Teilnehmern.Steurer

Sandra Urach weltweit Vierte beim Wings for Life Run.

München Mit über 120.000 Teilnehmern weltweit, über einer Million zurückgelegten Kilometern und insgesamt über 3,5 Millionen Euro Spendeneinnahmen setzte der Wings for Life World Run 2019 am ersten Mai-Sonntag einmal mehr ein Zeichen für die Rückenmarksforschung. Der globale Sieger heißt in diesem Jahr Ivan Motorin. Der Russe ging in Izmir, Türkei, an den Start und wurde erst nach 4:01 Stunden und unglaublichen 64,3 Kilometern von der fahrenden Ziellinie, dem Catcher Car, eingeholt. In der Frauenwertung kürte sich Nina Zarina, ebenfalls aus Russland, im schweizerischen Zug mit 53,7 Kilometern zum weiblichen globalen Champion. Die Besonderheit des seit 2014 jährlich am ersten Mai-Sonntag in 33 Ländern weltweit zeitgleich stattfindenden Wohltätigkeitslaufs nach dem Motto „Laufen für die, die nicht laufen können“ liegt darin, dass anders als bei anderen Volksläufen keine vorgegebene Distanz zurückgelegt werden muss. 30 Minuten nach dem Start fährt ein Auto die Strecke ab. Überholte Teilnehmer sind aus dem Rennen, bis nur noch einer, der Sieger, übrig bleibt. Die „Besenwagen“ werden dank globaler Satellitennavigation genau gesteuert, sodass ein Vergleich zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten möglich ist. Das Catcher Car fährt 30 Minuten nach dem Startschuss mit 15 km/h los und wird Schritt für Schritt schneller.

Die gemeinnützige Wings-for-Life Stiftung wurde 2004 vom zweifachen Motocross-Weltmeister Heinz Kinigadner und Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz ins Leben gerufen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, eine Heilung für Rückenmarkverletzungen und Querschnittlähmungen zu finden. Dazu unterstützt die Stiftung finanziell Forschung und Studien über Rückenmark und Rückenmarkverletzungen.

49,19 Kilometer in 3:24 Stunden

Restlos begeistert zeigte sich auch Sandra Urach nach ihrer erstmaligen Teilnahme an diesem Charity-Bewerb. „Eigentlich bin ich Marathon- und kein Ultraläuferin, doch es war unglaublich, zu welcher Leistung mich das Catcher Car gebracht hat. Diese Veranstaltung verleiht sprichwörtlich Flügel. Bereits vor Beginn herrscht eine unbeschreibliche Stimmung und trägt maßgeblich dazu bei, dass man seine Grenzen überschreitet“, betont die 42-jährige Andelsbucherin. „Ich habe bislang im Training erst einmal eine ähnliche lange Distanz bewältigt. Am Ende war ich so im Flow, dass ich mich eigentlich etwas geärgert habe, die 50-km-Marke nicht erreicht zu haben.“

Mit unglaublichen 49,19 Kilometern und einer Laufzeit von 3:24 Stunden musste sich die sympathische Bregenzerwälderin in der Tageswertung in München lediglich der Kroatin Nikolina Sustic Stankovic geschlagen geben. Sustic Stankovic belegte in der weltweiten Wertung hinter Zarina und der Polin Dominika Stelmach, die in Rio de Janeiro 53,56 Kilometer bewältige, den dritten Rang. Unmittelbar hinter der Kroatin, die nach Erfolgen 2015 (Kroatien), 2016 (Norwegen), 2017 (Großbritannien), 2018 (Schweiz) in München ihren fünften Sieg in fünf verschiedenen Ländern feierte, verbuchte Urach in der weltweiten Damenwertung den vierten Platz. In der Overallwertung ergab dies Platz 84 für Urach unter über 81.000 Teilnehmern bzw. Rang 20 in München unter knapp 12.000 gemeldeten Läufern. „Die Veranstaltung strahlt eine unglaubliche Kraft aus. Bereits beim Gang zum Start ist das einzigartige Flair spürbar. Es herrscht kein Gedränge an der Startlinie um die beste Position, und auf der Laufstrecke verspürt man auf jedem Meter die Einzigartigkeit. In Summe war es für mich eine große Freude, daran teilgenommen zu haben, und bin natürlich megastolz, die viertbeste Frau gewesen zu sein. Als man mir dies mitgeteilt hat, bin ich gerade unter der Dusche gestanden und dachte zunächst, dass dies ein Fehler ist Erst bei der .“

Start beim 3-Länder-Marathon

Als sportlichen Höhepunkt hat sich Urach in diesem Jahr die Teilnahme am Sparkasse-3-Länder-Marathon am 6. Oktober zum Ziel gesetzt. Bei der 13. Auflage des Laufsportevents im Dreiländereck am Bodensee will die Andelsbucherin einerseits ihren Vorjahrserfolg wiederholen und sich nach ihrem Premierensieg 2014 zum dritten Mal in die ewige Bestenliste eintragen. Gleichzeitig will Urach ihre persönliche Bestleistung von 2:45:24 Stunden, erzielt bei ihrem dritten Rang und dem Gewinn des Staatsmeistertitels 2017, unterbieten. Eines hat sich Urach, neben der Freude am Laufen, in all den Jahren nämlich bewahrt: War es einst ihr eigener Wille, der sie zum Laufsport brachte, so verfolgt sie heute bei ihren Starts ganz persönliche Ziele, unabhängig vom Ergebnis. „Die Teilnahme am Wings For Life World Run war dahingehend eine perfekte Erfahrung für mich. Jeder Läufer, der sich einmal intensiv mit dem Hintergrund dieses weltweiten Wohltätigkeitslaufs beschäftigt, wird dies bestätigen.“

„Es war nicht das erklärte Ziel, aber ich bin megastolz, viertbeste Frau gewesen zu sein.“