Dank Goalie Hurich die Kurve gekratzt

10.05.2019 • 20:26 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ivan Horvat gehörte zu den Aktivposten bei den Hardern und steuerte vier Treffer zum 26:25-Auftaktsieg gegen West Wien bei.GEPA
Ivan Horvat gehörte zu den Aktivposten bei den Hardern und steuerte vier Treffer zum 26:25-Auftaktsieg gegen West Wien bei.GEPA

Alpla HC Hard nach 18:13-Führung mit 26:25-Zittersieg in Verlängerung im Halbfinale gegen West Wien.

Hard Die Auftaktpartie der Best-of-three-Halbfinalserie in der Spusu Liga wäre fast zu einem Déjà-vu-Erlebnis für den Alpla HC Hard geworden. Mussten sich die Roten Teufel vom Bodensee exakt vor einem Jahr und einem Tag gegen West Wien mit 25:26 geschlagen geben, hatte man diesmal mit demselben Resultat das bessere Ende auf seiner Seite. Der zweite Akt im Kampf um den Platz im Endspiel steigt bereits am Montag (20.15 Uhr, live ORF Sport+) in Wien. Sollte danach Gleichstand herrschten, kommt es am 17. Mai in Hard zum entscheidenden Aufeinandertreffen.

Mangelnde Chancenauswertung

Wie schon vor zwei Wochen im Viertelfinalduell gegen Schwaz kamen die Gastgeber trotz der ansprechender Kulisse und lautstarker Unterstützung von den Rängen zunächst nicht richtig in Stimmung. Die Equipe von Klaus Gärtner erspielte sich zwar zahlreiche Chancen, scheiterte allerdings serienweise zum Teil ohne Bedrängnis an West-Wien-Goalie Florian Kaiper. Nach einer Viertelstunde hatten die Hausherren dann aber ihre Betriebstemperatur erreicht. Mit einem 3:0-Lauf von 8:8 (19.) auf 11:8 (22.) wurde ein erstes Signal gesetzt. Cheftrainer Gärtner musste tief in die Trickkiste greifen, ehe er die passenden Angriffsvarianten gefunden hatte. Dieses erstmalige Drei-Tore-Polster verlieh Gerald Zeiner und Nebenleuten auch das nötige Selbstvertrauen, die Angriffe geduldig bis zum Ende durchzuspielen und vor allem zu nutzen. Dank der Steigerung kamen die Harder zu einer komfortablen 15:11-Pausenführung.

Nach dem Wiederanpfiff standen erneut die Abwehrformationen im Fokus. Die Gastgeber fanden nun öfter eine Lösung gegen die offensive 3:2:1-Deckung der Gäste und konnten den Vorsprung auf 18:13. (40.) ausbauen. Als Abwehrchef Max Hermann bei einer harmlosen Aktion überknöchelte und fortan nicht mehr auf das Parkett zurückkehrte, kam das Spiel der Harder arg ins Stocken. Leichtsinnigkeiten und Fehlwürfe sorgten dafür, dass sich die Wiener mit einem 4:0-Lauf auf 18:17 (46.) zurückkämpften und als sie fünf Minuten vor dem Ende mit 22:21 in Front lagen, lag die Überraschung in der Luft. Am Ende retteten sich die Harder aber mit einem Kraftakt und dem 23:23 in die Verlängerung.

Dann wurde ein Wiener auf Seiten der Harder zum Matchwinner. Goalie Thomas Hurich, der in der Schlussphase der regulären Spielzeit den zu Beginn stark haltenden Golub Doknic ablöste, sorgte mit drei wichtigen Paraden, darunter beim letzten Wurf von West-Wien-Flügelspieler Julian Pratschner vier Sekunden vor dem Abpfiff, für die Entscheidung. „Wir haben vor der Pause überragende Kombinationen im Angriff gezeigt, unsere Chancen aber nicht verwertet. Nach dem 18:13 und dem Ausfall von Max Hermann ist bei uns plötzlich der Faden gerissen. Nun heißt es einmal tief durchatmen, die Lehren aus dem Auftaktspiel ziehen am Montag und unsere Chancen besser nutzen“, betonte Gärtner in einer erste ­Analyse.

„Wir haben überragende Aktionen im Angriff gezeigt, aber die Chancen nicht verwertet.“

Handball

Spusu Liga 2018/19

Halbfinale (Best of three), 1. Spiel

Alpla HC Hard – SG Handball West Wien  26:25 n. V. (23:23, 15:11)

Sporthalle am See, 2000 Zuschauer, SR Begovic/Bubalo

Zweiminutenstrafen: 5 bzw. 5

Torfolge: 5. 1:2, 8. 4:3, 13. 5:6, 19. 8:8, 22. 11:8, 29. 14:11, 34. 16:12, 40. 18:13, 46. 18:17, 51. 21:19, 55. 21:22, 59. 23:22;

Verlängerung: 62. 23:24, 63. 24:24, 66. 25:24, 67. 25:25

Alpla HC Hard: Hurich, Doknic; Hermann, Wurst, Surblys, Dominik Schmid (1), Raschle (4), Manuel Schmid (1), Zivkovic (3), Schiller,

Zmavc (5), Schwärzler, Knauth (3), Zeiner (4/2), Schweighofer (1), Horvat (4)

SG Handball West Wien: Uvodic, Kaiper; Seitz (4), Führer, Helgarson (5), Elias Kofler, Pfeifer, Meleschnig, Schiffleitner, Jelinek (3), Pratschner (5), Schuster, Ranftl (2), Kristjansson (6/4), Fuchs, Samuel Kofler

SG Handball West Wien (3.) – Alpla HC Hard (2.) Montag, 20.15 Uhr

BSFZ Südstadt, SR Brkic/Jusufhodzic

3. Spiel (falls nötig): Freitag, 17. 5., in Hard

UHK Krems (1.) – HC Fivers WAT Margareten (6.) Samstag, 19 Uhr

Weitere Termine: Dienstag, 18.15 Uhr in Wien und

falls nötig Samstag, 18. 5., 20.15 Uhr in Krems

 

Finale (Best of five): 25. 5., 28. 5., 1. 6.

 und falls nötig 4. und 8. 6.

Erklärung: Heimvorteil in der ersten, dritten und möglichen fünften Partie hat das besser klassierte Team nach der Play-off-Runde.