Aus der Traum: Frankfurt unterliegt im Elferkrimi

Sport / 10.05.2019 • 00:02 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Kevin Trapp und Co. waren so nahe dran am Finale, am Ende aber verlor die Eintracht ein dramatisches Spiel an der Stamford Bridge.Reuters, AFP, AP
Kevin Trapp und Co. waren so nahe dran am Finale, am Ende aber verlor die Eintracht ein dramatisches Spiel an der Stamford Bridge.Reuters, AFP, AP

Dramatische Fußballnacht in London ohne Happy End für die Hütter-Elf.

London Aus der Traum: Trotz aufopferungsvollem Kampf und großer Gegenwehr ist die Europa-Tournee von Eintracht Frankfurt kurz vor dem großen Ziel bitter zu Ende gegangen. Der Pokalsieger unterlag im hochdramatischen Halbfinal-Rückspiel der Europa League beim FC Chelsea 3:4 im Elfmeterschießen, nachdem es nach Verlängerung 1:1 gestanden hatte. Der Traum vom größten Erfolg seit dem UEFA-Cup-Triumph vor 39 Jahren platzte damit – das 1:1 aus dem Hinspiel war letztlich zu wenig für den ersten Finaleinzug eines Bundesligisten im Wettbewerb. Im Duell vom Punkt verschossen Martin Hinteregger und Gonzalo Paciencia. Eintracht-Keeper Kevin Trapp hielt einmal.

Ganz starke zweite Halbzeit

Ruben Loftus-Cheek traf früh für die Londoner, die im Endspiel am 29. Mai in Baku gegen Stadtrivale Arsenal die Trophäe holen wollen. Das Tor der Frankfurter durch den umworbenen Torjäger Luka Jovic (49.) reichte nur zum Elfmeterschießen. Die Stamford Bridge bleibt für deutsche Mannschaften uneinnehmbar – in zehn Versuchen hat kein Bundesligist im Stadion der Blues gewonnen (acht Niederlagen, zwei Remis).

„Wir werden alles geben, um das Wunder zu schaffen“, hatte der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic vor der Begegnung gesagt. Die Voraussetzungen dafür waren denkbar ungünstig. In der Liga setzte es zuletzt ein 1:6 bei Bayer Leverkusen. In den zurückliegenden vier Pflichtspielen blieb die Eintracht ohne Sieg, die Profis gingen nach 47 Partien in dieser Spielzeit auf dem Zahnfleisch.

Nach dem Tor ließ es der Europa-League-Gewinner von 2013 etwas ruhiger angehen, die Eintracht kam wieder besser ins Spiel. Gegen Hazard und Loftus-Cheek hatten die Hessen allerdings keine Mittel. Beide waren kaum zu stoppen und sorgten immer wieder für Gefahr. Der Frankfurter Kapitän David Abraham sah im Duell mit Hazard kein Land. Direkt nach dem Seitenwechsel war die Eintracht hellwach. Erst forderten die Gäste nach einem Handspiel von Mateo Kovacic vergeblich einen Strafstoß, wenige Sekunden später vollstreckte Jovic nach Vorarbeit von Mijat Gacinovic. Nach dem Ausgleich wogte das Spiel hin und her, Frankfurt war mit Chelsea absolut auf Augenhöhe.

In der Verlängerung leistete sich Chelsea den Luxus, Stürmerstar Gonzalo Higuain in die Partie zu bringen. Die große Chance auf den Treffer vergab aber der ebenfalls eingewechselte Sebastien Haller auf der Gegenseite (100. und 105.+1). Eine Schrecksekunde gab es, als Azpilicueta nach einer Ecke Trapp den Ball aus den Händen und ins Tor köpfte – der Treffer wurde aber nicht anerkannt (116.). Schon vor dem Anpfiff in London konnten sich die Frankfurter Verantwortlichen die Hände reiben. Die Eintracht setzte in der laufenden Europacup-Saison mehr als 30 Millionen Euro um. An Prämien erhielt der Klub 12,84 Millionen, dazu kommen rund acht Millionen Euro aus dem Marktpool.

Fussball

UEFA Europa League

Halbfinale, Rückspiele

Chelsea FC – Eintracht Frankfurt 4:3 i. E./1:1 n. V. (1:1 /1:0)

Stamford Bridge, 40.853 Zuschauer (ausverkauft), SR Hategan (ROU)

Torfolge: 28. 1:0 Loftus-Cheek, 49. 1:1 Jovic

Elfmeterschießen: 0:1 Haller, 1:1 Barkley, 1:2 Jovic, 1:2 Azpilicueta scheitert an Torhüter Trapp, 1:3 de Guzman, 2:3 Jorginho, 2:3 Hinteregger scheitert an Torhüter Kepa, 3:3 David Luiz, 3:3 Paciencia scheitert an Torhüter Kepa, 4:3 Eden Hazard

Gelbe Karten: Azpilicueta, Kovacic bzw. Rode, Falette, de Guzman

Chelsea FC (4-3-3): Kepa; Azpilicueta, Christensen (74. Zappacosta), Luiz, Palmieri; Jorginho, Loftus-Cheek (86. Barkley), Kovacic; Willian (63. Pedro) , Giroud (96. Higuain), Eden Hazard

Eintracht Frankfurt (3-1-4-2): Trapp; Abraham, Hinteregger, Falette; Hasebe; da Costa, Rode (70. de Guzman), Gacinovic (119. Paciencia), Kostic; Rebic (90./+ 3 Haller), Jovic

Erstes Spiel: 1:1 – Chelsea mit dem Gesamtskore von 6:5 nach Elfmeterschießen im Endspiel

FC Valencia – Arsenal London 2:4 (1:1)

Estadio Mestalla, 44.481 Zuschauer, SR Makkelie (NED)

Torfolge: 11. 1:0 Gameiro, 17. 1:1 Aubameyang, 50. 1:2 Lacazette, 58. 2:2 Gameiro, 69. 2:3 Aubameyang, 88. 2:4 Aubameyang

Erstes Spiel: 1:3 – Arsenal mit dem Gesamtskore von 7:3 im Endspiel

Endspiel

Chelsea FC – Arsenal London 29. Mai

Baku Olimpiya Stadionu, 21 Uhr

UEFA Champions League

Endspiel

Liverpool FC – Tottenham Hotspur 1. Juni

Madrid, Éstadio Metropolitano, 21 Uhr