„Fehler machen ist sehr wichtig!“

Sport / 06.05.2019 • 22:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Wie Alex Pastoor seinen Spielern die Hektik und die Angst vor Fehlern nahm.

Mattersburg Alex Pastoor schüttelte den mitgereisten Alt­ach-Fans als Dankeschön für ihren Support beim 0:0 in Mattersburg einzeln die Hand. Die dürfen sich bald wohl bei ihm bedanken. Denn nach einer lange Zeit verkorksten Saison zeichnet sich dank des Neo-Cheftrainers ein Happy End ab. Ein Sieg am Samstag gegen die Admira, und Altachs Klassenerhalt wäre mit großer Wahrscheinlichkeit bereits zwei Runden vor Saisonschluss fixiert. Daran hat Pastoor besonders großen Anteil. In den sieben Spielen seit der Niederländer das Zepter bei den Rheindörflern schwingt, setzte es nur eine Niederlage, in allen vier Auswärtspartien blieb man unter ihm ungeschlagen.

Der Ruhepol

Ob während des Spiels, danach oder bei der Pressekonferenz: Der 52-Jährige strahlt eine sympathische Ruhe aus, die offenbar auch auf seine Spieler ansteckend wirkt und sein Team zurück auf die Erfolgsspur brachte. „Er bleibt auch in Situationen ruhig, in denen andere vielleicht lauter werden. Er findet immer die richtigen Worte, auch in der Halbzeit. Das passt gut zu unserer Mannschaft. Natürlich muss man ab und zu auch dazwischenhauen, aber er findet da eine gute Balance“, sagt Marco Meilinger. Christian Gebauer schlägt in dieselbe Kerbe: „Er hat extrem viel Ruhe in die Mannschaft gebracht. Die strahlen wir jetzt auch am Platz aus. Vorher war die Hektik im Spiel unser Hauptproblem.“

Kompaktheit macht Mut

Vor allem sei die Marschroute deutlich, betont Meilinger: „Der Trainer gibt uns klare und einfache Informationen, was wir zu tun haben: Kompakt stehen als Team und dass jeder den anderen unterstützt, auch wenn einer einen Fehler macht. So versuchen wir immer positiv zu bleiben und unsere Qualitäten vorne auszuspielen.“ Gebauer freut’s: „Wir sind als Mannschaft wieder kompakter geworden: defensiv und offensiv. Das war für uns das Wichtigste. So haben wir uns wieder erfangen. Er hat einen guten Blick für das Wesentliche und hat in den letzten Wochen viel mit uns, geredet. Wir trauen uns Fußball zu spielen wie früher in der Jugend und nach vorne zu kombinieren.“

Dein Freund, der Fehler

Pastoor selbst beschreibt seine Philosophie so: „Für mich ist immer wichtig, dass Ordnung am Platz ist. Das gibt den Offensivspielern eine gewisse Sicherheit, dass sie angreifen und kreativ sein können. In Ligaspielen in dieser Qualifikationsgruppe kann man nicht so viel Risiko nehmen, da braucht man eine gewisse Sicherheit.“ Und Fehler werden hier sogar doppelt bestraft.

Spielern die Angst nehmen

Ganz anders sieht es im Training aus. Da ist jeder Fehler für Pastoor sogar mehr als willkommen. „Trainieren heißt, dass man alles versucht bis zu dem Punkt, an dem man Fehler macht. Fehler machen ist für mich unglaublich wichtig. Das ist lernen und gibt der Mannschaft das Vertrauen weiterzugehen und zu sagen, wir müssen etwas versuchen. Wenn es schiefgeht, geht es eben schief. Spieler wollen keine Fehler machen, aber ich stelle sie im Training vor die Herausforderung, genau das zu tun. Da müssen sie versuchen, dass es schief läuft.“ Und genau das soll den Spielern die Angst vor Fehlern nehmen, wenn es darauf ankommt. Eine Strategie, die bis jetzt (bis auf den Aussetzer gegen Innsbruck) gut aufgegangen ist.

Fussball

Altachs Restprogramm

Samstag, 11. Mai, 17 Uhr Admira (H)

Samstag, 18. Mai, 17 Uhr Hartberg (H)

Samstag, 25. Mai, 17 Uhr Rapid (A)

Tabelle Qualifikationsgruppe

 1. Rapid Wien 29 46:41 +  5 29

 2. SV Mattersburg 29 39:42 –  3 25

 3. SCR Altach 29 41:40 +  1 21

 4. FC Admira Wacker 29 36:55 – 19 18

 5. Wacker Innsbruck 29 26:47 – 21 17

 6. TSV Hartberg 29 42:61 – 19 16