Mit Zuversicht in den Kampf um Klassenerhalt

Sport / 08.05.2019 • 21:42 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Teamchef Bader nominierte drei Debütanten für A-WM.

Wien Im Vorjahr hat Österreichs Eishockey-Nationalteam erstmals seit 14 Jahren den Klassenerhalt bei einer A-WM geschafft. In der Slowakei soll der nächste Schritt erfolgen, um sich wieder als echte A-Nation zu etablieren. Nach guten Leistungen gegen starke Gegner in der Vorbereitung geht die rot-weiß-rote Equipe optimistisch in den WM-Auftakt am Samstag (16.15 Uhr, live ORF Sport+) in Bratislava gegen Lettland.

Auswahl im Angriff war groß

Teamchef Roger Bader (54) hat nur wenige verletzungsbedingte Absagen für die Endrunde ab Freitag in Bratislava und Kosice erhalten. NHL-Stürmer Michael Grabner musste wegen einer Augenverletzung und Lugano-Verteidiger Stefan Ulmer mit einer Fußverletzung passen. Besonders im Angriff war diesmal die Auswahl groß, mit Michael Raffl von den Philadelphia Flyers hat er auch Verstärkung aus der NHL bekommen.

Die Österreicher gehen mit 18 Spielern aus dem Vorjahr und den drei WM-Debütanten Torhüter Lukas Herzog (26 Jahre), Verteidiger Raphael Wolf (23), der einzige Akteur des Dornbirner EC im Aufgebot, und Stürmer Benjamin Baumgartner (19) ins Turnier. Als Letzter fiel Innsbruck-Verteidiger Philipp Lindner aus dem Kader. „Nominell sind wir auf dem Papier vielleicht die beste Mannschaft seit Langem. Trotzdem: Bei der WM in Prag (2015) waren wir nominell nicht so gut aufgestellt, aber wir haben es geschafft, Synergien als Mannschaft zu entwickeln und über unsere Verhältnisse zu spielen“, betonte Kapitän Thomas Raffl den Teamgedanken.

Die Österreicher wollen jedenfalls nicht nur auf das abschließende Gruppenspiel am Sonntag, dem 20. Mai, gegen Aufsteiger Italien setzen, sondern hoffen schon davor, vor allem gegen Lettland und Norwegen (Freitag, 17. Mai), auf Punkte. „Unser erklärtes Ziel ist der Klassenerhalt. Wir kämpfen darum, dass wir so viele Siege wie möglich am Anfang holen und wir es vielleicht schon vor dem Italien-Spiel geschafft haben“, erklärte Raphael Herburger.

Strukturen greifen

Bader hat seiner Mannschaft schnörkelloses und geradliniges Spiel im Aufbau und aggressives Pressing verordnet. Den Schweizer freute, dass diese Taktik auch gegen die kanadischen NHL-Stars beim 5:7 zu Wochenbeginn Erfolgserlebnisse brachte. „Dinge und Prinzipien, die wir seit Wochen versuchen zu entwickeln und umzusetzen, haben zu Toren geführt. Man hat gesehen, dass das auch eine Weltklassemannschaft durchaus in Verlegenheit bringt, wenn man schnelles Umschalten spielt“, sagte der Teamchef, der mit Blick auf das intensive Programm mit sieben Spielen in zehn Tagen in der Vorbereitung viel Wert auf körperliche Fitness gelegt hat. „Wir spielen mit vier Linien, die Last ist auf sehr viele Schultern verteilt. Wir sollten keine Probleme haben, das sieben Spiele durchzuziehen“, meinte Thomas Raffl, der im Vorjahr verletzungsbedingt gefehlt hatte und nun in Bratislava erstmals den Klassenerhalt feiern will.

Die Zuversicht ist da. „Im Vorjahr hatten wir mit einer relativ jungen und ziemlich unerfahrenen Mannschaft einen Riesenerfolg. Diesmal haben wir ein bisschen mehr Erfahrung und jeder weiß, dass wir es schaffen können, oben zu bleiben. Das ist gut für das Selbstvertrauen“, erklärte Verteidiger Dominique Heinrich, der sich auf lautstarke rot-weiß-rote Fan-Unterstützung in der 10.000 Zuschauer fassenden Ondrej Nepela Arena freut.

Österreichs Verbandspräsident Gernot Mittendorfer rechnet mit insgesamt 15.000 bis 20.000 österreichischen Anhängern bei den sieben Spielen im Kampf um den Startplatz bei der A-WM 2020 in der Schweiz. „Wie wir (gegen Kanada) gesehen haben, ist das Team bereit. Ich hoffe, dass wir den Klassenerhalt absichern werden“, betonte Mittendorfer.

„Ich habe den Spielern gesagt, ihr seid alle gut, aber keiner ist ein Owetschkin.“

Eishockey

WM-Teamkader Österreich

Tor (3) LS Tore

29 Bernhard Starkbaum (Vienna) 109

30 David Kickert (Linz) 54

60 Lukas Herzog (Salzburg) 7

Verteidigung (8)

8 Raphael Wolf (Dornbirn) 5 0

14 Patrick Peter (Vienna Capitals) 38 0

24 Steven Strong (KAC) 32 6

28 Martin Schumnig (KAC) 106 2

63 Markus Schlacher (VSV) 76 3

92 Clemens Unterweger (KAC) 39 3

90 Alexander Pallestrang (Salzburg) 50 4

91 Dominique Heinrich (Salzburg) 69 13

Angriff (12)

3 Peter Schneider (Vienna Capitals) 19 6

5 Thomas Raffl (Salzburg) 90 31

9 Alexander Rauchenwald (Salzburg) 39 3

12 Michael Raffl (Philadelphia/NHL) 74 19

13 Patrick Obrist (Kloten/SUI) 30 1

16 Dominic Zwerger (Ambri-Piotta/SUI) 25 9

17 Manuel Ganahl (Lukko/FIN) 86 15

21 Lukas Haudum (Pantern/SWE) 53 10

23 Fabio Hofer (Ambri-Piotta/SUI) 51 9

26 Benjamin Baumgartner (Davos/SUI) 7 0

27 Thomas Hundertpfund (KAC) 106 17

67 Konstantin Komarek (Malmö/SWE) 58 13

89 Raphael Herburger (Salzburg) 79  12

94 Alexander Cijan (Salzburg) 31  7

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Philipp Lindner (Innsbruck) 21 0